Bookmark

„Wir sollten alle unsere Kinder gegenseitig stillen“

Das eigene Kind von einer anderen Frau stillen lassen? Für viele Mütter unvorstellbar. Für Greta Gerwig allerdings ganz normal. Mit ihren ehrlichen Mama-Interview startet die „Little Women“-Regisseurin eine Diskussion zum Thema „Fremdstillen“. Wie stehst du dazu, dass Mütter auch mal ein fremdes Kind stillen? Am Ende des Artikels kannst du abstimmen.

Würdest du dein Kind von jemand anderen stillen lassen?
Würdest du dein Kind von jemand anderen stillen lassen?
©Bigstock/Natalia Deriabina

Greta Gerwig: Job und Mama-Sein nur mit Hilfe zu bewältigen

Mama-Sein ist kein leichter Job – da sind wir uns wahrscheinlich alle einig. Auch Erfolgsregisseurin und Neu-Mama Greta Gerwig musste das feststellen. Im Interview mit der britischen „Elle“ erzählt sie:

„Was immer man auch erwartet, nichts ist so, wie man es sich vorgestellt hat.“

 

Außerdem erklärt sie, dass sie ohne eine Nanny und die Hilfe ihrer Mutter und Freunde nicht zurechtkommen würde. Ihr Sohn wird nämlich regelmäßig mit der Muttermilch einer Freundin gefüttert. „Wir sollten alle unsere Kinder gegenseitig stillen“, so die Filmemacher im Interview. Das stärke nämlich das Immunsystem des Kindes.

Mit dieser letzten Aussage heizt sie die Diskussion rund um das Thema „Fremdstillen“ kräftig an. Was vielen im ersten Moment vielleicht etwas befremdlich erscheint, ist in anderen Ländern völlig normal oder in gewissen Situationen schlichtweg notwendig. Mütter von Frühchen zum Beispiel produzieren in den ersten Tagen oft noch nicht genügend Muttermilch. Doch gerade für Frühchen ist die Muttermilch besonders wichtig, da sie wertvolle Nährstoffe enthält, die das Immunsystem stärken. Frühchen sind also auf die Hilfe anderer Mütter angewiesen.

Video-Empfehlung

Medizinisch spricht (fast) nichts gegen Fremdstillen

Aus rein medizinischer Sicht spricht auch erstmal nichts gegen das Fremdstillen. Alle positiven Effekte des Stillens sind auch beim Fremdstillen gegeben. Allerdings ist das Ganze auch mit einem gewissen Risiko verbunden, immerhin werden Körperflüssigkeiten ausgetauscht.

Wird ein Kind fremdgestillt, sollte das also nur in ärztlicher Absprache passieren, auch bei Verwandten oder Freunden. Einige Erkrankungen, wie beispielsweise HIV oder Hepatitis, können nämlich durch das Stillen auf das Kind übertragen werden. Diese sollten also unbedingt vorher durch einen Arzt ausgeschlossen werden. Außerdem sind verschiedene Medikamente nicht stillkompatibel, dementsprechend sollte zusätzlich geklärt werden, ob und wenn ja, welche Medikamente die Spenderin einnimmt.

Gut zu wissen: Spendermilch aus Muttermilchbanken wird deswegen nach einer gesundheitlichen Untersuchung der Mutter in sterilen Einmalflaschen gesammelt und anschließend im Labor untersucht. In Ausnahmefälle wird die Muttermilch sogar pasteurisiert.

Stillen ist eine sehr intime Sache

Auch wenn medizinisch alles in Ordnung ist, darf man den psychologischen Aspekt nicht vergessen. Für viele Mütter ist es emotional schwer zu verkraften, wenn eine andere Frau ihrem Kind die Brust gibt. Schließlich nehmen viele gerade das Stillen als einen besonders intimen Moment zwischen Mutter und Kind wahr. Stichwort „Bonding“. Auch für das Baby kann es verwirrend und frustrierend sein, wenn es eine Bindung zur Mutter aufgebaut hat und dann plötzlich von einer anderen Frau gestillt wird. Je nach Alter und Persönlichkeit kann es sein, dass es sich schlicht weigert von einer anderen Frau gestillt zu werden.

Was ist deine Meinung? Jetzt abstimmen!

Wie stehst du dazu, dass Mütter auch mal ein fremdes Kind stillen? Würdest du dein Kind von jemand anderen stillen lassen? Hier kannst du abstimmen: Umfrage: Fremdstillen: Ja oder Nein?