Ich kann nicht mehr – wenn Mama alles zu viel wird

Ich kann nicht mehr – wenn Mama alles zu viel wird

Eigentlich ist unsere Autorin Marie Binder ein ziemlich fröhlicher, gelassener und positiver Mensch. Doch manchmal wird auch ihr alles zu viel und sie explodiert.

Frau steht im Sonnenuntergang
Wenn Mama einfach alles zu viel wird, kann auch sie mal überreagieren. © Unsplash / Timothy Paul Smith

Meine Kinder sind unglaublich süße Kinder, ich liebe sie, ihre freche Art, ihre unterschiedlichen Charaktere. Ich kann über vieles was sie machen hinwegsehen, denn es gibt wirklich wichtigeres als einen Puddingfleck auf dem Tisch oder ein umgekipptes Glas. Ich bin nicht die Mama, die dann sofort schimpft, sondern die, die sagt: „Na ja, das kann passieren. Komm, wir wischen das schnell weg.“ Doch auch ich habe Tage, an denen sammelt sich einfach negative Energie in meinem Körper.

Schlafmangel, Hunger, Stress

Schlafmangel, Hunger, Stress in der Arbeit oder Streit mit dem Partner – Gründe für miese Laune gibt es viele. Natürlich darf man diese nicht an den Kindern auslassen. Doch ich glaube ich spreche für jede noch so tolle Mama: Manchmal, ja, da vergreifen auch wir uns im Ton. Flippen auch wir aus. Und danach tut es einem unglaublich leid. Umgekippte Gläser sind für mich wie oben erwähnt wirklich keine große Sache.

Ich kann nicht mehr!!

Wenn mein Großer sein Glas aber zum vierten Mal vor lauter Schluderei über meine Zeitschrift kippt, dann explodiere auch ich manchmal: „Meine Güte, kannst du nicht richtig aufpassen? Das gibt es doch nicht!“ brülle ich dann wütend und würde ihn am liebsten aus dem Zimmer schicken. Er sieht mich beschämt an, aber wenn ich wütend bin, bin ich wütend. Dann kann ich an manchen Tagen nicht aus meiner Haut. „Bitte, geh jetzt einfach raus, ich kann gerade nicht mehr!“ Wenn ich das sage, dann ist es höchste Eisenbahn. Dann sollte jeder schnellst möglich flüchten.

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Auch Mamas reagieren mal über

Warum ich ihn raus schicke? Weil ich merke, dass ich wütend bin. Gar nicht wirklich auf ihn, sondern auf mich. Weil ich meine Gefühle nicht kontrollieren konnte, weil ich laut geworden bin. Weil ich überreagiert habe. Mir tut es dann ganz schnell ziemlich leid, dass ich ihn so angefahren habe. Eine gute Mutter gibt in meinen Augen auch vor ihren Kindern Fehler zu. Es zeigt, dass auch Mama nicht perfekt ist und mal einen schlechten Tag hat. Wenn ich wieder ruhig atmen kann, gehe ich nach solch einer Aktion auf meine Kinder zu und entschuldige mich. „Ich hätte dich nicht anschreien dürfen, es tut mir leid!“ Meistens explodiere ich, wenn mir gefühlt gerade alles einfach viel zu viel ist.

Mama muss manchmal neue Kraft tanken

Die Kinder zu laut, das Haus zu unaufgeräumt, der Berg Dreckwäsche zu hoch und die „To do“ Liste zu lang: Dann ist es gut, wenn man Hilfe bekommt und einfach eine kurze Auszeit nimmt, um neue Kräfte zu tanken. Eine Runde spazieren gehen, Sport machen, in der Badewanne liegen und Musik machen – einfach etwas für die Seele und die eigene Ruhe tun. Und wenn das nächste Mal ein Glas umkippt, reagiert man wieder richtig cool: „Der Tisch hat keinen Durst mehr, der hatte vorhin schon Cola!“