„Wo ist Papa“: Kinderbuch bricht mit dem klassischen Familienkonzept

Schwule Gazellen und alleinerziehende Falken: Kinderbuch bricht mit dem klassischen Familienkonzept

Was bedeutet eigentlich Familie? Der Begriff ist vielfältig, genauso wie die verschiedenen Familienkonstellation heute. Sie sind bunter und unterschiedlicher als je zuvor. Familien bestehen nicht mehr nur aus dem „Vater-Mutter-Kind“-Modell. Genau aus diesem Grund hat sich Mirna Funk dazu entschlossen „Wo ist Papa“ zu schreiben.

Kind geht auf einer Straße mit einem Regenbogen
"Wo ist Papa?" ©Unsplash/Cory Woodward

Wenn eine Löwin ihren Papa sucht…

In dem Buch geht es um eine Wölfin, die sich für eine Samenspende entschieden hat, um Zwillinge zu bekommen. Aber auch um Giraffengroßeltern, die sich um ihre Enkel kümmern. Auch schwule Gazellen, ein alleinerziehender Falkenvater, lesbische Hyänen und viele mehr kommen darin vor. In „Wo ist Papa“ werden insgesamt zwölf verschiedene Familienmodelle vorgestellt.

Rahmenhandlung dafür ist die Suche der Löwin Ella nach ihrem Vater. Sie glaubt nämlich, dass jeder einen hat – außer sie. Gemeinsam mit einer zweiten Löwin macht sie sich auf nach Indien. Sie durchqueren zusammen elf Länder und in jedem lernen sie eine neues Familienmodell kennen. Ella fragt jede Familie: „Wo ist dein Papa?“.

„Alle Familien sind perfekt, so wie sie sind.“

Die Idee für das Kinderbuch stammt aus persönlichen Erfahrungen der Autorin:

„Als meine Tochter Etta sechs Monate alt war, haben sich ihr Vater und ich getrennt. Erst als ich mich von dieser Trennung erholt habe, habe ich mich umgeschaut und andere Leute mit verschiedenen Familienkonzepten getroffen. Ich habe ein schwules Paar mit Zwillingen getroffen, die mit Hilfe einer Leihmutter zur Welt kam. […] Ich habe erkannt, dass das Glück der Kinder nichts damit zu tun hat in welchem Familienmodell sie aufwachsen“, so Mirna Funk in einem Video auf „Kickstarter“.

Video-Empfehlung

Trotz der jetzigen familiären Vielfalt werden laut Funke in Schulen und Kindergärten noch ein sehr hetero-normatives Familienbild vermittelt. Doch Mirna Funke ist wichtig Inklusion zu vermittelt und keinen Ausschluss. Genau deswegen findet man in ihrem Buche auch klassische Familien nach dem „Vater-Mutter-Kind“-Prinzip.

Die Autorin möchte, dass ALLE Kinder, egal in welcher Familienkonstellation sie leben und aufwachsen, in den Büchern, die sie lesen auch sich selbst wiedererkennen können. Denn Mirna Funk sagt: „Alle Familien sind perfekt, so wie sie sind.“

Um dieses Projekt zu finanzieren und damit ihr Buch zu veröffentlichen, startete Mirna Funk gemeinsam mit der Illustratorin Maayan Weisstub eine Kickstarter-Kampagne. Mittlerweile haben die beiden ihr Investmentziel mehr als erreicht. Das Buch soll jetzt in den Druck gegen und ab November 2018 in Deutsch, Englisch, Französisch und Hebräisch erhältlich sein.