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Meine Kinder hatten Windpocken: Hätte ich sie doch impfen lassen sollen?

Keine Frage: Impfen schützt und ist unheimlich wichtig! Doch wie ist das mit den empfohlenen Impfungen wie FSME oder Varizellen? Hier scheiden sich die Geister und viele Eltern wägen Vorteile und Risiken sorgsam gegeneinander ab. So auch unsere Autoren Daniela und Markus Kirschbaum. Deren Kinder sind nach (österreichischem) Impfplan durchgeimpft. Doch die Varizellen-Impfung haben sie ausgelassen. Dann bekamen ihre Kinder die Windpocken. Hier erzählt Mama Daniela, ob sie ihre Entscheidung bereut hat.

Hätte ich das meinem Kind ersparen sollen? Die Entscheidung ist Mama Daniela nicht leicht gefallen.
Hätte ich das meinem Kind ersparen sollen? Die Entscheidung ist Mama Daniela nicht leicht gefallen.
© Bigstock / HalfPoint

Impfen? Aber klar doch!

Ob wir unsere Kinder impfen lassen oder nicht, das war für uns eine leichte Entscheidung. Beide Kinder sind laut österreichischem Impfplan durchgeimpft. Dass das unbestreitbar wichtig ist, steht für uns nämlich außer Frage. Wichtig, nicht nur für die eigene Gesundheit, sondern auch für die sogenannte Herdenimmunität – Stichwort Masern. Doch zwei Impfungen gibt es, da haben wir durchaus überlegt: die Varizellen-Impfung, also die Impfung gegen Windpocken – oder Feuchtblattern, wie man bei uns sagt – und die FSME-Impfung.

Wie ist das mit den empfohlenen Impfungen?

Nachdem wir viel in der Natur unterwegs sind und Zecken bei uns an der Tagesordnung, war die Entscheidung pro FSME-Impfung rasch getroffen. Besser kein unnötiges Risiko eingehen!

Anders sah das bei der Varizellen-Impfung aus. Wir haben uns gründlich informiert und zwei Aspekte waren es, die unsere Entscheidung schließlich beeinflusst haben: So bietet die Impfung keinen garantierten Schutz vor einer Infektion. Was für unsere Entscheidung letztendlich aber ausschlaggebender war: Der Impfschutz gegen Varizellen lässt im Laufe des Lebens nach. Treten die Windpocken folgend bei einem erwachsenen Menschen auf, verläuft die Erkrankung ungleich schwerer als im Kindesalter. So zumindest medizinische Studien. Wir haben unsere Kinder schlussendlich nicht impfen lassen.

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Und dann waren da die Windpocken

Die ersten Jahre waren Windpocken bei uns kein Thema. Zwar gab es ab und zu einen Aushang im Kindergarten, dass Fälle von Windpocken aufgetreten wären, aber unsere Kinder hat es nicht erwischt. Bis eben vor zwei Jahren! Da brachte unsere Tochter die Windpocken schließlich aus dem Kindergarten mit heim. Ziemlich genau zwei Wochen später bekam ihr Bruder sie dann ebenfalls.

Obwohl wir unsere Entscheidung bewusst getroffen haben, war das damals ein durchaus bescheidenes Gefühl. Unsere Kinder sind davor noch nie richtig schlimm krank gewesen, außer vielleicht mal Fieber oder ähnliches. Natürlich gingen mir auch all die Horrormeldungen über Komplikationen durch den Kopf, von der Narbenbildung bis hin zum Schlaganfall.

In den Wochen, in denen die Kinder die Windpocken durchmachten, waren unsere Nerven zum Zerreißen gespannt. Wir ließen sie kaum aus den Augen und überwachten ihren Gesundheitszustand pausenlos. Dabei gingen wir ihnen vermutlich ziemlich auf die Nerven, denn sie waren quietschfidel. Trotzdem: Das schlechte Gewissen ließ uns lange Zeit nicht los. Immerhin hätten wir es ja verhindern können! Hatten wir aber nicht…

Alles ging glimpflich aus – zum Glück!

Die Wochen zogen ins Land und die Windpocken vorüber. Bald waren alle Verkrustungen abgefallen und der Alltag kehrte wieder ein. Heute ist die Sache nur noch eine blasse Erinnerung. Die Windpocken sind ausgestanden, unsere Kinder sollten nun also ihr Leben lang dagegen immun sein. Zum Glück ging alles glimpflich aus! Allerdings ist mir sehr wohl bewusst, dass es auch Fälle gibt, wo das anders aussieht. Müsste ich die Entscheidung heute nochmal treffen, ganz ehrlich: Ich glaube, sie fiele mir nicht mehr ganz so leicht!