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Meine Top 4 Ekelmomente als Mama

Ohne jeden Zweifel erweitern Kinder unseren Horizont. Dass das in vielerlei Hinsicht der Fall ist, kann unsere Autorin und Mama Daniela Kirschbaum nur bestätigen. Die Ekel-Highlights aus den letzten Jahren Mutterschaft, hat sie für uns zusammengestellt.

Meine Ekel-Highlights aus den letzten Jahren Mutterschaft!
Meine Ekel-Highlights aus den letzten Jahren Mutterschaft!
© Pexels/ Julian Vera Film

1. 130 km/h Kackgeschwindigkeit

Dass man mit Kindern seine ganz persönliche Ekel-Schwelle unbedingt ein paar Meter nach oben schrauben sollte, lehrte uns Söhnchen, da war er gerade einmal wenige Tage alt. Zu dritt weilten wir nach der Geburt endlich daheim. Dabei hatten wir noch unsere liebe Not mit den Anforderungen, die so ein neugeborener Knirps an Mama und Papa stellt. Stillen, Wickeln, Baden, Nabelpflege – alles war neu und ungewohnt. Noch dazu kam Söhnchen in der schlimmsten Hitzewelle 2010 zur Welt. Temperaturen über 35 Grad und massiver Schlafentzug trugen nicht gerade zu unserem Wohlbefinden bei. Aber was muss, das muss. Und Baby musste gewickelt werden!

Da stand ich also am Wickeltisch, Göttergatte schräg hinter mit. Beherzt hielt ich die winzigen Beinchen in die Höhe und wischte und säuberte. Da nahm das Schicksal gnadenlos seinen Lauf. Mit einem beherzten „BLÖÖÖRBS“ zog eine beachtliche Portion frischer Muttermilchstuhl im Affentempo an mir vorbei (zum Glück!) und erwischte den Papa in Bauchnabelhöhe.

Der frischgebackene Papa kreischte vor Ekel, das frisch erleichterte Baby kreischte vor Überraschung und ich selbst kreischte vor Lachen. „130 km/h Kackgeschwindigkeit“ ist übrigens noch heute ein geflügelter Ausdruck bei uns daheim.

2. „DAAA – für unsere Steinesammlung!“

Sommer 2013 – Töchterchen und Söhnchen stromerten windelfrei im Garten herum. Sie waren damals drei und 1,5 Jahre alt, im besten Alter also, um jeden Stein, jedes Blatt und jeden Ast einfach nur großartig zu finden. So schleppten sie in diesen Tagen tonnenweise Naturschätze zu uns auf die Terrasse, damit wir sie gebührend bewundern und wie unseren Augapfel hüten. So weit – so einfach! Die Rollen waren klar verteilt…

Deshalb dachte ich mir auch nicht sonderlich viel dabei, als Töchterchen einen schönen, schwarzen Stein anschleppte und lautstark: „DAAA!“ verkündete. Ich ließ also meine Sommerlektüre sinken und streckte den rechten Arm nach dem Stein aus. Mit einem entzückten Quietschen ließ Töchterchen ihren Schatz in meine Hand plumpsen. Zeitgleich erreichte ein penetranter wie ekelerregender Geruch meine Nase. Es dauerte einige Sekunden, bevor mein hitzegetrübtes Gehirn einen Zusammenhang herstellen konnte. Wie von der Tarantel gestochen sprang ich auf und warf den vermeintlichen Stein in hohem Bogen von mir.

Hatte mir Töchterchen doch tatsächlich ihre Darmausscheidungen als Stein andrehen wollen!

Noch heute ist die Geschichte vom Kacka-Stein eine beliebte Anekdote bei uns zu Hause. Vor allem die Quelle allen Übels kringelt sich jedes Mal vor Lachen, wenn wir sie zum Besten geben. Wobei – ein bisschen eklig findet sie es dann doch. Oder um es in ihren eigenen Worten zu sagen: „Zum Glück kann ich mich da nicht mehr dran erinnern, sondern nur du, Mama!“

3. Gurgeln einmal anders

Man nehme sein Baby und stille es ausgiebig. Etwa 30 Minuten später komme man auf die (saublöde) Idee, mit seinem Wonneproppen eine Runde „Flugzeug“ spielen zu wollen. Immerhin lacht er da doch immer so niedlich… Man lege sich also auf den Rücken ins (frisch bezogene) Elternbett, stemme das kleine Flugzeug in luftige Höhen und sperre in freudiger Erwartung des jauchzenden Nachwuchses Mund und Augen weeeit auf.

Wie sich die werte Leserschaft vermutlich denken kann: Statt himmelhohem Jauchzen entschlüpfte dem Nachwuchs ein Mega-Bäuerchen mit milchigem Inhalt. Und das wirklich nicht zu knapp! Merke: Gurgeln mit halbverdauter Muttermilch mag vielleicht gut für den Hals sein, aber für Mamas Stimmung eher weniger.

4. Nur für echte Gourmets

Wir gehen gerne essen. Unser Nachwuchs ist da auch von Anfang an mit von der Partie gewesen. So weilten wir an einem schönen Sommertag in einem schattigen Gastgarten. Söhnchen – damals knappe 15 Monate jung – saß mit Kübelchen und Schaufelchen ausgestattet unterm Tisch im Kies. Das war zwar für einige Zeit recht entspannend, wurde dann aber rasch auffällig. So lange am Stück gab er sonst nämlich nie Ruhe. Und er war verdammt still. Auffallend still! Plötzlich wurde diese Stille von einem herzhaften: „Mmmmh, guuut!“ unterbrochen. Hatte Söhnchen etwa irgendwelche Essensreste aufgestöbert? Zwei Augenpaare blickten unter den Tisch und in sekundenschnelle weiteten sie sich vor Ekel. Das war definitiv kein Stückchen Pommes oder Würstel, das dem kleinen Entdecker da aus dem Mund baumelte, sondern…

… EINE NACKTSCHNECKE! Zur Hälfte zerkaut!

Das war mit Abstand die ekelhafteste Erfahrung in meiner bisherigen Mama-Karriere. Die toppt alle vorangegangenen und künftigen Begebenheiten, egal welche Körperflüssigkeiten und Exkremente mit im Spiel gewesen sein mögen. (Unseren Kinderarzt habe ich damals übrigens durchs Telefon kichern hören. Nein, nein, von Nacktschnecken gehe sicherlich kein Gesundheitsrisiko aus. Nur ein wenig eklig seien sie… Wobei… In manchen Gegenden gelten Schnecken gemeinhin als Delikatesse… Na dann… Mahlzeit!)