„Deutsche Eltern sind richtig cool“: Deutscher Erziehungsstil als Vorbild

„Deutsche Eltern sind richtig cool“: Warum der deutsche Erziehungsstil zum Vorbild wird

Deutsche Eltern sind strenge Kontrollfreaks: Mit diesem Bild ist die Journalistin und zweifach Mama Sara Zaske nach Berlin gezogen. Dort wurde sie aber schnell vom Gegenteil überzeugt.

Vater und Tochter laufen zusammen im Park
Deutschland als Erziehungsvorbild? ©Pexels/Josh Willink

Good old Germany als Erziehungsvorbild?

Sara Zaske ist Journalistin und Autorin und kommt aus Oregon in Nordamerika. Sie lebte sechs Jahre lang in Berlin und räumt jetzt mit den deutschen Eltern-Vorurteilen mal so richtig auf.

Zu verkopft, zu krampfig, zu ängstlich: Mit diesen Klischees im Kopf ist sie damals nach Deutschland ausgewandert. Doch schnell musste sie feststellen, dass genau das Gegenteil der Fall war. Über ihre Erfahrungen als amerikanische Mama in Deutschland und den deutschen Erziehungsstil hat sie Anfang des Jahres das Buch „Achtung Baby: An American Mom on the German Art of Raising Self-Reliant Children“ geschrieben. Aber was genau machen wir jetzt ihrer Meinung nach besser als die Amerikaner?

Deutsche Kinder sind viel freier

Deutschen Eltern sei es wichtig, dass ihre Kinder zur Unabhängigkeit erzogen werden. Kinder allein zur Schule schicken, 10-Jährige, die alleine U-Bahn fahren oder Kinder, die auf Spielplätzen in großer Höhe klettern? Normal für deutsche Eltern – ein absolutes No-Go für amerikanische. „Die meisten amerikanischen Eltern sind Helikoptereltern“, so die Journalistin im Interview mit „Edition F“.

Kinder dürfen ihrer Neugier nachgeben und üben so, sie vernünftig zu benutzen. Ängste und Sorgen haben aber natürlich auch die deutschen Eltern. Sie würden mit ihnen nur produktiver umgehen, indem sie ihre Kinder auf potenzielle Gefahren vorbereiten, so Zaskes Einschätzung. „Es macht doch viel mehr Sinn, Kindern den sicheren Umgang mit gefährlichem Werkzeug beizubringen, statt alles zu verbieten. Verbote fordern die Kids nur heraus, es heimlich zu machen – und das ist meist viel gefährlicher.“, sagt die Autorin.

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Erzieher und Eltern sind offener

Erzieher sind in Deutschland Helfer und keine Befehlshaber. Sie mischen sich nicht so schnell in einen Streit ein, sondern legen Wert darauf, dass die Kinder ihre Konflikte selbstständig lösen. In den USA sei dies laut Sara Zaske anders: Hier werden die Namen der unartigen Kinder an die Tafel geschrieben oder sie werden in die Ecke geschickt.

Mit potenziell schwierigen Themen würden Eltern hierzulande viel offener umgehen und sie ohne Scheu mit ihren Kindern besprechen. So lernen Kinder viel besser damit umzugehen und erkennen, dass Themen wie Sex oder Tod Teil ihres Lebens sind.

Aber: Auch Deutschland ist nicht perfekt

Doch nach dem ganzen Lobgesang, hat Zaske auch Kritik an deutschen Eltern und dem Bildungssystem. So erzählt sie, dass viele Auswanderer-Eltern das Gefühl haben, dass deutsche Kinder keine Manieren haben. Ein einfaches „Bitte“ und „Danke“ fällt ihnen schwer.

Ein zweiter Kritikpunkt geht an das deutsche Schulsystem. Besonders nach der vierten oder sechsten Schulstufe findet die Journalistin das Schulsystem schwierig. Befinde sich ein Kind einmal auf einen bestimmten Weg, wäre es schwierig diesen nochmal zu verlassen.

Naja, „Nobodys perfect“! Aber wir sagen auf jeden Fall brav „Danke“ für das nette Kompliment, liebe Sara Zaske.

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