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Kita-Erzieherin wegen Kindesmisshandlung angeklagt

Eine Kita-Erzieherin aus Berlin steht seit Donnerstag vor Gericht. Zwei ehemalige Praktikantinnen hatten der Kita-Leitung gemeldet, die Erzieherin hätte Kinder zum Schlafen und Essen gezwungen.

© BIGSTOCK / everest comunity

Kinder sollen zum Schlafen gezwungen worden sein

Die angeklagte Erzieherin Ulrike A. soll im Zeitraum von Februar bis November 2016 sieben Kinder im Alter von wenigen Monaten bis zwei Jahren misshandelt haben. Sie hätte die Kinder zum Schlafen und Essen gezwungen. Diesen Vorwurf erheben zwei ehemalige Praktikantinnen einer Kita in Prenzlauer Berg.

„Sie hat Kinder beim Schlafen fixiert, indem sie die Kleinen in Bauchlage hinlegte, die Decke bis zu den Augen zog und die Enden links und rechts unter die Matratze drückte“, so die Anklage. Ein anderes Mal hätte sie ein acht Monate altes Kind mit Matratze in einen anderen Raum getragen und es dann mit den Worten „jetzt wird geschlafen“ aus Kniehöhe auf den Boden fallen lassen. Insgesamt habe die 32-jährige Zeugin drei solcher Fälle von Misshandlung miterlebt. Ulrike A. selbst bestreitet die Vorwürfe. Sie hätte nie ein Kind mit voller Körperkraft auf die Schlafmatte gedrückt oder fixiert.

Kinder hätten vom Boden essen müssen

Ein weiterer Vorwurf, der gegen die Erzieherin erhoben wird: Sie hätte Kinder zum Essen gezwungen. So hätte sie einem Kind gewaltsam ein Stück Mandarine in den Mund gestopft worden. Das Kind habe das Obststück angefasst und nicht essen wollen.

Als die Praktikantin Ulrike H. auf ihre drastischen Maßnahmen ansprach, soll sie geantwortet haben: „Ich zwinge Kinder nicht, ich bringe ihnen nur Esskultur bei.“ In einem anderen Fall soll die Erzieherin die Kinder ohne Teller, vom schmutzigen Boden, belegte Brote essen lassen. Die Angeklagte reagierte mit Kopfschütteln auf die Vorwürfe. „Das mit dem Boden war ein Picknick. Der Bereich war abgegrenzt und besenrein.“

Erzieherin räumt nur kleinere Fehler ein

Zwei Fehler gibt die Erzieherin jedoch zu. Die Mandarine hätte sie etwas nachgeschoben, um zu sehen ob sich ein Kern darin befinde und einmal habe sie vergessen, dass ein Kind eine Abneigung gegen Milch hätte. Keinesfalls hätte sie eines der beiden Kinder gezwungen zu essen oder zu trinken. Das sei nach ihren Worten auch überhaupt nicht möglich.

Viele Fragen noch ungeklärt

Für den Prozess sind insgesamt noch drei weitere Verhandlungstage bis 23. April geplant. Zu viele Fragen sind noch ungeklärt.