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Kinder-Sonnencreme im Öko-Test: Drogerieprodukt besser als teure Naturkosmetik

Sommer, Sonne…Sonnenschutz. Sensible Baby- und Kinderhaut braucht im Sommer besonderen Schutz. Da muss eine gute Sonnencreme her. Öko-Test hat jetzt 21 Sonnencremes für Babys und Kinder getestet: Nur zwei Cremes erhielten die Bestnote – zwei fielen wegen bedenklicher Inhaltsstoffe durch.

Kinder-Sonnencreme im Öko-Test: Drogerieprodukt von dm besser als teure Naturkosmetik
Kinder-Sonnencreme im Öko-Test: Drogerieprodukt von dm besser als teure Naturkosmetik
© Bigstock/ Gorlovkv

Testergebnisse: Zwei Produkte sind „sehr gut“

Getestet wurden 21 Cremes mit einem Lichtschutzfaktor von 50 oder 50+. Alle Produkte wurden speziell für Kinder entwickelt und sind als „sensitiv“ oder „parfümfrei“ gekennzeichnet. Außerdem sind alle Cremes wasserfest.

Von den getesteten Sonnencremes werden elf Produkte von Öko-Test empfohlen – neun davon haben die Note „gut“ und zwei die Bestnote „sehr gut“ erhalten.

Die beiden Gewinner sind:

  • „Ladival Für Kinder Sonnenschutz Milch 50+, ohne Parfüm“ von Stada (Apotheke).
    Der Preis für eine 200 Milliliter Flasche liegt hier bei 21,45 Euro.
  • „Sun Dance Kids Sonnenmilch 50, ohne Duftstoffe“ von DM.
    Eine 200 Milliliter Flasche kostet 7,27 Euro.

Naturkosmetika nicht unter den Gewinnern

Alle getesteten Naturkosmetika bekamen übrigens die Note „gut“. Die Inhaltsstoffe und der UV-Schutz in den getesteten Produkten waren unbedenklich – Form- und Deklarationsfehler haben hier zu Abzügen geführt.

Zwei Produkte fallen im Test durch

Zwei Produkte fielen im Test wegen bedenklichen Inhaltsstoffe durch. Dabei handelt es sich um:

  • Die „Anthelios Dermo-Pediatrics 50+ Lotion“ von La Roche-Posay – sie erhielt die Note „mangelhaft“.
  • Die „Garnier Ambre Solaire Kids Sensitive Expert+ LSF 50+“ von L’Oreal. Diese Sonnencreme erhielt das Gesamturteil „ungenügend“

Kritik an chemischen Sonnenschutzfiltern

Im Fokus des Tests standen die Sonnenfilter der Cremes. Vor allem die Frage, ob gesundheitsschädliche Substanzen darin enthalten sind. Hier bemängelt Öko-Test acht Produkte, die UV-Filter mit den Stoffen Octocrylen und Homosalat, Stoffe können so in den Blutkreislauf geraten. Octocrylen und Homosalat stehen unter Verdacht, das Hormonsystem stören und zu Allergien führen zu können. Octocrylen und Homosalat, sowie drei andere organisch-chemische Filter werden nun von der EU erneut geprüft.

In vielen anderen chemischen UV-Filtern, sowie in mineralischem UV-Schutz von Naturkosmetika finden sich meist keine schädlichen Substanzen. Öko-Test rät deshalb: „Sonnencremes mit mineralischem UV-Filter ist nach unserem heutigem Wissensstand die bessere Wahl für Kinder.“

Außerdem enthielten knapp drei Viertel der Sonnencremes Kunststoffverbindungen. Viele Hersteller nutzen diese Stoffe, um die Cremes wasserfest zu machen. Jedoch gelten Polymere wie Silikon oder Acrylate als sehr umweltschädlich, da sie sich kaum abbauen. Sie gelangen beim Baden oder späteren Waschen in das Abwasser.

Öko-Test gibt Tipps: Darauf ist beim Sonnenschutz zu achten

Damit Eltern zu einem passenden Sonnenschutz für Babys und Kinder greifen, gibt es fünf Tipps, auf die du achten kannst:

  • Sonnencremes mit mineralischen UV-Filtern wie Titaniumdioxid oder Zinkoxid sind die beste Wahl für dein Kind.
  • Kinderhaut sollten mindestens einen Lichtschutzfaktor 30 – bestenfalls aber einen LSF 50 oder 50+ verwenden. Das bedeutet, dass dein Kind 50 Mal länger in der Sonne bleiben kann als ohne Creme.
  • Spare nicht mit der Sonnencreme – damit dein Kind ausstreichend geschützt ist, muss es gut eingecremt sein
  • Nach dem Schwimmen muss wieder eingecremt werden. Auch wenn du eine wasserfeste Sonnencreme hast!
  • Warte die angegebene Schutzzeit nicht ganz ab – nach maximal 60 Prozent sollte dein Kind aus der Sonne raus.

Quellen