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Brustwarzen-Schmerzen: wund, empfindlich, schmerzend? Das kannst du tun

Empfindliche, schmerzende und wunde Brustwarzen – darunter leiden vor allem (aber nicht nur) stillende Frauen. Woher die Brustwarzen-Schmerzen kommen und was du tun kannst, erfährst du hier.

Was hilft gegen empfindliche und schmerzende Brustwarzen?
Was hilft gegen empfindliche und schmerzende Brustwarzen?
© Bigstock / Evilbeau

Brustwarzen-Schmerzen als Schwangerschafts-Vorbote

Häufig sind empfindliche Brustwarzen ein typisches Schwangerschaftsanzeichen. Die Hormonproduktion ist in vollem Gange, die Milchdrüsen beginnen zu wachsen und die komplette Brust wird empfindlicher gegenüber Berührungen. Wie der Körper außerdem sofort auf die Schwangerschaft reagiert, siehst du in diesem Info-Video: „8 Dinge, die sich sofort ändern, wenn du schwanger bist“. Aber auch die bald einsetzende Periode kann die Brustwarzen empfindlicher machen.

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Brustwarzen-Schmerzen beim Stillen

Ist das Baby da, gehören schmerzende Brustwarzen leider zu den häufigsten Stillproblemen von Müttern. Beim Stillen beziehungsweise genauer gesagt beim Saugvorgang wird die Brustwarze durch den entstehenden Unterdruck fast bis zum Rachen des Kindes reichen. Sie wird also bei jedem Anlegen ziemlich beansprucht. Gerade bei empfindlichen Hauttypen führt das anfangs oft zu wunden Brustwarzen. Weitere Ursachen können sein:

Video-Empfehlung

  • Falsches Anlegen & Baby von der Brust lösen

Häufig kommen die Brustwarzen-Schmerzen daher, dass du dein Kind falsch anlegst. Wenn dein Baby die Brustwarze und den Warzenvorhof nicht komplett umschließt, werden sie ungleichmäßig belastet. Das kann zu kleinen Verletzungen in der Haut führen und das wiederum zu wunden Brustwarzen.

  • Baby falsch von der Brust lösen

Wenn du dein Baby von der Brust lösen möchtest (z.B. um die Seite zu wechseln), solltest du es auf keinen Fall einfach von der Brust „abziehen“. Schiebe stattdessen einfach den kleinen Finger in den Mundwinkel des Säuglings, um den Unterdruck im Mund aufzuheben und nimm erst dann das Kind von der Brust.

  • Lange Brustwarzen, Flach- und Hohlwarzen

Hast du lange Brustwarzen, besonders flache oder sogar Hohlwarzen erschwert das dem Baby, sie richtig aufzunehmen. Das kann wunde Brustwarzen verursachen.

  • Verkürztes Zungenbändchen, Gaumen- und oder Lippenspalten

Auch solche Fehlanlangen hindern das Baby, die Brust richtig aufzunehmen.

  • Baby saugt zu stark

Empfindliche und wunde Brustwarzen können auch entstehen, wenn das Baby zwar richtig angelegt ist, aber zu stark saugt. Das kann direkt nach der Geburt der Fall sein, wenn nur wenig Kolostrum zur Verfügung steht. Meist gibt sich das später, wenn der Milchfluss richtig in Gang gekommen ist.

Wenn sich wunde Brustwarzen entzünden

Ist die Brustwarze schon wund, können auch leichter Keime eindringen. Wenn Brustwarzen schmerzen und entzündet sind, spricht man von einer Brustdrüsenentzündung (Mastitis). Sie betrifft etwa 70 Prozent der Frauen im Wochenbett. Die entzündeten Brustwarzen sind dabei gerötet und fühlen sich heiß an. Wie du eine Mastitis richtig behandeln kannst, das liest du in diesem Artikel. „Mastitis: Kann ich bei einer Brustentzündung stillen?“

Nicht nur Brustwarzen-Schmerzen?

Wenn du nicht nur empfindliche Brustwarzen hast, sondern im Brustbereich auch noch auffällige Knötchen ertastet, solltest du unverzüglich zum Arzt. Dabei kann es sich nur um harmlose Milchknötchen handeln, die in Folge eines Milchstaus entstehen, aber auch ein Tumor muss ausgeschlossen werden – je früher, desto besser.

Was tun gegen schmerzende und wunde Brustwarzen?

Vorbeugen ist natürlich besser als heilen – am besten ist es also, Stillprobleme anzugehen oder sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Dabei unterstützt dich deine Hebamme, du kannst dich aber auch an eine Stillberaterin wenden, z.B. an die Experten der La Leche Liga.

Die Brustwarzen schmerzen schon? Das hilft im Notfall:

  • Wenn du darauf achtest, nicht nur deine Hände, sondern auch deine Brüste vor und nach dem Stillen zu reinigen, kann das helfen, Brustwarzen-Schmerzen vorzubeugen.
  • Als Hausmittel haben sich Wickel aus schwarzem Tee bewährt. Einfach Kompressen in dem Tee einweichen, abkühlen lassen und die Brüste damit für zehn Minuten einwickeln. Danach die Brustwarzen mit einer pflegenden Creme – Hebammen empfehlen Lanolin-Salbe – einreiben.
  • Muttermilch wirkt auch entzündungshemmend. Reibe also nach dem Stillen ein wenig Muttermilch auf die Brustwarzen und lasse sie an der Luft trocknen.
  • Gönne deinen Brüsten viel Luft. Sie tut den wunden Brustwarzen gut und beschleunigt den Heilungsprozess. Zu enge BHs oder Shirts bewirken das Gegenteil.
  • Wechsle beim Stillen die Anlegepositionen. Lege dein Kind nicht nur im Wiegegriff, sondern auch in der Fußballhaltung und im Liegen an.
  • Wenn du Stilleinlagen verwendest, solltest du diese regelmäßig wechseln. Das kann wunden Brustwarzen sogar vorbeugen.

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Quellen:

  • La Leche Liga: Infoblatt „Wunde Brustwarzen“, https://www.lalecheliga.de/images/Infoblaetter/LLL_Wunde_Brustwarzen.pdf (letzter Zugriff 28.05.2019)
  • Frauenärzte im Netz: Probleme beim Stillen, https://www.frauenaerzte-im-netz.de/schwangerschaft-geburt/stillen/probleme-beim-stillen/ (letzter Zugriff 28.05.2019)
  • Angela Heiler: Nach der Geburt: Wochenbett und Rückbildung, Thieme Verlag 2002, S. 112f