Beziehungsprobe Kind: Warum sprechen Eltern nicht über ihre Probleme?

Beziehungsprobe Kind: Warum sprechen Eltern nicht über ihre Probleme?

Eltern zu werden ist eine echte Herausforderung für die Partnerschaft. Doch nur wenige trauen sich, darüber zu sprechen. Unsere Autorin Purista Merk fordert hier: Wir müssen ehrlich zueinander sein und zusammenhalten!

Paar steht vor einer Bude auf einem Jahrmarkt
Kinder verändern die Partnerschaft. Und das ist nicht immer einfach. © Pexels / Skitterphoto

Glaubt man Fotos, Gedankengängen und gegenseitigen Liebesbekenntnissen von Freunden, Bekannten und Unbekannten in ihren sozialen Kanälen sind frischgebackene Eltern einfach nur unfassbar glücklich. Der Familienzuwachs macht sie zu liebevolleren Partnern, ausgeglichenen und immer fröhlichen Zeitgenossen und überhaupt zu besseren Menschen. Sie spüren eine Liebe und Dankbarkeit, die sie vor der Geburt ihres Babys nie in dieser Form erleben durften. Aber das ist eben nicht immer so.

Der Weg zum Elternpaar ist schwer

So wahr all das glücklicherweise oft ist, so einseitig ist es. Denn es gibt eben auch die andere Seite der Elternschaft. Die dunkle, über die nur wenige sprechen. Schlaflosigkeit bis zur totalen Erschöpfung, heftige Streits oder tagelanges nebeneinander her leben, Flaute im Bett, fehlendes Verständnis für den Partner und vor allem fast keine Zweisamkeit. Der Weg vom Liebes- zum Elternpaar ist oft schwierig und endet nicht selten in Trennung.

Viele trauen sich nicht, über ihre Probleme zu reden

Grund dafür ist häufig die Lücke zwischen dem kommunizierten Ideal der Gesellschaft und der Lebensrealität der Eltern. Diese sprechen viel zu selten offen und ehrlich über ihre Probleme. Nicht mit Verwandten oder guten Freunden – und manchmal auch nicht einmal mit dem eigenen Partner. Die schöne Fassade will gewahrt und die eigene Fehlbarkeit versteckt werden. Und so schlucken viele Mütter und Väter ihren Kummer heimlich hinunter und ziehen sich zurück.

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Lasst uns zusammenhalten!

Ich finde, damit sollte Schluss sein! Lasst uns doch mehr zusammenhalten. Miteinander sprechen, uns gegenseitig zuhören und helfen. Anstatt beim Spiel der Elternolympiade immer der Beste sein zu wollen, könnten wir uns gegenseitig aufmuntern und darin bestätigen, dass alles wieder gut wird. Eltern sein ist wirklich herausfordernd – das darf doch auch einmal gesagt werden. Und nur, weil man angestrengt, gestresst oder todmüde ist, heißt das noch lange nicht, dass man als Vater, Mutter oder Elternpaar versagt.

Es gibt genug Menschen, die ihr Familienleben öffentlich machen. Wie wunderbar ehrlich wäre es doch, neben all den Happy-Family-Bildern auch ein Foto vom Wohnungschaos oder dem Wäscheberg zu posten. Für mehr Realität für alle.