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Stay-at-home Mom: LinkedIn führt Jobbezeichnung für Care-Arbeit ein

vonSarah Diedenhoven

Eltern sein ist ein Job. Das erkennt nun auch das Karriere-Netzwerk LinkedIn an und führt Bezeichnungen für die unbezahlte Care-Arbeit ein.

vonSarah Diedenhoven
© Pexels / Andrea Piacquadio

In ihrem Artikel vom 08.03.21 fordert die Autorin Heather Bolen LinkedIn dazu auf, Optionen bereitzustellen, die Lücken im Lebenslauf ersetzen können. LinkedIn hat reagiert.

Diese Begriffe könnt ihr jetzt in eurem LinkIn-Profil auswählen:

  • Stay-at-home Mom / Dad
  • Stay-at-home Parent
  • Mom / Dad
  • Caretaker
  • Homemaker

Genauso wie die deutschen Begriffe:

  • Hausfrau
  • Hausmann
  • Mutter / Vater
  • Elternarbeit

Besonders Frauen waren bisher darauf angewiesen, die Erziehungszeit kreativ zu umschreiben oder eine Lücke im Lebenslauf hinzunehmen. Mit den neuen Optionen soll die Arbeit von Eltern als „echte Arbeit“ anerkannt werden.

Zusätzlich muss bei LinkedIn nun nicht mehr jeder Eintrag im Lebenslauf mit einem Unternehmen oder Arbeitgeber verbunden sein.

Aus diesem Grund hatte eine New Yorker Kreativagentur ein Profil für ihr Fake-Unternehmen The Pregnancy Pause in LinkedIn angelegt. Bei diesem konnten Frauen ihre Elternzeit unter den Jobtitel „Mom“ zu ihrem Lebenslauf hinzufügen. Das geht nun über LinkedIn direkt.

Was ändern die neuen Begriffe?

Im optimalen Fall schaffen sie einen besseren Zugang für Eltern aus der unbezahlten Care-Arbeit, zurück in die Lohnarbeit.

In jedem Fall eröffnen die neuen Begrifflichkeiten den Dialog über die Hürden, die besonders Frauen stemmen müssen für den Wiedereinstieg in den Beruf.

Laut einer Studie der Universität Frankfurt mussten sich etwa zwei Drittel nach der Mutterschaftszeit mit einem niedrigeren Tätigkeitsniveau, geringeren Einflussmöglichkeiten, schlechterer Bezahlung und schlechteren Aufstiegschancen abfinden.

70 Prozent der Mütter, besonders die in Führungspositionen, fürchten durch eine längere Auszeit beruflich benachteiligt zu werden. 12 Prozent dieser Frauen vermuten sogar, ihren Arbeitsplatz dadurch zu riskieren.

Wie die neuen Job-Titel von Unternehmen wirklich angenommen werden, wird sich erst noch zeigen. Jedenfalls tut es gut, wenn die Betreuungs-Arbeit als das angesehen wird, was sie ist, Arbeit.

Quellen

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