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Kinderärzte fordern schnelle Impfung für Kinder

vonSarah Diedenhoven

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte spricht sich für eine rasche Zulassung von COVID-19-Impfstoffen für Kinder aus. Er fordert eine neue Impfstrategie.

Wichtig: Aktuell werden Kinder in Deutschland noch nicht gegen COVID-19 geimpft. 

vonSarah Diedenhoven
© Unsplash / Diana Polekhina

Kinder- und Jugendärzte äußern Kritik an Corona-Politik

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) äußert scharfe Kritik an der Impfpolitik der Bundesregierung.

Dr. Thomas Fischbach, Präsident des BVKJ erklärt in einer Pressemitteilung:

“Die bisherige Coronapolitik von Bund und Ländern hat weder das Grundrecht unseres Nachwuchses auf Bildung noch auf körperliche Unversehrtheit angemessen im Blick. Entwicklungschancen einer ganzen Generation und besonders ihrer schwächsten Mitglieder werden leichtfertig gefährdet.”

Ende des Dauer-Lockdowns für chronisch Kranke

Dass vor allem chronisch kranke Kinder und Jugendliche und deren Bezugspersonen nicht priorisiert geimpft werden, sei nicht länger hinnehmbar. Impfstoffe, die derzeit ab 16 Jahren zugelassen sind, sollen möglichst schnell verimpft werden.

: Studie des RKI
Chronisch kranke Kinder

Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts leiden rund elf Prozent aller Mädchen und 16 Prozent aller Jungen unter 17 Jahren unter einer chronischen Erkrankung.

Darunter fallen Herzfehler, Krebserkrankungen oder neurologische Krankheiten wie etwa Epilepsie.

Kinder mit einer Vorerkrankung haben ein deutlich höheres Risiko, im Verlauf einer Corona-Infektion schwere Komplikationen zu erleiden. Daher leben betroffene Familien oft isoliert. Die altersgemäße Entwicklung der Kinder und Jugendlichen könne seit einem Jahr Lockdown nicht gewährleistet werden, so Fischbach.

“Das muss sich endlich ändern!”, heißt es in der Mitteilung des BVKJ.

Herdenimmunität durch Kinder-Impfung

In einem nächsten Schritt sei die komplette Durchimpfung aller Kinder und Jugendlichen das Ziel. Nur so lasse sich ein ausreichender Schutz für die gesamte Bevölkerung herstellen, die Herdenimmunität.

Dazu muss ein geeigneter Impfstoff bereitgestellt werden. Noch hat aber keiner der bekannten COVID-19-Vakzine eine Zulassung für Kinder unter 16 Jahren bekommen.

Kindgerechte Covid-19-Impfstoffe

Die Hersteller Biontech/Pfizer haben am vergangenen Freitag, dem 09.04.21, einen Erweiterungsantrag bei der US-Arzneimittelbehörde (FDA) eingereicht.

Dabei geht es um Notfallzulassung für den Impfstoff bei über 12-Jährigen.

Im nächsten Schritt sollen ähnliche Anträge bei anderen Zulassungsbehörden weltweit eingereicht werden.

Die Impfstoffproduzenten AstraZeneca und Moderna befinden sich momentan in klinischen Studien mit Jugendlichen.

Neben einem kindgerechten Impfstoff fordert der Verband der Kinder- und Jugendärzte die Erlaubnis, genauso wie Erwachsenenmediziner, in den eigenen Praxen impfen zu können.

Quellen

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