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Das war mir in den ersten Wochen nach der Geburt besonders wichtig

Das Wochenbett geht im turbulenten Alltag mit Baby leider viel zu leicht unter, findet unsere Autorin Daniela Kirschbaum. Weshalb sie beim ersten Kind die Bedeutung der ersten Wochen nach der Geburt vollkommen unterschätzt hat und was sie beim zweiten Kind anders gemacht hat, erzählt sie uns heute.

Wochenbett? Kam beim ersten Kind leider viel zu kurz!
Wochenbett? Kam beim ersten Kind leider viel zu kurz!
© Unsplash/ David Veksler

Wochenbett? Kam beim ersten Kind leider viel zu kurz!

Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett – rückblickend betrachtet habe ich beim ersten Kind all diese Dinge auf mich zukommen, sie einfach passieren lassen. Generell bin ich kein Mensch, der gerne und viel plant, insofern ist das auch nicht weiter verwunderlich gewesen. Doch leider habe ich im Endeffekt alles zu sehr „passieren“ lassen und war viel zu wenig bei mir selbst und meinen Bedürfnissen. Immerhin war es das erste Kind und ich hatte ja keine Ahnung! Deshalb ließ ich mir von meinem Umfeld wohl viel zu schnell Dinge einreden, die für das Baby und mich eigentlich gar nicht so angenehm waren und uns eher überfordert haben. Wie das so ist im Leben: Nein sagen fällt schwer, man mag ja kein Spielverderber sein! Und schließlich freuen sich ja alle sooo über das Baby! Außerdem war ich mit „zarten“ Mitte 20 sicher noch nicht so abgegrenzt wie heute, fast zehn Jahre später.

Was folgte waren also Unmengen von „Nur-kurz-das-Baby-anschauen“-Besuche (ich habe eine große Familie und viele Freunde), ein „herzlichen-Glückwunsch-zur-Geburt“-Picknick am See (mit Wochenfluss und Geburtsverletzungen nicht so der Renner) und noch einiges mehr. Was demgegenüber in den ersten Wochen nach der Geburt viel zu kurz kam? Ruhe, um sich entspannt an das neue Leben mit Baby zu gewöhnen! Rückblickend betrachtet eigentlich ein Wahnsinn. Ich bin nicht sicher, ob die ganze Action nach der Geburt nicht mit ein Grund dafür war, dass ich relativ lange gebraucht habe, um körperlich wieder in einen „Vor-Geburt“-Zustand zurückzufinden…

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Beim zweiten Kind wird alles anders

Als ich mit meinem zweiten Kind schwanger war, war mir schon früh klar: Diesmal würde ich das Wochenbett anders gestalten! Ganz egoistisch würden wir uns auf uns als Familie konzentrieren und beleidigte Reaktionen darauf einfach ignorieren. Zudem sollte es diesmal eine ambulante Geburt werden. Wir haben das so durchgezogen wie geplant und es war die beste Entscheidung überhaupt! Ja, beleidigte Meldungen gab es zwar (Warum glaubt bloß jeder, ein Neugeborenes ist Allgemeingut?), aber wir haben sie einfach an uns abprallen lassen. Gerade Familienmitglieder und Freunde, die selbst Kinder haben, konnten unsere Entscheidung jedenfalls gut nachvollziehen. Von manchen haben wir sogar ein: „So hätte ich mir das auch gewünscht! Einfach nur Ruhe und Frieden!“ geerntet.

Mein Fazit? Wochenbett macht Sinn!

Was soll ich sagen? Ich habe die Ruhe und den Frieden wirklich sehr genossen. Körperlich und seelisch gleichermaßen! Die Zeit, in der wir dann wieder für jeden Spaß zu haben waren, kam sowieso früh genug. Aber eben erst NACH dem Wochenbett! Würde ich noch ein drittes Kind kriegen – was ich nicht vorhabe – würde ich alles wieder genauso machen. Aus Fehlern wird man eben klug, wie es so schön heißt!