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Basare für Kinderkleidung und Spielzeug

Basare, auf denen Kinderklamotten und Spielsachen verkauft werden, erfreuen sich großer Beliebtheit bei Eltern. Du kannst hier Ausstattung für Baby und Kind günstiger bekommen – das beste Schnäppchen zu ergattern ist manchmal aber ein kleiner Kampf. Mama Nadja erzählt heute von ihrem ersten Mal auf einem Kinder-Basar.

Kampf der Mütter und wie du ihn erfolgreich überstehst
Kampf der Mütter und wie du ihn erfolgreich überstehst
© Unsplash/ Baby Natur

Ist das ein Basar oder doch ein Gefängnis? Ich bin mir nicht sicher

Meterlange Warteschlangen, Kontrollen am Eingang, Aufseher, die mit finsterem Blick durch die Gänge patrouillieren. Dieser Anblick bot sich mir, als ich zum ersten Mal einen Basar für Kinderkleidung besucht habe. „Wo bin ich denn hier gelandet?“ fragte ich mich damals zurecht. Es wirkte fast so, als sei ich im Gefängnis, aber ich war „nur“ auf einem Kinderbasar.

Basare auf denen Kindersachen verkauft werden boomen mehr denn je. Kinderklamotten sind teuer und vor allem Kleinkinder schnell herausgewachsen. Da liegt es natürlich nahe, gut erhaltene Kleidung auf einem Basar günstig zu erwerben. Vor allem im Frühjahr und Herbst öffnen Kindergärten oder gemeinnützige Einrichtungen ihre Pforten, um Basare zu veranstalten. Hier gibt es zwei Arten von Basaren, auf die ich näher eingehen will: Der Selbstverkäuferbasar und der Kommissionsbasar.

Der Selbstverkäuferbasar erklärt sich von im Prinzip schon von allein. Wie auf einem Flohmarkt, werden Tische vermietet, auf denen jeder Verkäufer seine Ware anbieten kann. Hier wird flaniert, gefeilscht und gehandelt was das Zeug hält, um die besten Schnäppchen zu ergattern.

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Warum müssen Schwangere hier denn den Mutterpass vorzeigen?

Und dann gibt es noch den Kommissionsbasar. Auf solch einem Basar habe ich meine oben beschriebene „Gefängniserfahrung“ gemacht. Am Eingang tummeln sich hunderte Eltern, die darauf warten, dass der Basar endlich eröffnet wird. Schwangere, die ihren Mutterpass vorzeigen, dürfen meist schon etwas früher hinein. Das ist auch gut so, denn oft ist es sehr eng und es kommt teils auch zu kleinen Rangeleien, da muss nicht unbedingt eine Schwanger dazwischenkommen. Aber warum den Mutterpass vorzeigen? Es soll tatsächlich schon vorgekommen sein, dass sich Frauen einfach ein Kissen unter das Shirt geschoben haben, um sich als Erste durch die Schnäppchen wühlen zu können.

Doch was ist nun der Unterschied zum Selbstverkäuferbasar? Beim Kommissionsbasar werden den Verkäufern vorher Nummern zugeteilt und dann beschriftet man seine Artikel, die zum Verkauf stehen. Mit dieser Verkäufernummer, der Größe und dem Preis gibt man die Sachen dort ab. Den Rest erledigen dann freiwillige Helfer. Alle Artikel werden nach Größen sortiert und auf Tischen übersichtlich präsentiert. Jeder Verkäufer bleibt dabei anonym.

Mit großer Umhängetasche und viel Ellenbogen-Einsatz geht es los

Sobald sich die Türen öffnen, stürmen die Besucher los und wühlen sich durch die gewünschten Größen. Hier gilt: Wenn weg dann weg. Für mich hat es sich bewährt, eine große Umhängetasche mitzunehmen. Hier kann ich meine ausgewählten Sachen erst einmal sammeln und kein anderer schnappt sie mir weg. Aber Vorsicht, leider ist es mir schon einmal passiert, dass mir etwas aus der Tasche gemopst wurde, weil diese hinten zu weit offen stand. Viele Mütter schrecken auch nicht davor zurück die Ellenbogen einzusetzen, um an ein ganz bestimmtes Teil zu kommen. Das ist zwar nicht nett, aber auf Basaren leider üblich. Damit muss man klar kommen sonst hat man verloren.

Eine ruhige Ecke findet man hier kaum

Habe ich meine Runde gedreht und alles eingepackt was mir gefallen hat, suche ich mir ein ruhiges Eck (was sich oft als schwierig gestaltet, weil die Basare oft total überlaufen sind) und sehe die Sachen nochmal durch. Sind sie irgendwo kaputt oder haben Flecken? Fallen sie kleiner/größer aus als angegeben? Somit sortiere ich noch einmal aus und lege manche Teile wieder zurück auf ihre Tische – wo sich dann meist schon die nächste beutegierige Meute darauf stürzt.

Mein Fazit ist trotzdem positiv

Am Ende bezahlt man dann ganz normal an einer Kasse. Hier wird im System notiert, von welchem Verkäufer etwas verkauft wurde, damit diese am Ende ihre korrekte Abrechnung erhalten. Ich verstehe, dass mein Erfahrungsbericht manche nun etwas abgeschreckt haben mag, aber wenn man etwas Humor mitbringt und nicht total verbissen nach genau DEM Kleidungsstück sucht, kann ein solcher Basar auch wirklich viel Spaß machen.