Mutter fordert: „Bitte, hört auf meinen Mann zu loben“

Mutter fordert: „Bitte, hört auf meinen Mann zu loben“

Lobgesänge hier, Glückwünsche da: Dabei war Mann nur mit dem Kind alleine einkaufen. Kommt dir das bekannt vor?

Vater geht mit Tochter im Wald spazieren
Papa der Superheld?! ©Pexels/Negative Space

Von normalen Müttern und herausragenden Vätern

Der Tochter die Haare flechten. Mit dem Baby zum Arzt gehen. Mit dem Kind alleine einkaufen gehen. Das sind nur ein paar Dinge, die zum Alltag eines jeden Elternteils dazugehören. Total normal und nichts besonders – aber anscheinend nur, wenn Mütter diese Dinge tun. Väter werden für solch alltägliche Dinge oft in den Himmel gelobt. Das kommt auch der zweifach Mama Renee Plant bekannt vor und deswegen fordert sie: „Bitte, hört auf meinen Mann zu loben“.

Super-Dad, eins – Super-gestresste Mutter, null

Auf dem amerikanischen Blog „Scary Mommy“ schreibt Renee Plant über ihre Erfahrungen mit dieser Doppelmoral und hat sich die Frage gestellt: Warum kriegen Väter Lob für Dinge, die von Frauen ganz einfach erwartet werden?

„Jedes Mal, wenn mein Mann vom Einkaufen mit den beiden Kindern kommt, erzählt er mir, wie viele Leute ihm Komplimente gemacht haben – einfach nur dafür, dass er auf beide Kinder gleichzeitig aufpasst.“

Wenn sie alleine einkaufen geht, sehe die Situation ganz anders aus. Sie erzählt:

„Lustig, denke ich dann: Das sind dieselben Leute, die mich anschauen als ob sie keine Kontrolle über ihren Sohn hätte, weil er die Lebensmittel in den Regalen anfasst, während ich gleichzeitig versuche, das weinende Baby zu beruhigen.“

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Väter wollen mit ihren Kindern Zeit verbringen, oder?

Plant schreibt weiter, dass das Lob zu der veraltenden und unsinnigen Idee beitrage, dass nur Mütter sich um die Kinder kümmern würden und der Vater sich nur mit dem Kind beschäftigen würde, wenn Spielzeit ist. Allerdings könnten die Väter selbst dafür recht wenig, so Plants Erkenntnis. Ihrer Meinung nach sei es die Gesellschaft, die offensichtlich noch immer glaube, dass ein Vater, der freiwillig Zeit mit seinen Kindern verbringt, so selten sei wie ein magisches Einhorn.

Aber: Bevor jetzt alle die Fackeln und Mistgabeln auspacken. Es gehe nicht darum, Männer schlecht zu machen oder ihre Bemühungen gute Väter sein zu wollen in irgendeiner Weise zu diskreditieren, betont Plant. Es gehe ihr schlicht und einfach um Gleichberechtigung. Sie stellt klar: „Ich will die Bemühungen meines Mannes ein guter Vater zu sein nicht herabsetzen (…). Aber können wir aufhören Väter dafür zu loben – nun ja – Väter zu sein?“