Wie ein (fast) leeres Kinderzimmer meine Kinder verändert hat

Wie ein (fast) leeres Kinderzimmer meine Kinder verändert hat

Unsere Autorin Daniela Kirschbaum hatte genug vom Überfluss aus Kuscheltieren und Gesellschaftsspielen in den Zimmern ihrer Kinder und mistete radikal aus! Mit bemerkenswerten Folgen…

Minimalistisches Kinderzimmer
Unsere Autorin Daniela Kirschbaum hat radikal ausgemistet und sagt: "Seitdem sind meine Kinder glücklicher." © Bigstock / Yastremska

Jeder Wunsch geht in Erfüllung: Macht das Kinder glücklich?

Kennt ihr das? Das Kinderzimmer platzt aus allen Nähten, die lieben Verwandten schenken als gäbe es kein Morgen und der werte Nachwuchs selbst bekommt tellergroße Augen bei all den wunderbaren Dingen, die das Leben – und die Werbung – zu bieten haben. Also haben wir die glücklichsten Kinder der Welt – sollte man meinen. Tatsächlich zeigt sich aber ein ganz anderes Bild: Alles kann gebraucht werden, wenig wird genutzt! Und aus Kindermündern ertönt: „Mir ist sooo langweilig!“

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Etwa 10.000 Dinge besitzt der durchschnittliche Westeuropäer. Wirft man einen Blick in so manches Kinderzimmer, glaubt man das gerne! Auch bei uns quoll das Reich der Kinder (und nicht nur das) lange Zeit vor „Wird-dringend-gebraucht“-Dingen über. Sei es die dreißigste Erweiterung der Brio-Bahn, das sechzigste Kuscheltier, das vierzigste Gesellschaftsspiel und nicht zu vergessen: Miniatur-Must-haves, mit denen man vorwiegend nachts in Kontakt kommt – weil man nämlich fluchend drauftritt …

Minimalismus im Kinderzimmer: das große Ausmisten

Irgendwann hatten wir es satt! Das Gerümpel flog raus und Minimalismus zog bei uns ein! Über Wochen wurde gnadenlos ausgemistet! Mit tatkräftiger Unterstützung der beiden Zwerge, versteht sich. So fanden sich die kindlichen Habseligkeiten auf vier Stapeln wieder: „darf bleiben“/“wandert in den Keller“/“wird verkauft“/“ist unbrauchbar/kaputt“. Auf diese Weise hat sich der Kinderzimmerinhalt sichtbar reduziert. Im Keller weilen drei Kisten mit Zeug, das man eventuell noch brauchen könnte (mal sehen …) und die Sparschweine sind mit Reichtümern aus den Spielzeugverkäufen gefüllt.

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Und die Kinder? Die sind nun deutlich ausgeglichener und entspannter. Das nervenzehrende „Mir ist sooo langweilig“, kommt uns tatsächlich seltener zu Ohren. Stattdessen sind die beiden Zwerge oft stundenlang in ihrem Zimmer beschäftigt. Dort finden sie nämlich nur mehr jene Dinge vor, die ihnen tatsächlich Freude machen und mit denen sie gerne und stundenlang spielen: Lego, Bastelsachen, die Kugelbahn, einige (!) Gesellschaftsspiele und Kuscheltiere. Was massenhaft geblieben ist und zwar bewusst: Hörspiele und Bücher!

Ich habe nicht nur das Gefühl, dass Minimalismus im Kinderzimmer Fantasie und Kreativität fördert, ein angenehmer Nebeneffekt ist auch, dass der Raum nun mehr Platz bietet: In unserem Fall konnten ein Regal und ein Schrank entsorgt werden. Außerdem breiten sich die Kinder weniger in den Wohnräumen aus.

Und wie sorgen wir dafür, dass die Zimmer in einem Jahr noch genauso luftig ausgestattet sind? Zu Anlässen werden von der Verwandtschaft mittlerweile nur noch Erlebnisse wie Kinogutscheine, Theaterkarten oder Museumseintritte geschenkt. Da haben wir alle etwas davon und das Kinderzimmer bleibt minimalistisch!