Geburtstagsparty-Overkill: Warum weniger manchmal mehr ist

Geburtstagsparty-Overkill: Warum weniger manchmal mehr ist

Der Nachwuchs hat Geburtstag! So weit, so normal – stünde da nicht die Planung der Geburtstagsparty an. Manchmal gleicht ein solches Fest nämlich fast schon einem Staatsevent. Weshalb das unserer Autorin Daniela Kirschbaum Stresssymptome bescherte und sie der Meinung ist, dass Geburtstagspartys nach dem Motto „Weniger ist mehr“ wieder in den Fokus rücken sollten, erzählt sie uns hier.

Kind sitzt vor einem Muffin mit einer Kerze
"Alles Gute zum Geburtstag, hier ist Ihre Rechnung!" Unsere Autorin hat keine Lust mehr auf teure, steife Kindergeburtstagspartys. © Unsplash / Chris Benson

Kindergeburtstag? Ein Megaevent!

Gemietete Riesenluftburgen, fürstlich entlohnte Clowns, Magier oder Jongleure, eine festliche Tafel, die Torte vom Konditor kreiert und Give-Away-Säckchen mit Inhalt im zweistelligen Eurobereich. Darf ich vorstellen: Was vielleicht wie eine Kindergeburtstagsparty der Schönen und Reichen klingt, ist in Wirklichkeit längst gängige Praxis. Gestresste Eltern und garantiertes Chaos inklusive!

Selbst Party-Packages bringen Stress

Besonders gewiefte Mamas und Papas schonen die eigenen vier Wände vor Kinderlärm und Partydreck und lagern den Geburtstag des Sprösslings einfach aus. Möglichkeiten gibt es wie Sand am Meer. War noch vor einer Generation eine Party im Gasthaus mit goldenem M, schnellem Essen und hyperaktivem Clown das höchste der Kinderfest-Gefühle, gibt es mittlerweile kaum mehr ein Unternehmen, das aus dem älter werdenden Nachwuchs keinen Profit schlägt. Öhm, ich meinte natürlich: Kinderpartys in angenehmem Ambiente zu „passendem“ Preis-Leistungs-Verhältnis ausrichtet.

Ob das Geburtstagskind nun im Kino, Schwimmbad, Museum, Indoorspielplatz oder Zoo feiern möchte: der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Dem Budget ebenso wenig! Denn der Preis für solch eine ausgelagerte Kinderparty liegt oftmals gar im Rahmen eines Wochenend-Trips. Na dann: Happy Birthday! Das wollte ich nicht mehr mitmachen!

Geburtstagsstimmung kommt so keine auf

Recht bald wurde mir das für unsere eigenen Kinder zu blöd. Und zu teuer! Nicht nur ist die Organisation wirklich mühsam (man glaubt gar nicht, wie oft da geschlampt wird), so manches Fest steht eigentlich ausschließlich im Zeichen von Stress.

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Die Partys sind streng getaktet. Innerhalb von ein bis drei Stunden muss alles untergebracht werden, denn dann wartet auch schon das nächste Geburtstagskind samt Anhang. Außerdem: So mancher als pädagogisch geschult angepriesene Kinderanimateur hat den Charme von einer fiesen Erzieherin aus grauer Vorzeit! Nein, Geburtstagsstimmung kommt auf diese Weise nicht auf. Und dafür greift man auch noch ziemlich tief in die Tasche!

Warum uns Low-Budget überzeugt

Ihr könnt euch also bestimmt den Stoßseufzer vorstellen, den ich innerlich gemacht habe, als vor etwa zwei Jahren unser Geburtstagskind in spe meinte: „Mama, eigentlich will ich nur am Spielplatz bei den Fußballtoren feiern. Dafür mit allen meinen Freunden!“ (Gebuchte Feiern sind ja häufig streng limitiert, was die Gästeanzahl angeht.)

Gesagt, getan! Zum Glück hat unser Sohn im Sommer Geburtstag! Und ganz ehrlich: Es war die gelungenste Party  überhaupt! Entspannte Eltern und noch entspanntere Kinder inklusive. Alles, was es dazu gebraucht hat: Spielplatz (inklusive Fußballtoren), Fußball, ein kleiner Buffettisch samt Chips, Popcorn, Süßem, Torte und Getränken, Picknickdecken und am Abend den Pizzadienst. Die Kinder waren glücklich und seither ziehen sie solche „Low-Budget-Partys“ jedem Staatsevent vor. Manchmal ist halt doch das Einfache der Hit! Mir soll’s recht sein…

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