„Mein Sohn war ein Frühchen“ - Die Geschichte einer schweren Geburt

„Mein Sohn war ein Frühchen“ – Die persönliche Geschichte einer schweren Geburt

Alle werdenden Eltern können es kaum erwarten bis Ihr Kind endlich auf der Welt ist. Was aber, wenn der Tag viel früher kommt, als gedacht? Eine Mutter erzählt von dem besonderen Start ins Leben ihres Frühchens

Frühchen liegt in einem Brutkasten
© Bigstock / Yobro

Man zählt die Tage und hibbelt dem großen Tag entgegen. Mein Mann und ich haben das natürlich auch gemacht. Und das, obwohl wir noch gute zwei Monate hatten, bis wir unseren Sohn im Arm halten sollten. Und dann kam plötzlich alles anders. Bedingt durch eine Schwangerschaftsvergiftung musste alles ganz schnell gehen und unser Sohn wurde bereits in der 31. Schwangerschaftswoche geboren.

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Ich stand unter Schock

Während den Vorbereitungen zum Kaiserschnitt hatten wir natürlich keine Zeit uns irgendwelche Gedanken zu machen. Nach der Geburt ging es dann aber los. Als ich aus der Vollnarkose erwacht bin, wurde mir gesagt, dass unser Sohn auf der Intensivstation liegt. Das war natürlich erst mal ein Schock, angesichts der frühen Geburtswoche aber natürlich völlig normal. Als ich ihn dann das erste Mal sehen durfte kam direkt der nächste Schock. Da lag dieses winzige Wesen im Brutkasten und sein Gesicht wurde von einer riesigen Beatmungsmaske verdeckt.

Da lag dieser Winzling mit lauter Schläuchen im Gesicht…

Aber auch das war eigentlich nur halb so wild und eine reine Vorsichtsmaßnahme. Wir hatten nämlich Glück und die Lunge von unserem Sohn war schon kräftig genug, sodass die Maske bereits am nächsten Tag wieder weg war. Weil er natürlich noch zu schwach zum Essen war, wurde er über eine Sonde, die durch seine Nase ging, ernährt. Das alles schien ziemlich gruslig, denn die Krankenschwester kam jedes Mal mit einer kleinen Spritze voll Milch und drücke diese dann durch den Schlauch.

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Wir haben wirklich Glück gehabt

Leider müssen bei Frühchen ja auch öfter mal die Blut- und Zuckerwerte kontrolliert werden.  Dazu wird dann im Fuß ein ganz kleiner Schnitt gemacht und das Blut daraus wird anschließend untersucht. Das Baby schreit natürlich jedes Mal herzzerreißend und das Mutterherz blutet mit.

Zur Beruhigung kann ich aber sagen, dass das Weinen immer nur ganz kurz war und unser Sohn hat sich schnell wieder beruhigt. Und so gingen die Tage dahin und nach vier Wochen durften wir das Krankenhaus endlich verlassen.  Mein Sohn war nun stark genug um selbstständig zu trinken und mein Mann und ich waren mehr als dankbar, dass auf der Station alles so gut geklappt hat und unser Sohn völlig gesund mit uns nach Hause darf.