Alleinerziehend trotz Partner: Jede dritte berufstätige Frau ist überfordert

Beziehungsstatus: Alleinerziehend trotz Partner

Mütter sind am Rande der Leistungsfähigkeit. Glaubt man dieser Studie, sind daran die Partner schuld. Aber kann man es sich so einfach machen?

Mutter mit Kind auf dem Arm auf dem Weg zum Meer
©Pexels

Zufriedene Kinder, eine glückliche Partnerschaft, nebenher den Wiedereinstieg in den Beruf und das bisschen Haushalt macht sich von alleine: Ist das nicht das Bild, das wir von einer modernen „Working Mom“ propagiert bekommen? Angebliche Vorbilder gibt es ja genug: die perfekte Familie im Fernsehen oder die nervig-perfekte Instagram-Mama aus dem Smartphone. Also alles kein Problem!? Eine Studie des rheingold Instituts zeigt ein ganz anderes Bild. Ein erschreckendes Bild, um ehrlich zu sein.

Der Partner ist keine Hilfe

Laut der sogenannten „Working Mom Studie 2017“ fühlt sich nämlich jede dritte berufstätige Frau in Deutschland trotz Partner alleinerziehend! Doppelbelastung durch Beruf und Kind ist also hausgemacht – durch unsere Partner. Damit der Alltag reibungslos läuft, glauben mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der befragten Mütter, jeden Tag mindestens 120 Prozent geben zu müssen. Was für ein Druck! Und damit nicht genug:

 

Hauptproblem Familienmanagement:

  • Neun von zehn Frauen (89 Prozent) sehen sich als alleiniges Organisationstalent der Familie.
  • Jede zweite Mutter (51 Prozent) übernimmt die Dinge lieber selbst, bevor sie sich mit dem Partner darüber auseinandersetzt.
  • Zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) sehen sich dazu gezwungen, sowohl Vater- als auch Mutterrolle zu übernehmen.
  • Ein Drittel (33 Prozent) betrachtet ihren Partner sogar als weiteres Kind.

Versagen die Männer also in ihrer Vaterrolle? Angesichts dieser Studienergebnisse machte es auf jeden Fall den Anschein. Doch in der Befragung zeigte sich noch ein anderer interessanter Aspekt. Das rheingold Institut erklärt, dass sieben von zehn Frauen (72 Prozent) sich mit nicht weniger als „perfekt“ zufrieden geben wollen. Aber muss das wirklich das Ziel sein?

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Zumal diese angebliche Perfektion einen hohen Preis hat. Die Hälfte der Befragten Mütter gestehen, dass für eigene Wünsch und Bedürfnisse keine Zeit bleiben. Zusätzlich hätte sie ständig ein schlechtes Gewissen Familie, Partner und Freunde zu vernachlässigen. Nach einem glücklichen Leben klingt das nicht. Dass man immer häufiger von Müttern mit Burnout hört, scheint da nur die logische Konsequenz zu sein.

Zeit die Notbremse zu ziehen

Es ist höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen! Für deine Kinder bist du nämlich sowieso perfekt. Eine glückliche Mama bringt ihnen viel mehr, als eine die in ihrer Mittagspause eine dreistöckige Einhorn-Geburtstagstorte backen kann.

Natürlich bedeutet eine Familie Arbeit – aber für alle Parteien. Niemand erwartet von dir, dass du alles alleine schaffen musst. Klare Aufgabenteilungen machen Sinn und nehmen den Druck. Man muss sie aber einfordern. Und getrieben von einem Perfektionswahn fällt es am schwersten, den Partner auch mal machen zu lassen – auf seine Art. Wie schwer das sein kann, erklärt Mama Marie in diesem Artikel – ihre Tipps liest du hier.