Dinge, für die ich mich seit dem Lockdown nicht mehr schäme

Mama und Kind sitzen vor dem Fernseher
Fernsehen: Eines der Dinge, für die ich kein schlechtes Gewissen mehr habe!
© Pexels / Gustavo Fring

Der lange Lockdown hat bei allen Spuren hinterlassen. Bei den Kleinen, aber auch bei den Großen. Das schlechte Gewissen wurde zu meinem ständigen Begleiter. Aber für einige Dinge werde ich mich nicht mehr schämen!

Fernsehen

Schnell noch etwas für die Arbeit erledigen, aber das Kind klebt an meinem Bein und will Aufmerksamkeit. Sie musste sich die letzten zwei Stunden irgendwie selbst beschäftigen, was sie auch mehr schlecht als recht getan hat.

Gut, sie ist auch erst 3 Jahre alt. Aber die Arbeit muss eben auch erledigt werden, doch das Kind quengelt weiter. Also was macht Mama? Das Kind vor dem Fernseher parken. Meine Tochter freut sich wie Bolle, dass sie eine neue Folge Paw Patrol genießen kann, doch kaum sitzt sie auf der Couch schleicht sich bei mir das schlechte Gewissen ein.

Muss ich das wirklich jetzt erledigen? Hätte ich das nicht auch heute Abend machen können, wenn meine Tochter im Bett ist? Jetzt sitzt sie wieder vor der Glotze, dabei soll das ja gar nicht gut sein… Aber sind wir mal ehrlich, wer hat sein Kind im Lockdown nicht auch ein paar Folgen mehr vor den Fernseher verbannt, um schnell noch etwas für die Arbeit zu erledigen, zu kochen oder um einfach mal zehn Minuten Zeit zum Durchatmen zu haben?

Fast Food und Tiefkühl-Gerichte

Normalerweise lege ich viel Wert auf die gesunde Ernährung. Vor allem mein Kind soll „nur das Beste“ bekommen und sich gesund und ausgewogen ernähren. Aber es ist eben nicht immer so viel Zeit, um Gemüse zu schnippeln oder etwas Leckeres zu kochen.

Also müssen Tiefkühlpizza, Chicken Nuggets, Pommes, der Lieferdienst oder Konservendosen herhalten. Meine Tochter liebt die Ravioli aus der Dose und bei mir schleicht sich ein echt schlechtes Gewissen ein. Aber wie oft isst sie tatsächlich Dosenravioli? Einmal im Monat? In etwa. Ist das nicht vernachlässigbar???

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Im Ehebett schlafen

Früher wollten mein Mann und ich nie, dass unsere Tochter bei uns im Bett schläft. Da gab es ganz klare Regeln. Einschlafen und Kuscheln in ihrem eigenen Bett. Wenn sie nachts aufwacht, kommt entweder Mama und Papa zu ihr ins Bett, bis sie wieder eingeschlafen ist.

Im Lockdown hat sich ein anderes Verhalten bei uns eingeschlichen. Wir waren nachts „zu faul“, uns erst zu ihr ins Bett zu legen, um dann irgendwann wieder aufstehen zu müssen, um wieder in unser eigenes Bett zu schlüpfen.

Wir sind da echt bequem geworden. Und mittlerweile denken wir uns, wenn sie nachts kommt, dann kommt sie eben. Hauptsache wir bekommen alle genug Schlaf ab.

Zu viel Chaos

Ich halte meine Tochter stets an, immer gleich aufzuräumen, sobald sie ein Spiel beendet hat. Sie ist davon natürlich nicht so begeistert, weil aufräumen ist ja „doof und total langweilig.“ Mittlerweile sehe ich großzügig darüber hinweg, wenn nicht gleich aufgeräumt wird, Hauptsache sie beschäftigt sich (mit einem neuen Projekt) alleine.

Wenn ich länger darüber nachdenke, fallen mir sicher noch ein paar mehr Punkte ein. Aber nichtsdestotrotz habe ich jetzt kein schlechtes Gewissen mehr. Denn seien wir mal ehrlich, viele (natürlich nicht alle) anderen Eltern sitzen doch im selben Boot und machen es teils ganz genauso.