Riesenzecke "Hyalomma" verbreitet sich: Jetzt wurde sie hier gesichtet

Tropische Riesenzecke verbreitet sich: Jetzt wurde sie auch hier gesichtet

Experten sind alarmiert: Die tropische Riesenzecke der Gattung Hyalomma wurde in diesem Jahr gleich in mehreren deutschen Bundesländern gesichtet und sie scheint sich weiter zu verbreiten. Aus diesem Bundesland kommt der neuste Fall.

Mädchen steht in blühender Blumenwiese
Auch in hohe Wiesen lauern Zecken © Unsplash/ Issa Momani

Normalerweise lebt die sogenannte Hyalomma-Zecke in Afrika, Asien und Südeuropa und gilt daher als gefährlicher Überträger für Krankheiten wie zum Beispiel dem afrikanischen Zeckenbissfieber oder dem Krim-Kongofieber. Vor allem letztere Infektion kann einen schweren Krankheitsverlauf nehmen. Bei Betroffenen tritt hohes Fieber, Benommenheit und starke Gelenk- und Bauchschmerzen. Typisch ist eine Gesichtsrötung und Schwellung sowie eine Bindehaut- und Rachenrötung. Tödlich ist die Infektion zum Glück nur in seltenen Fällen.

Neuer Fund in Rheinland-Pflanz: Weitere Zunahme möglich

Zuerst tauchte die Riesenzecke, sie wird bis zu zwei Zentimetern groß, im Raum Hannover, in Osnabrück und in der Wetterau auf. Sie wurde vermutlich von Zugvögeln nach Deutschland eingeschleppt. Aufgrund des trockenen und heißen Sommers finden sie derzeit auch bei uns gute Lebensbedingungen.

Ein neuer Fund in Rheinland-Pflanz bestätigt die Befürchtung der Experten. „Diese Zeckenarten könnten in Deutschland Einzug halten“, erklärt Prof. Dr. Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim in einer offiziellen Mitteilung. „Wir werden sie in diesem Jahr verstärkt im Auge behalten und bereiten uns darauf vor, ihr in den nächsten Monaten womöglich noch öfters zu begegnen.“ Der Parasit war in der Pfalz von einem Pferd entfernt worden.

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Noch keine Menschen betroffen

Bisher ist zum Glück noch kein Fall bekannt, dass ein Mensch von der Riesenzecke gebissen wurde. Die meisten hatten sich an Pferden festgesaugt. Trotzdem empfiehlt das Landesuntersuchungsamt der Rheinland-Pfalz (LUA) jetzt besonders vorsichtig zu sein und sich vor Zeckenbissen zu schützen:

  • Im Hochsommer schwer umsetzbar, trotzdem kann lange Kleidung, die Arme und Beine bedeckt, helfen. Auf heller Kleidung sind Zecken zudem leichter zu entdecken
  • Ein Insekten- und Zeckenabwehrmittel kann zusätzlich auf die Haut aufgetragen werden, bietet aber keinen umfassenden Schutz.
  • Nach einem Aufenthalt in der Natur den Körper nach Zecken absuchen: vor allem Kniekehlen, Leistengegend, Armbeugen und Kopfhaut.
  • Zecken sollten schnellstmöglich mit einer Pinzette, einer Zeckenzange oder einer Zeckenkarte entfernt werden.

Experten geben Entwarnung

Zwar beobachten Experten die Ausbreitung der Hyalomma-Zecke genau. Doch bisher trug keines der gefundenen Exemplare den Erreger des gefährlichen Krim-Kongo-Fiebers in sich.