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Kinderhilfswerk fordert strengeren Nichtraucherschutz für Kinder

Hand hält angezündete Zigarette
Passivrauchen ist für Kinder am gefährlichsten
© Pexels / Every Thing

Das Deutsche Kinderhilfswerk will das Nichtraucherschutzgesetz deutlich verschärfen. Schulen, Kitas, Spielplätze und vor allem Autos sollen rauchfrei werden.

Einheitliches Rauchverbot an zentralen Lebensorten

Das Deutsche Kinderhilfswerk appelliert, das Nichtraucherschutzgesetz zugunsten Minderjähriger zu überarbeiten. Der Schutz habe sich in den letzten Jahren schon um einiges verbessert, trotzdem gäbe es noch viel Luft nach oben.

Kindertageseinrichtungen, Schulen, Tagespflege und Spielplätze: Nach Meinung des Kinderhilfswerkes wären umfassende Rauchverbote an diesen zentralen Lebensbereichen von Kindern dringend notwendig. Doch „vielfach wird dem Gesundheitsschutz der Kinder nicht der Stellenwert eingeräumt, den er eigentlich haben müsste.“, so das Kinderhilfswerk in einer aktuellen Pressemitteilung.

Baden-Württemberg und Sachsen müssen dringend nachbessern

„Die Bestimmungen zum Nichtraucherschutz für Kinder und Jugendliche in Deutschland sind ein Flickenteppich und entsprechen in kaum einem Bundesland den Standards, die nötig und möglich sind,“ so Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Er betont, dass lediglich Hamburg und Brandenburg einen guten Nichtraucherschutz für Kinder gewährleisten. Alle anderen Bundesländer hingegen sollten den Schutz ausbauen. Baden-Württemberg und Sachsen haben noch am meisten Verbesserungspotential.

: Hamburg als Vorreiter

Auch ein Rauchverbot in Autos steht zur Diskussion

Zusätzlich spricht sich das Deutsche Kinderhilfswerk für eine Änderung der Straßenverkehrsordnung aus. Damit könnte dann das Rauchen im Auto bald verboten sein – zumindest, wenn Kinder mitfahren.

Mit Passivrauchen steigt das Krankheitsrisiko

Dass der Zigarettenkonsum gesundheitsschädlich ist, ist allseits bekannt. Allerdings wird die Gefahr von Passivrauchen immer noch von vielen unterschätzt. Besonders gefährdet sind Minderjährige. Laut Deutschem Krebsforschungsinstitut atmen Kinder schneller als Erwachsene. Parallel dazu haben sie auch ein ineffizienteres Entgiftungssystem. Daher sind sie anfälliger für Krankheiten aufgrund von Passivrauchen. Sind Kinder oft Zigarettenqualm ausgesetzt, so kann ihre Lungenfunktion dadurch massiv beeinträchtigt werden.

Rauchen im Auto ist wegen des kleinen Raums besonders gesundheitsschädlich.

„Bereits beim Rauchen einer Zigarette steigt die Konzentration der Tabakrauchpartikel im Fahrzeug rapide an und erreicht selbst bei geöffnetem Fenster Werte ähnlich wie in einer Raucherkneipe“, erklärt auch das Deutsche Krebsforschungszentrum in einer Veröffentlichung über die Gesundheitsgefährdung von Kindern durch Tabakrauch im Auto

Andere Länder machen es vor

In vielen europäischen Ländern wie England, Frankreich und Österreich wurde bereits ein Rauchverbot am Steuer zum Schutz von Minderjährigen eingeführt. Manche Länder gingen noch einen Schritt weiter: In Italien herrscht auch Rauchverbot, wenn eine schwangere Frau im Auto mitfährt. Regelbrüche werden mit durchschnittlich 100 Euro bestraft. Bei Wiederholungsfällen fallen deutlich höhere Summen an.

Quellen

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