3 bescheuerte Sätze von Männern an Alleinerziehende

Alleinerziehend: Die 3 bescheuertsten Sätze, die ich mir von Männern anhören musste

Unsere Autorin Nora Henze ist alleinerziehend und single. Da muss sie sich schon öfters ziemlich blöde Sprüche anhören. Hier erzählt sie, welche das sind und warum sie ihr so auf die Nerven gehen.

Genervte Frau schaut in die Kamera
"Die ist bestimmt leicht zu haben!" - Unsere Autorin Nora Henze kann manche Sätze wirklich nicht mehr hören. © Unsplash / Frankie Cordoba

Also zuerst einmal: Nein, natürlich haben nicht alle Männer Ängste, Vorurteile oder sonderbare Vorstellungen gegenüber Alleinerziehenden. Sonst hätte ich ja in den letzten 12 Jahren keine Beziehung führen können und wäre wahrscheinlich wirklich so verzweifelt, wie es mir und anderen alleinstehenden Frauen mit Kind oft unterstellt wird. Und trotzdem habe ich schon einige Sätze gehört, die mich wirklich sauer gemacht haben.

„Die sucht einen Ersatzvater für ihr Kind“

Keine Angst, liebe Männer, mein Sohn hat bereits einen Vater. Und ich bin manchmal echt froh darüber, dass ich mir meine Wohnung nur mit einem Kind und einem Hund, und nicht mit einem anderen erwachsenen Wesen teilen muss. Wenn ich das in Zukunft aber doch nochmal tun sollte, dann hat das nichts mit meinem Sohn zu tun. Mir ist in Bezug auf einen potenziellen Partner immer noch dasselbe wichtig, wie vor meiner Mutterschaft:

Ich erwarte dasselbe Commitment, habe dasselbe „Beuteschema“ und brauche auch nicht plötzlich einen Versorger. Ich suche mir den Mann selber aus und nicht danach, ob er ein guter Vater für meinen Sohn wäre. Natürlich erwarte ich, dass er nett zu meinem Kind ist und ihn respektvoll behandelt. Allerdings hätte ich auch früher schon keinen Mann gewollt, der eine Phobie vor jeglicher Art von Kindern hat.

„Die hatte bestimmt ewig keinen Sex mehr und ist jetzt leicht zu haben.“

Ich frage mich, was manche Männer für Vorstellungen haben.

Video-Empfehlung

Denken die wirklich, dass ich Tag und Nacht nur um Haushalt und Kindererziehung gekreist bin, nie Freunde treffen konnte, nie ausgegangen bin, nie was getrunken habe, jeden Abend um 22 Uhr ins Bett gefallen bin, nur Windeln und Impftermine im Kopf hatte und deshalb jetzt dringend einen Sexpartner für alle Spielarten suche, so MILF-mäßig?

Und dass die Verzweiflung so weit geht, dass sich bei mir sämtliche Ansprüche in Luft aufgelöst haben? Ich jedenfalls kenne in meinem persönlichen Alleinerziehenden-Umfeld keine einzige Frau, die jetzt „jeden ranlassen“ würde.

„Wenn das Kind mich kennenlernt, gewöhnt es sich zu sehr an mich!“

Es gibt Männer, für die es ein Zeichen von Heiratswillen ist, wenn sie meinen Sohn treffen dürfen. Dass sie vielleicht gar keinen besonderen Stellenwert einnehmen, ist ihnen dabei nicht bewusst. Ich bekomme oft Besuch, von Bekannten, guten Freunden etc. Meine besten Freunde kommen sehr häufig vorbei oder wir unternehmen alle gemeinsam etwas. Bisher hat mein Sohn sich an niemanden von ihnen so gewöhnt, dass er herzzerreißend in sein Kissen weint oder sogar traumatisiert ist, wenn die plötzlich nicht mehr so oft auftauchen. Manche sieht er ganz oft, manche seltener, manche kommen vielleicht nie mehr wieder, weil sie weggezogen sind oder wir uns nicht mehr miteinander verstehen. So ist nun mal das Leben.

Ich habe die Beobachtung gemacht, dass diese Männer, die diese „Sorgen“ haben, oft die sind, die sich selbst auch allgemein einer ziemlich hohen Wichtigkeit auf dieser Welt zuordnen. Sobald ich also nicht direkt „Vater-Mutter-Kind“ spiele, braucht niemand Angst zu haben, unentbehrlich zu werden.

Also, bitte, liebe Männer: Schluss mit diesem Quatsch!