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Kupferspirale: Sicher verhüten ohne Hormone

Verhütung mit Kupfer: Klingt komisch – funktioniert aber! Was du beachten solltest, ob dein Partner sie beim Sex spürt und andere häufig gestellte Fragen.

Wie funktioniert die Kupferspirale?
Wie funktioniert die Kupferspirale?
©Unsplash/NeONBRAND

In diesem Artikel:

Spirale: Verhütung mit Kupfer

Mit der Kupferspirale kannst du völlig hormonfrei verhüten – sie greift also nicht in deinen natürlichen Zyklus ein. Die in Deutschland verwendeten Kupferspiralen gibt es in vier verschiedenen Formen und mehreren Größen (2,5 bis 3,5 Zentimeter). Heutige Spiralen sehen aus wie ein T, ein Y, ein Oval mit Widerhaken oder ein kleiner Anker und bestehen aus Kunststoff.

Die mit Kupferdraht umwickelte Spirale gibt Kupfer-Ionen ab. Diese schädigen die Spermien und werden so in ihrer Beweglichkeit und Befruchtungsfähigkeit eingeschränkt. Zusätzlich verändert die Spirale die Gebärmutterschleimhaut. Sollte dennoch eine Eizelle befruchtet werden, kann sie sich so nicht

Spirale Verhütung: Wie wird sie eingesetzt?

Vor dem Einsetzen der Kupferspirale untersucht dich dein Frauenarzt gründlich. Durch Abtasten und Ultraschall wird die Größe, Lage und Form deiner Gebärmutter festgestellt. Außerdem werden Abstriche entnommen. Ist alles in Ordnung, wird die Kupferspirale am besten während der Periode eingesetzt, da dann am sichersten keine Schwangerschaft besteht und der Muttermund etwas geöffnet ist. Außerhalb deiner Periode muss eine Schwangerschaft erst ausgeschlossen werden.

Mithilfe eines dünnen Röhrchens wird die Spirale in die Gebärmutter eingeführt. Sobald das Röhrchen herausgezogen wird, entfaltet sich die Spirale. Die Fäden am Muttermund werden gekürzt und es wird gleich kontrolliert, ob die Kupferspirale richtig sitzt.

Je nach Modell etwa drei oder fünf Jahre lang wirksam. Die Kupferspirale ist also zur langfristigen Verhütung gedacht.

Wann muss ich zur Kontrolluntersuchung?

Die erste Kontrolle der Kupferspirale ist nach der ersten Periode – also nach circa einem Monat – sinnvoll. Danach empfiehlt die Pro familia in der Informationsbroschüre: „Spirale – Verhütungsmethoden“ alle sechs bis zwölf Monate eine Kontrolluntersuchung.

Du kannst den richtigen Sitz der Kupferspirale aber auch selbst kontrollieren: Wenn sich der Rückholfaden, der etwa zwei Zentimeter aus dem Muttermund in die Scheide hineinreicht, noch ertasten lässt, ist alles in Ordnung. Sind die Fäden plötzlich deutlich länger geworden, ist die Kupferspirale wahrscheinlich tiefer gerutscht. Sind sie aber gar nicht mehr zu ertasten, hat sie sich wahrscheinlich in den Gebärmutterhals zurückgezogen.

Wichtig: Das nicht zu oft machen – Infektionen können durch den Faden in die Gebärmutter aufsteigen.

Spirale Verhütung: Sicherheit

Die Kupferspirale gilt als sehr sicher. Ihr Pearl-Index liegt zwischen 0,3 und 0,8. Dieser Index steht für die Sicherheit und Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethoden. Er gibt an, wie viele Frauen innerhalb eines Jahres trotz Anwendung eines bestimmten Verhütungsmittels schwanger werden. Je niedriger der Wert, desto sicherer also das jeweilige Verhütungsmittel. Ein Pearl-Index zwischen 0,3 und 0,8 bedeutet, dass von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit der Kupferspirale verhütet haben, weniger als eine Frau ungewollt schwanger wird.

Zum Vergleich: Das Kondom hat einen Pearl-Index von 2 – 12, die Pille liegt bei 0,1 – 0,9.

Die „Spirale danach“

Um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern, kann die Kupferspirale auch als Alternative zur „Pille danach“ eingesetzt werden. „Dafür muss sie innerhalb von 5 Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingesetzt werden, um eine Einnistung des Eis in die Gebärmutter zu verhindern“, so der Berufsverband der Frauenärzte. „Danach kann sie auch für weitere Empfängnisverhütung in der Gebärmutter verbleiben oder bei der nächsten Periode entfernt werden.“

Achtung: Das gilt nicht für die Hormonspirale!

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Schwanger trotz Spirale? Das sind deine Optionen

Deine Periode bleibt aus – trotz Kupferspirale? Dann solltest du möglichst schnell deinen Frauenarzt aufsuchen. Dort wird dann geklärt, was die Ursache dafür ist.

Handelt es sich um eine Eileiterschwangerschaft, muss sie durch eine Operation entfernt werden. Da deine Eileiter sind nur wenig dehnbar sind, können sie nach wenigen Wochen reißen, wenn darin ein Ei heranwächst. Die Folge wären starke innere Blutungen.

Handelt es sich um eine „normale“ Schwangerschaft und du das Kind austragen möchtest, wird der Arzt die Kupferspirale entfernen. Das ist allerdings nicht ganz risikofrei, denn es kann so zu einer Fehlgeburt kommen. Das Risiko für eine Fehl- oder Frühgeburt ist aber nochmal höher, wenn die Spirale in der Gebärmutter bleibt.

Entscheidest du dich für einen Schwangerschaftsabbruch gibt es zwei Optionen: Bei der Absaugmethode wird die Spirale während des Eingriffs entfernt. Wird die Schwangerschaft mit Medikamenten beendet, wird die Kupferspirale vorher entfernt.

Spirale Verhütung: Nebenwirkungen

In den ersten Wochen nach dem Einsetzen der Kupferspirale kann es zu Unterleibsentzündungen kommen – danach sinkt das Risiko wieder. Eine Entzündung sollte sofort mit Medikamenten behandelt werden. Wird sie nämlich zu spät oder gar nicht behandelt, erhöht sich das Risiko der Unfruchtbarkeit oder einer späteren Eileiterschwangerschaft.

Die typischen Symptome einer Unterleibsentzündung sind:

  • Schmerzen im Unterleib
  • vermehrte oder zusätzliche Blutungen
  • ungewöhnlichen Ausfluss
  • eventuell auch Schüttelfrost und Fieber
  • Schmerzen beim Sex
  • Brennen beim Wasserlassen

Wenn du dich für die Kupferspirale entscheidest, kann es außerdem sein, dass sich deine Periode verstärkt und auch deine Regelschmerzen können zunehmen. In den ersten Monaten nach dem Einlegen sind Zwischenblutungen häufig. Die sind aber völlig normal und verschwinden wieder.

Spirale Verhütung: Das solltest du beachten

Die Kupferspirale ist nicht für jede Frau die richtige Verhütungsmethode. Dein Frauenarzt ist deshalb verpflichtet, dich vor dem Einsetzen ausführlich über mögliche Risiken dieses Verhütungsmittels aufzuklären und dir die Gebrauchsinformation auszuhändigen.

Auf ihrer Homepage informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: 

„Vor dem Einsetzen muss die Frau schriftlich bestätigen, dass sie über die Risiken aufgeklärt wurde und mit dem Einsetzen der Spirale einverstanden ist.“

Die Kupferspirale ist nicht für jede Frau geeignet

Die Kupferspirale kann, wie schon erwähnt, deine Periode verstärken. Hast du ohnehin schon eine starke Blutung, ist diese Verhütungsmethode für dich nicht geeignet. Während der Stillzeit ist die Kupferspirale eine geeignete Methode zur Verhütung.

Hast du gerade ein Kind bekommen, muss sechs bis acht Wochen gewartet werden, bis die Kupferspirale eingesetzt werden kann – nach einem Kaiserschnitt solltest du zwölf Wochen warten. Die Gebärmutter muss sich nämlich erst wieder vollständig zurückbilden. Nach einem Schwangerschaftsabbruch oder einer Fehlgeburt in den ersten drei Monaten kann sofort im Anschluss eine Spirale eingesetzt werden.

Du hast Interesse an einer Kupferspirale? Verhütung ist eine sehr individuelle Sache – das gilt auch hier. Ob und welche Spirale für welche Frau geeignet ist, hängt von der Größe und Form ihrer Gebärmutter, dem gewünschten Verhütungszeitraum und anderen individuellen Faktoren ab. Lass dich hier am besten von deinem Frauenarzt beraten.

FAQ Kupferspirale: Die 10 häufig gestellten Fragen

#1 Tut das Einlegen weh?

#2 Durch Sport verrutschen?

#3 Ab wann wirkt die Spirale?

#4 Was kostet die Spirale?

#5 Kupferspirale UND Tampons

bzw. Menstruationstassen: Geht das?

#6 Spirale beim Sex?

Spürt mein Partner die Kupferspirale?

#7 Spüre ich den Faden?

#8 Spirale entfernen:

Wann und wie wird sie entfernt?

#9 Was zahlt die Krankenkasse:

Werden Kosten für die Verhütung übernommen?

#10 Hormonspirale:

Das sind die Unterschiede

Quellen