Leere Drohungen, die mir doch immer wieder herausrutschen

Eltern und Kind sitzen sauer auf dem Sofa
Mama Danielas Top 4 der haltlosen Drohungen aus den letzten Jahren.
© Pexels / Tima Miroshnichenko

Leere Drohungen, ausgestoßen von Mamas und Papas, kennen wir alle zumindest aus unserer eigenen Kindheit. Auch wenn sich so manch einer fest vorgenommen hat, auf diesen Zug später GARANTIERT nicht aufzuspringen – vor Nachahmung ist niemand gefeit. Unsere Autorin und Mama Daniela auch nicht. Dass ihr so manche leere Drohung heute selbst über die Lippen kommt, gibt sie aber gerne zu.

Leere Drohungen? Klingen einfach lächerlich!

Leere Drohungen sind leicht zu identifizieren. Schon Kleinkinder kriegen das problemlos hin. Immerhin klingen diese „Wenn-Dann-Sätze“ ziemlich lächerlich. Wer eins und eins zusammenzählen kann, hat Mama und Papa also im Handumdrehen durchschaut.

Weshalb mir solche leeren Drohungen selbst herausrutschen? Keine Ahnung! Vielleicht muss das so sein, damit Kinder eine Idee davon bekommen, dass eben auch Eltern nicht alles im Griff haben und manchmal anstehen. Eigentlich ist das ja fast schon eine schöne Vorstellung…

Um das Ganze etwas plastischer zu gestalten, folgend die Top 4 der haltlosen Drohungen aus den letzten Jahren:

# 1: „Iss dein Gemüse, sonst gibt es kein Eis!“

Diese Drohung mag funktionieren, wenn man das mit dem Eis dann auch tatsächlich durchzieht. Diese Drohung funktioniert aber ganz sicher nicht, wenn man mich kennt – und meine Kinder kennen mich ziemlich gut. Bei mir muss man sich ein „ungesundes Lebensmittel“ nicht durch den Genuss eines „gesunden Lebensmittels“ verdienen. Das käme mir fast absurder vor als das so verhasste „Wenn du nicht aufisst, regnet es morgen!“ meiner Oma.

Weshalb mir der Satz trotzdem manchmal herausrutscht? Ich habe keinen Schimmer! Vielleicht, weil man als Mama ein latent schlechtes Gewissen hat, wenn die Paprikas verschmäht werden und Süßes trotzdem immer geht? Wir werden die Frage wohl beim nächsten Eisbecher gemeinsam erörtern…

# 2: „Also ich fahre SICHER NICHT mit dir in die Notaufnahme!“

Diese absolut haltlose Drohung hat sich bei uns mittlerweile als Running Gag etabliert. Ich weiß gar nicht mehr, ob damit meine bessere Hälfte oder ich begonnen hat, wir sitzen beide nämlich relativ häufig in Notaufnahmen herum. Weil unser Sohn ein furchtloser Adrenalinjunkie ist nämlich.

Irgendwann hat also einer von uns im Spaß diese Drohung ausgestoßen – und natürlich fahren wir trotzdem IMMER ins Krankenhaus, wenn Bedarf besteht. Mittlerweile ergeben sich schon lustige Dialoge im Familienalltag, wenn Söhnchen mal wieder irgendwo in luftigen Höhen herumklettert, herumspringt oder herumhängt:

Elternteil (streng): „Komm da runter! Wenn du fällst, fahre ich SICHER NICHT mit dir in die Notaufnahme!“
Kind (belustigt): „Das wird das Jugendamt SICHER sehr interessieren!“

Tja, ich würde sagen, er hat uns durchschaut!

# 3: „Du kriegst noch schlechte Augen!“

Der Klassiker unter den haltlosen Drohungen! Wenn der Nachwuchs bei schlechtem Licht liest, zu nahe am Fernseher sitzt oder für mein Gefühl zu eng mit dem Handy verwoben ist, entfährt mir häufig ganz von selbst ein: „Mach das nicht! Du wirst noch schlechte Augen kriegen!“

Ganz unter uns: Wann hat es jemals ein Kind interessiert, wie seine Augen irgendwann in ferner Zukunft beieinander sein werden, wo sie jetzt doch augenscheinlich (haha…) ganz gut funktionieren? Eben – meine interessiert das auch nicht!

# 4: „Wenn du nicht aufhörst, fahren wir SOFORT heim!“

Das ist ja eigentlich eine ganz passable Drohung mit Hand und Fuß, gar nicht wirklich leer… Es sei denn, sie findet in Situationen statt, in denen der Nachwuchs GANZ GENAU weiß, dass Mama und Papa jetzt KEINESFALLS einfach heimfahren können. Im Urlaub zum Beispiel. Oder auf der Hochzeit der Lieblingstante. Oder am ersten Schultag. Oder…

Tja, blöd gelaufen! Wieder so eine leere Drohung, die substanzlos in Schall und Rauch aufgeht. Die Kinder freut‘s – und ich kann eigentlich auch ganz gut damit leben…

Übrigens waren unsere Eltern ja auch nicht besser. Die absurdesten Dinge, die wir als Kinder tatsächlich geglaubt haben, haben wir hier für dich gesammelt.