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Kettenbrief auf WhatsApp über Atemmasken sorgt für Unsicherheit: Was wirklich stimmt

Kurz vor der Einführung der Maskenpflicht verbreitet sich ein dubioser WhatsApp-Kettenbrief. Darin wird behauptet, dass das Tragen von selbstgenähten Mund-Nasen-Schutzmasken gefährlich für Kinder sei.

Wie gefährlich sind Mund-Nasen-Schutzmasken für Kinder?
Wie gefährlich sind Mund-Nasen-Schutzmasken für Kinder?
© Bigstock/sobolevskyi

Von Maskenpflicht, Gerüchte und Verunsicherung

Schon in den ersten Wochen der Corona-Pandemie wurden reichlich fragwürdige Kettenbriefe über WhatsApp und den Sozialen Medien gestreut. Jetzt geht eine neue Nachricht durch Deutschland.

Beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr gilt ab dem 21. April 2020 deutschlandweit eine Mundschutzpflicht – auch für Kinder. Doch genau davor warnt nun ein dubioser Kettenbrief: Für Kinder seien die Masken lebensgefährlich. Das verunsichert viele Eltern. Müssen sie sich nun Sorgen wegen der bevorstehenden Maskenpflicht machen?

Alle wichtigen Informationen zum Thema Maskenpflicht und Kinder findest du hier: Maskenpflicht: Was für Babys und Kinder gilt.

Das steht im Kettenbrief

Konkret wird in dem Kettenbrief davor gewarnt, dass sich unter den Masken zu viel CO2 stauen könnte, was beim erneuten Einatmen zu Atemlähmungen führen soll. Der Autor des Kettenbriefs ist unbekannt. Die Nachricht, die immer mehr Eltern über WhatsApp erreicht lautet:

„Zu den selbst genähten Masken. Bitte zieht euren Kindern unter 6 Jahren keine Maske auf 🙏. Sie können den CO2 Ausstoß selber unter der Maske nicht kontrollieren. Sie merken nicht, wenn sie zu wenig Luft bekommen. Das CO2 sammelt sich darunter und ihre kleine Lunge atmet alles wieder ein, was zu Atemlähmung führt.

Teilt das bitte, das ich nicht weiter mit ansehen, muss wie Neugeborene und Kleinkinder mit den Masken rumkutschiert werden oder rumlaufen 🙏“

CO2-Stau durch Mundschutz? Arzt gibt Entwarnung

Im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung kommt Kinder- und Jugendarzt Dr. Michael Aschenbach zu einer eindeutigen Einschätzung:

„Ich denke, man kann da in der Regel komplett Entwarnung geben. Gerade die selbstgenähten Masken sind ja so konzipiert, dass der Stoff vor Nase und Mund sitzt und davor schützen soll, dass beim Husten oder Niesen die Tröpfchen beziehungsweise das Aerosol nach außen dringen oder auch andersherum nicht in die Atemwege gelangen.“

Die Atemluft gelange dagegen über die Seiten der Schutzmasken nach innen. Ein „CO2-Stau“ unter der Maske könne daher ausgeschlossen werden. Die Mund-Nasen-Schutzmasken seien aus Stoff und „kein luftundurchlässiges Plastik“, so der Experte.

Auch Dr. Michael Fleischer, Facharzt für Kinder und Jugendmedizin am Klinikum Lippe, beruhigt Eltern im Radio Lippe-Interview:

„… kann man da Entwarnung geben, da kommt genug Luft durch die Maske durch, und auch genug Luft an der Maske vorbei, dass ein Kind damit gut und stabil atmen kann.“

Weiteres wichtiges Detail: Für Kinder unter sechs Jahren gilt die Maskenpflicht in den meisten Fällen ohnehin nicht.

Der Kettenbrief ist also eine absolute Falschinformation. Am besten die Nachricht einfach löschen und den Versender auf die richtigen Informationen hinweisen. Auf keinen Fall sollte die Nachricht weiterverbreitet werden.

 

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Quellen