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Corona & schwanger: “Beim Ultraschall musste ich heulen.”

vonAnnika Ritter

Ich befinde mich jetzt im dritten Trimester meiner Schwangerschaft und Deutschland im zweiten Lockdown. Natürlich habe ich mir meine erste Schwangerschaft immer ganz anders vorgestellt. Doch nun stehe ich vor ganz besonderen Herausforderungen, die ich versuche, so gut es geht zu meistern.

vonAnnika Ritter
Corona verlangt viel von Schwangeren ab
Corona verlangt viel von Schwangeren ab
© Pexels / Rene Asmussen

“Wir bekommen ein Baby!”

Kaum hatte ich den positiven Schwangerschaftstest im April in der Hand, war die Freude erstmal groß. Wegen Corona und damit weniger Terminvergaben musste ich länger als üblich warten, um die Schwangerschaft tatsächlich beim Frauenarzt bestätigt zu bekommen. Das war natürlich schwierig, denn ich wollte mich schon frühzeitig um eine Hebamme und eine Klinik kümmern. (Wer in München lebt, weiß warum man da keine Zeit verlieren sollte). Long Story short: Hat dann doch noch alles rechtzeitig geklappt. Puh!

Allein zum Ultraschall – oder doch nicht?

Beim zweiten Ultraschalltermin wollte ich meinen Partner dabei haben. Die Corona-Zahlen waren im Sommer gesunken und somit standen die Chancen gar nicht schlecht. Die Ärztin meinte, ich solle einfach kurz vorher anrufen und fragen, ob es klappt.

Mein Termin war montags um 8:00 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt öffnet die Praxis. Deswegen hatte ich mich bereits freitags erkundigt, ob mein Partner Montagfrüh nun mitdarf oder nicht. Da hieß es noch: Ja! Ich habe gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd bis ich am Montag von meiner Glückswolke gerissen wurde.

Ich durfte nur alleine an die Rezeption. Mein Partner musste draußen warten und dann kam die ernüchternde Nachricht: Die Zahlen seien über das Wochenende angestiegen, er darf nicht mit. Traurig habe ihn heimgeschickt. Er war natürlich auch alles andere als glücklich.

Ein besonderer Moment, den ich gern geteilt hätte

Danach sollte ich zum Blutdruckmessen. Der war natürlich viel zu hoch. Ich habe mich ja auch geärgert und war traurig, also kein Wunder. Beim Ultraschall sah unser Baby nicht mehr nur wie eine Bohne aus, sondern wie ein kleiner Mensch – und ich musste heulen.

So ein richtig fieses austiefster-Seele-Schluchzen. Weißt du, welches ich meine? Dieses Weinen, bei dem man gefühlt keine Luft mehr bekommt. Was mit Maske sowieso nicht einfach ist. Nicht gerade angenehm vor der Ärztin. Aber ich war nun mal fix und fertig und fand alles nur noch unfair.

Im Anschluss musste ich mich im Wartezimmer erstmal beruhigen. Der Blutdruck sollte nochmal kontrolliert werden, weil der erste Wert viel zu hoch war. Zum Glück war die zweite Messung dann im normalen Bereich.

Allein, allein

Übrigens war ich bis jetzt auch bei allen anderen Terminen alleine beim Arzt. Unser Geburtsvorbereitungskurs wurde ebenfalls spontan in ein Online-Meeting umgewandelt. Und nachdem die Corona-Infektionen jetzt im Herbst wieder steigen, kann ich nur hoffen, dass ich im Januar nicht auch noch die Geburt alleine erleben muss.

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