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In Großbritannien heißt Muttermilch jetzt Menschenmilch

vonMarisa Dathe

Hebammen auf Geburtsstationen in Großbritannien werden jetzt dazu angehalten, gendergerechte Sprache zu verwenden – aus Rücksicht auf Transsexuelle. Auch die Worte “Vater” und “Mutter” werden abgeändert.

 

vonMarisa Dathe
© Unsplash/Ian Dooley

Inklusion durch Sprache auf der Geburtenstation

Familie ist längt nicht mehr nur „Vater, Mutter und Kind“. Dieser Veränderung passt sich auch unsere Sprache immer wieder an: Patchwork-Familien oder Co-Elternschaft sind nur zwei Beispiele dafür.

: Vater, Vater, Vater und Kind
Auch so kann Familie aussehen

Um Transsexuelle in den Bereichen Geburt und Familie besser zu inkludieren, haben sich die Universitätskliniken Brighton und Sussex in Großbritannien nun dazu entschlossen, einige heteronormative Begriff zu ersetzen.

Demnach soll das Personal auf den Geburtsstationen und bei Geburtsvorbereitungskursen von nun an folgende Begriffe verwenden:

  • „Mutter“ oder „Frau“ wird zu „gebärendes Elternteil/ gebärende Person“
  • „Vater“ wird ersetzt durch „Elternteil“ bzw. „Co-Elternteil“
  • „Muttermilch“ heiße fortan „Menschenmilch“ oder „Milch vom stillenden Elternteil“

Geschlechtsneutrale Sprache als neuer Standard

In Brighton und Sussex, wolle man konsequenter Weise fortan in Briefen, E-Mails oder Broschüren in Zukunft eine geschlechtsneutrale Sprache verwenden, so das englische Nachrichtenportal „Metro“.

Ganz abgeschafft wird der Begriff „Frau“ aber nicht. Cis-Frauen – also Personen, deren Geschlechtsidentität mit dem biologischen Geschlecht übereinstimmen – könne man weiterhin als „Frau“ bezeichnen.

Australien veröffentlicht Empfehlungen

Auch das Gender Institute der Australian National University (ANU) in Canberra in Australien hat entsprechende Vorschläge gemacht. Für „stillen“ könnte man „Brustfüttern“ sagen – angelehnt an das englische Wort chest satt breast in breastfeeding. „Muttermilch“ könne zum Beispiel mit „Elternmilch“ ersetzt werden.

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