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Ich baue gerne Lego – aber mein Kind darf damit nicht spielen

vonNadja Brand

Unsere Mama und Autorin Nadja hegt schon lange eine innige Leidenschaft zu Lego. Das ihre Tochter diese nun wohl „geerbt“ hat, freut sie besonders – aber mit Mamas Lego soll sie trotzdem nicht spielen.

vonNadja Brand
© Unsplash/Dan Burton

Als Kind liebte ich es mit Lego zu bauen, hatte aber selbst nur eine Handvoll Lego-Steine. Ich war zwar ein verwöhntes Einzelkind, dem es an nichts fehlte, aber Lego bekam ich irgendwie trotzdem nie. Woran das lag, kann ich jetzt nicht mehr nachvollziehen.

Irgendwann als ich noch kein Kind hatte, sah ich zufällig einen Prospekt mit Lego Bausets. Es gab ja tatsächlich auch Lego für Erwachsene! Mit richtig anspruchsvollen Gebäuden und Bauwerken. Ich war total fasziniert und es dauerte nicht lange, bis ich mir tatsächlich ein solches Set kaufte.

Schnell verwandelte sich unser Esstisch in ein Lego-Paradies

Ein kleines Haus sollte es werden, ein „Pariser Restaurant“. Von diesen Häuser-Sets gab es einige und man konnte sie sogar miteinander verbinden, um ganze Straßenzüge zu erschaffen. Ich war begeistert und schnell verwandelte sich unser heimischer Esstisch in ein Lego-Paradies.

 

: Wenn aufräumen angesagt ist

Mein Mann fand es zwar erst belustigend, aber nach einiger Zeit saß er auch mit am Tisch und sortierte die Steine für mich vor. Und dann fing er sogar an, mir diverse weitere Sets zu schenken. Geburtstag, Weihnachten, Hochzeitstag… ich bekam das ganze Jahr über Lego. Als sich die Bauwerke in unserer kleinen Wohnung dann häuften, fingen weitere Familienmitglieder an, mir noch mehr davon zu schenken.

Als das Baby kam, war dann erstmal Schluss mit Lego

Und dann wurde ich schwanger. Mein letztes Projekt war das riesige Walt-Disney-Schloss. Das baute ich noch schnell in meinem Mutterschutz zusammen, bis das Baby kam. Danach war dann erst einmal Schluss mit Lego und außerdem hatte ich auch keinen Platz mehr dafür.

 

Bis jetzt. Meine Tochter ist nun 3 Jahre alt und findet ihre DUPLO Steine langsam langweilig. Sie interessiert sich sehr für meine ganzen Figuren und Bauwerke und würde am liebsten ständig damit spielen. Vor allem das große Schloss hat es ihr angetan. Mein Mann hat es ihr mal aus dem Regal geholt und sie fing eifrig an, damit zu spielen.

Schock: Jetzt interessiert sich meine 3-jährige für MEIN Lego

Als ich das sah, bekam ich direkt Schnappatmung.

„Ach du meine Güte, die reißt das alles nieder. Hab ich die Bauanleitung dafür noch? Ich bekomme das nie wieder zusammengebaut! Wo hat sie das Teil jetzt plötzlich her? Und liegt da ein Stein auf dem Boden, wo hat sie den her???“

Solche und noch viel mehr Gedanken schießen mir durch den Kopf, wenn ich sie mit MEINEM Lego sehe…

Ich liebe mein Kind über alles, und ich will ihr natürlich auch alles geben, aber mein Lego… Nein, das geht zu weit. Mein Lego ist dafür da, um es zusammen zu bauen, um danach schön im Regal zu stehen.

Unser Kompromiss: meine Tochter bekommt ihre eigenen Lego Steine

ABER ich bin selbstverständlich bereit, meiner Tochter entgegen zu kommen. So bekommt sie nun ihre eigenen Lego Basic Steine, mit denen sie ihre eigenen Bauwerke erschaffen kann, das ist auch viel schöner, als Mamas Sachen. So bleiben meine Figuren sicher im Regal stehen und sie hat trotzdem ihre Freude mit Lego. Und außerdem bin ich ein kleines bisschen stolz darüber, dass ich ihr meine Leidenschaft für Lego wohl „vererbt“ habe 🙂

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