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Dreimonatsspritze

Die Dreimonatsspritze zählt zu den hormonellen Verhütungsmitteln. Dabei werden dir die Hormone vier Mal im Jahr direkt injiziert. Doch auch Experten sehen die Nebenwirkungen der 3-Monatsspritze kritisch.

Dreimonatsspritze: Für mehrere Monate nicht an die Verhütung denken
Dreimonatsspritze: Für mehrere Monate nicht an die Verhütung denken
©Unsplash/Radu Florin

In diesem Artikel:
Anwendung der Dreimonatsspritze
Sicherheit: Pearl-Index der Verhütungsspritze
Nebenwirkungen: Experten sehen Dreimonatsspritze kritisch
Für wen ist die Dreimonatsspritze geeignet?
Kosten: Wie viel kostete die Dreimonatsspritze?
Vorteile und Nachteile im Überblick

Dreimonatsspritze: Anwendung

Die Dreimonatsspritze zählt – wie die Pille – zu den hormonellen Verhütungsmitteln. Allerdings ist sie eine Methode zur Langzeitverhütung. Denn sobald die Hormonpräparate gespritzt wurden, wirken sie etwa drei Monate. Die Verhütungsspritzen enthalten das Hormon Gestagen (Gelbkörperhormon), das den Eisprung verhindert und bewirkt, dass sich der Schleim im Gebärmutterhals so verdickt, dass er für Spermien undurchlässig wird. Sollte das Ei doch befruchtet werden, kann es sich nicht einnisten, da die Gebärmutter-Schleimhaut nicht genügend aufbaut wird.

In Deutschland gibt es für die Dreimonatsspritze zwei verschiedene Präparate: Solche, deren Wirkstoffe der Frauenarzt in den Muskel am Oberarm oder im Gesäß spritzt, und solche, die er unter die Haut am Bauch oder am Oberschenkel spritzt.

Wirkt die Dreimonatsspritze sofort?

Ab wann der Schutz besteht, hängt vom Zeitpunkt ab, an dem du die 3-Monatsspritze bekommen hast. Wenn du das erste Mal mit dieser Methode verhütest, wird sie dir dein Frauenarzt irgendwann zwischen dem ersten und dem fünften Tag deines Zyklus geben. Die Dreimonatsspritze wirkt dann sofort und du bist ab dem Zeitpunkt der Injektion gegen eine ungewollte Schwangerschaft geschützt.

Theoretisch kann dein Arzt dir die Verhütungsspritze auch an jedem anderen Tag geben. Dann solltest du in den ersten sieben Tagen nach der Injektion aber zusätzlich verhüten, zum Beispiel mit einem Kondom. Erst danach kann ein Schutz sichergestellt sein und du brauchst die nächsten Monate nicht an deine Verhütung denken. Erst nach drei Monaten, spätestens jedoch nach 14 Wochen, ist die nächste Dreimonatsspritze fällig. Das bedeutet, du solltest dich rechtzeitig um einen Arzttermin kümmern, denn selbst spritzen darfst du dich nicht.

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Dreimonatsspritze: Sicherheit

Die Dreimonatsspritze gilt als sehr sicheres Verhütungsmittel. Der Pearl-Index (Sicherheit und Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode) der Depotspritzen beträgt 0,3 – 0,88. Dieser Wert gibt an, wie viele Frauen trotz Anwendung eines bestimmten Verhütungsmittels schwanger werden. Je niedriger der Wert, desto sicherer also die jeweilige Methode.

Zum Vergleich: Das Kondom hat einen Pearl-Index von 2 – 12, die Pille liegt bei 0,2 – 0,5..

Die 3-Monatsspritze gilt also als sehr sicher. Durch ihre Langzeitwirkung steigt das Risiko für Nebenwirkungen jedoch wahrscheinlicher. Die Bundeszentrale für gesundheitlichen Aufklärung teilt mit:

„Bei der Dreimonatsspritze treten häufiger als bei anderen Gestagen-Methoden Nebenwirkungen auf, zum Beispiel Kopfschmerzen, Stimmungsveränderungen oder Akne.“

Dreimonatsspritze: Nebenwirkungen

Die 3-Monatsspritze greift in den körpereigenen Hormonhaushalt ein und damit in den natürlichen Zyklus und verhindert so den Eisprung. Als Nebenwirkung tritt bei der 3-Monatsspritze eine Gewichtszunahme zum Beispiel häufiger auf als bei anderen hormonellen Verhütungsmethoden. Weitere Nebenwirkungen der Dreimonatsspritze sind:

  • Kopfschmerzen
  • Depressionen
  • Abnahme der Libido
  • Gewichtszunahme
  • Akne und Haarausfall
  • Nervosität
  • Schwindel und vorübergehende Übelkeit

Bei vielen Frauen verändert die Verhütungsspritze meist auch die Regelblutung. So kann sie häufiger oder seltener kommen, bei manchen bleibt sie sogar ganz aus. Nach dem Absetzen der Dreimonatsspritze kann es dementsprechend lange dauern kann, bis der Zyklus wieder in Gang kommt.

Als besonders kritisch ist zu bewerten, dass bei längerer Anwendung der Dreimonatsspritze die Knochendichte abnehmen kann. Daher rät die deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung dringend davon ab, dass Jugendliche die 3-Monatsspritze bekommen. Nur in Ausnahmefällen sei die Anwendung gutzuheißen.

Für wen ist die Dreimonatsspritze geeignet?

Wegen der eben genannten Nebenwirkungen, wird die 3-Monatsspritze nur Frauen empfohlen, die andere Verhüttungsmittel nicht vertragen oder nicht mit ihnen zurechtkommen. Möchtest du nur vorübergehend verhüten, ist die Dreimonatsspritze nicht für dich geeignet, da ihre Wirkung sehr lange nachdauern kann. Vorerkrankungen und Allergien spielen bei der Anwendung ebenfalls eine große Rolle. „Bei bestimmten Erkrankungen oder Allergien darf die Dreimonatsspritze nicht verwendet werden“, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „In manchen Fällen ist die Anwendung der Dreimonatsspritze vielleicht nicht gefährlich, aber nicht zu empfehlen.“

Am besten zu besprichst mit deinem Frauenarzt, ob die Dreimonatsspritze die optimale Verhütungsmethode für dich ist.

Dreimonatsspritze: Kosten

Die Verhütungsspritzen sind verschreibungspflichtig und kosten circa 30 Euro für drei Monate. Zusätzlich können noch Kosten für das Setzen der Spritze von bis zu 15 Euro dazukommen.

Dreimonatsspritze: Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile

Nachteile

Du musst nicht täglich an die Verhütung denken z.T. starke Nebenwirkungen
Sehr sicher; geringes Risiko durch Anwendungsfehler Spontanes Absetzen ist nicht möglich
Spontaner Sex möglich Greift stark in den Hormonhaushalt ein
Schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten

 

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Quellen:

pro familia Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e. V.: Dreimonatsspritze, https://www.profamilia.de/fuer-jugendliche/verhuetung/dreimonatsspritze.html, (letzter Zugriff: März 2019)

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2018): Die Dreimonatsspritze, https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmethoden/weitere-hormonelle-methoden/dreimonatsspritze/, (letzter Zugriff: März 2019)

Berufsverband der Frauenärzte e.V. (2018): Drei-Monats-Spritze/Depot-Spritze, https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/hormonelle-verhuetung-neben-der-pille/drei-monats-spritze-depot-spritze/, (letzter Zugriff: März 2019)

Onmeda (2014): Depotpräparate (Dreimonatsspritze), Hormonimplantat: Dreimonatsspritze (Depotspritze), https://www.onmeda.de/verhuetung/depotpraeparate-dreimonatsspritze-(depotspritze)-2178-2.html, (letzter Zugriff: März 2019)