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Als mein Kind in die Notaufnahme musste

Krankenhaus-Zimmer mit leerem bett
"Ich ging zu ihr, sie lag in ihrem Bett, hat am ganzen Körper gezittert und war blau angelaufen."
© Unsplash / Martha Dominguez de Gouveia

Mama Nadja über Fehldiagnosen und absolute Hilflosigkeit: „Das mit anzusehen und nichts tun zu können, als sie zu halten, waren die schlimmsten Minuten meines bisherigen Lebens.“

Mein Kind ist ständig krank

Kinder haben ständig Infekte oder verletzen sich beim Toben und Spielen oder sie fangen sich einen schlimmen Infekt ein. Bei uns ging es kurz nach dem 1. Geburtstag unserer Tochter los, dass sie ständig krank war.

Zuerst hat sie die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln nicht gut vertragen. Bei ihr sind daraufhin die Masern ausgebrochen und sie hatte tagelang 40 °C Fieber und war sehr schlapp. Kaum waren die Impfnebenwirkungen vorbei, hatte sie plötzlich eine ganz schlimme Erkältung. Auch hier tagelang wieder nur sehr hohes Fieber und ein quengeliges Kind.

Eine Fehldiagnose nach der anderen

Laut Kinderärztin ein harmloser Infekt. Doch die Erkältung ging, das Fieber blieb und mir fiel auf, dass ihr Urin sehr streng roch. Also ging ich am nächsten Morgen erneut zur Kinderärztin und schilderte ihr alles.

Sofort wurde meiner Tochter ein Urinbeutel in die Windel geklebt und wir warteten in der Praxis ab, bis sie endlich Pipi machte. Dazu muss man sagen, dass das Kleben des Urinbeutels schon kein Spaß war, da dieser an den äußeren Schamlippen aufgeklebt wird und mit Sicherheit sehr unangenehm zwickt.

: Anzeichen und Behandlung

Meiner armen Maus machte das jedenfalls alles keinen Spaß. Am Ende stellte sich heraus, dass sie eine Blasenentzündung hatte. Wir bekamen Antibiotika verschrieben. Doch ihr Zustand verschlechterte sich im Laufe des Tages rapide.

Die Medizin spuckte sie sofort wieder aus und trinken wollte sie auch nichts. Am Abend ging sie dann mit einem Fieberzäpfchen und einer großen Flasche Milch ins Bett. Das beruhigte mich etwas, das sie doch endlich etwas getrunken hatte.

Ab in die Notaufnahme

Die Ruhe währte nicht lange. Gegen 22 Uhr wachte sie auf und schrie. So wie sie noch nie geschrien hat. Wir waren sofort in Alarmbereitschaft. Ich ging zu ihr, sie lag in ihrem Bett, hat am ganzen Körper gezittert und war blau angelaufen. Mein Mann und ich fackelten nicht lange, wir packten sie ein und fuhren in die Notaufnahme mit ihr.

Dort wurde sie erst einmal gründlich untersucht. Es wurde festgestellt, dass sie fast 41 °C Fieber hat, obwohl ich ihr wenige Stunden zuvor ein fiebersenkendes Mittel gegeben hatte. Weitere Maßnahmen wurden ergriffen, da diese Temperatur für so einen kleinen Wurm äußerst gefährlich werden kann. Wir sagten der Ärztin, dass sie unter einer Blasenentzündung litt. Das wollten sie im Krankenhaus noch einmal überprüfen.

Doch wie bringt man eine Einjährige dazu, auf Kommando Pipi zu machen, wo diese doch 41 Fieber hat und in den letzten Stunden kaum Flüssigkeit zu sich genommen hat? Ein Ding der Unmöglichkeit. Ärzte und Schwestern in der Notaufnahme brachten wirklich wahnsinnig viel Geduld auf. Gaben uns Zeit, sie zum Trinken zu animieren und klebten ihr einen Urinbeutel in die Windel, damit das Pipi aufgefangen werden kann.

Doch nichts passierte. Offenbar verbrannte sie alles aufgrund des hohen Fiebers. Das Ende vom Lied war, das sie einen Blasenkatheter bekommen musste, um ein paar Tropfen Urin zu gewinnen.

Ich möchte hier nicht näher darauf eingehen, aber das mit anzusehen und nichts für meine Tochter tun zu können, als sie zu streicheln und zu halten, waren die schlimmsten Minuten meines bisherigen Lebens.

Als die Blasenentzündung bestätigt war, mussten wir noch einen Nieren-Ultraschall machen. Was sie ebenfalls nicht lustig fand. Aber die Laune war nun mal im Keller. Verständlich.

Fazit

Die Blasenentzündung hatte sich zur Nierenbeckenentzündung entwickelt, da wir es wegen der Erkältung viel zu spät gemerkt hatten. Sowohl wir als auch die Kinderärztin dachten, dass das Fieber von der Erkältung kam, doch die Blasenentzündung war die eigentliche Ursache.

Frühs um 2:30 Uhr wurden wir dann auf ein Zimmer gebracht. Meine Tochter war fix und fertig, komplett nass vom vielen Weinen und Schwitzen. Die nächsten Tage verbrachten wir also im Krankenhaus, meine Tochter hing am Tropf, die Infusionsnadel hatten sie ihr in den Fuß gelegt, weil sie dort die einzige brauchbare Ader gefunden hatten.

Suboptimal für ein Kind, das gerade anfing zu laufen. Es war einfach alles schrecklich. Doch mit der richtigen Medikation, die sie über die Venen bekam und nicht ausspucken konnte, stellte sich schnell Besserung ein und sie durfte nach fünf Tagen das Krankenhaus voll genesen wieder verlassen.

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