Juhu, ein ganzer Tag kinderfrei!

Frau springt glücklich
Die Vorstellung vs. die Realität
© Unsplash/ Konstantin Planinski

Im mütterlichen Alltag mit zwei kleinen Kindern gleicht ein kinderfreier Tag dem Gefühl, das sich wohl breitmacht, wenn Weihnachten, Ostern und Geburtstag tatsächlich auf einen Tag fallen. Jemand anderes (Papa, Oma, Oma, Tante, Onkel, Freundin, Freund – egal) übernimmt für volle 24 Stunden? Klar, es dauert ein wenig, bis es sackt, was das wirklich bedeutet. Haben unsere hundemüden Gehirnzellen aber endlich begriffen, was ihnen Schönes blüht, sammelt sie ihre letzten Energiereserven, um aufgeregt Pläne zu schmieden. 24 Stunden ohne Kinder! Was man da alles machen kann! Lasst uns gemeinsam überlegen…

Ein ganzer Tag kinderfrei – die Vorstellung

Ein Tag ohne Kinder beginnt womit? Ja? Genau… Wir wagen es kaum auszusprechen, weil es fast unanständig anmutet: A-U-S-S-C-H-L-A-F-E-N! Unser Mini-Wecker ist schließlich außer Betrieb … ähm … außer Haus. Also startet der Tag völlig im eigenen Biorhythmus. Nachdem wir uns also AUSGESCHLAFEN (Tschüss, Augenringe!) aus dem Bett geschält haben, beginnt das Verwöhnprogramm für uns SELBST. Für wen auch sonst? Außer uns ist ja niemand da – herrlich!

Ein Morgen ohne Kinder… Was macht man da noch einmal so? Ist schon etwas her, aber das Langzeitgedächtnis hilft uns gerne ein wenig auf die Sprünge: in Ruhe (!) duschen, in Ruhe (!) Zähneputzen und in Ruhe (!) frühstücken. Es sind ja schließlich die kleinen Dinge im Leben, auf die es ankommt. Die ganz Wagemutigen schieben an dieser Stelle übrigens eine Runde Sport oder eine kleine Meditation ein…

: und wenn die Kleinen doch da sind?

Voller Elan geht es dann weiter. All die Dinge in Haus und Garten, die sonst liegenbleiben, erledigen wir ohne Kinder am Rockzipfel in Windeseile. Nachdem die heimischen Gefilde bald dem Cover von Schöner Wohnen gleichen, haben wir uns das Mittagessen mit der besten Freundin im schicken Restaurant redlich verdient.

Der Nachmittag steht dann ganz im Zeichen von Selbstfürsorge. Friseur, Kosmetikerin, in Ruhe shoppen – kinderlos kosten wir das alles aus, bevor es abends endlich einmal wieder hemmungslos auf die Piste geht. Auf die weniger Hemmungslosen warten Kino, ein Glas Wein oder ein Theaterbesuch. Wie auch immer, wir machen die Nacht zum Tag! Uhrzeit interessiert uns heute nicht, schließlich ist kein Babysitter abzulösen. Irgendwann in der Morgendämmerung fallen wir dann gemeinsam mit dem Gefühl, unsere 24-Stunden-Kinderfrei von vorne bis hinten ausgekostet zu haben, selig ins Bett…

Ein ganzer Tag kinderfrei – die Realität

Obwohl wir eigentlich gemütlich A-U-S-S-C-H-L-A-F-E-N könnten, meldet sich Punkt 5:30 Uhr unser verdammter Biorhythmus, den uns der Nachwuchs verlässlich für die nächsten Jahre ruiniert hat. Schlaftrunken tapsen wir ins Bad und bringen uns mühselig in einen halbwegs vorzeigbaren Zustand. Sprich: Augenringe wegschminken – the same procedure as every day!

Danach ist es Zeit für das erste Highlight des Tages: Kaffeetrinken OHNE UNTERBRECHUNG – welch Wohltat. Das weckt Lebensgeister und schenkt uns die Kraft, den Weg von der Küche ins Wohnzimmer anzutreten. Gymnastik? Meditation? Ja, das wäre schön, doch inmitten von Spielzeug, Klamotten und – ja, sorry – Dreck finden wir leider kein freies Fleckchen für die Yogamatte.

Was folgt ist Plan B: Mit einer schwungvollen Armbewegung schmeißen wir allerhand Zeug von der Couch auf den Boden, werfen uns auf selbige und schalten den Fernseher ein. Binge Watching ist ja immerhin auch angesagt! Irgendwann fallen uns – Schlafmangel sei Dank – blöderweise die Augen zu…

In der Abenddämmerung wachen wir auf, immer noch hundemüde. Jetzt ausgehfertig machen? Nein, keine Chance! Der innere Schweinehund bellt nämlich und fletscht die Zähne. Resigniert schnappen wir uns das Handy und bestellen Pizza…

Aber was soll‘s, der nächste kinderfreie Tag kommt bestimmt – und den werden wir dann nach allen Regeln der Kunst nutzen!