Ich finde: Fürs Kuscheln ist man nie zu groß!

Mutter und ihr großes Kind kuscheln
Manche Kinder sind fürs Kuscheln nie zu alt, andere wollen davon nichts wissen.
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Es gibt nichts Schöneres als mit kleinen Kindern zu kuscheln. Was aber, wenn der Nachwuchs größer wird? Werden Streicheleinheiten dann zwingend weniger? Nicht unbedingt, meint unsere Autorin und Mama Daniela Kirschbaum.

Kinder brauchen Streicheleinheiten

Kleine Kinder kuschelt man gefühlt ständig. Dafür sorgt schon alleine das Kindchenschema. Tragetuch, Familienbett, gemeinsames Baden, Babymassage – die körpernahe Komponente ist nicht wegzudenken und macht zweifellos Sinn.

Geborgenheit, Wohlfühlfaktor und Kuschelhormone! Streicheleinheiten entspannen den Nachwuchs und machen ihn stark für den Alltag. Dass kleine Kinder gar nicht genug gekuschelt werden können, versteht sich also von selbst. Was aber, wenn der Nachwuchs größer wird und die Pubertät anklopft? Bedeutet das das Aus für körperliche Nähe?

Kuscheln? Echt uncool!

Es gibt da diese Kinder, denen ist es spätestens ab der Grundschule höchst peinlich, wenn Mama und Papa sie in der Öffentlichkeit auch nur eine Sekunde zu lange anschauen. Kuscheln geht da sowas von gar nicht. Absolut uncool! Am besten lässt nichts darauf schließen, dass man mit diesen beiden Gruftis überhaupt irgendwie blutsverwandt sein könnte.

Töchterchen ist übrigens so ein Kind… Wagen wir es auch nur ihren werten NAMEN in der Öffentlichkeit zu erwähnen, ernten wir strafende Blicke. Streicheleinheiten und Zärtlichkeiten kämen demnach der achten Todsünde gleich.

Zuhause hinter verschlossenen Türen? Gar kein Thema, da ist das Kind sogar richtig kuschelig. In der Öffentlichkeit? NIEMALS! Nicht einmal bei schwerem Siechtum und hohem Fieber. Da ist Töchterchen wirklich konsequent!

: Gelassen bleiben? Unmöglich!

Der Zwölfjährige? Ein echter Öffentlichkeits-Kuschler!

Ganz anders hält es ihr großer Bruder. Der ist jetzt zwölf und macht in puncto Kuschelbedürftigkeit keinen Unterschied zwischen trautem Heim und öffentlichen Gefilden. Für ihn ist das überhaupt kein Thema.

Mag sein, dass es mancher Mitbürger befremdlich findet, wenn der – nur mehr einen Kopf kleinere – Halbwüchsige händchenhaltend mit der Mama durch die Stadt schlendert, aber was soll‘s?

Ich könnte auch gar nichts dagegen tun, Söhnchen fordert das vehement ein. Und es ihm verwehren, nur weil er an der Schwelle zur Pubertät steht und die Leute komisch schauen könnten? Wäre irgendwie auch nicht mein Stil…

Außerdem kann es einem ja auch egal sein, was die breite Masse denkt, solange es für einen selbst passt, oder?

Langer Rede, kurzer Sinn: Manche Kinder sind fürs Kuscheln eben nie zu alt und möchten auch in der Öffentlichkeit nicht darauf verzichten. So ist eben jeder anders!