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Als Mama braucht man gutes Putzmittel und auch ein wenig Humor

Früher war ich ein Sauberkeitsfanatiker. Ich habe alles gründlich geputzt und nirgendwo durfte auch nur der kleinste Fleck sein. Dann wurde ich Mama und wurde durchaus auf eine harte Probe gestellt.

Baby & Sauberkeit- eine unmögliche Kombi?
Baby & Sauberkeit- eine unmögliche Kombi?
©Bigstock/monkeybusinessimages

Baby & Haushaltschaos: Aufregen bringt nichts

In den ersten Monaten war ich ständig mit ausgespuckter Milch voll und nicht nur ich. Auch meine Haare, Möbel und alles was aus Stoff ist, hat etwas davon abbekommen. Die meisten Milchflecken auf meiner Couch sind heute noch zu sehen. Früher wäre das für mich nicht akzeptabel gewesen. Aber heute argumentiere ich solche Dinge einfach mit „dafür haben wir ein Kind“ und lebe damit.

Dann kam die Beikost-Phase. Ich kochte Pastinaken, Karotten, Kürbisse und allerlei anderes Gemüse ein und pürierte es. Manche Sachen schmecken offenbar recht gut, andere wieder weniger. So ist mal ein Löffel mit Kürbisbrei (den sie offenbar nicht möchte) im hohen Bogen auf meinem Wohnzimmerteppich gelandet. Am liebsten wäre ich ausgeflippt, aber was bringt es mir? Gar nichts! Denn wenn ich mich aufrege, ist der Fleck hinterher trotzdem noch da.

Kleine Kinder sind echte Gourmets

Als meine Tochter ca. 12 Monate alt war, aß sie natürlich schon komplett am Familientisch mit. Ich kochte eines Tages mal ein mildes (kinderfreundliches) Chili. Leider fand meine Tochter das Essen wohl nicht so toll. Nach ein paar Löffeln war die Mahlzeit für sie beendet. Sie gab der Schüssel einen kleinen Schubs, sie rutschte quer über den Tisch und direkt über die Tischkante. Die Schüssel knallte auf den Fliesenboden und der Inhalt spritze wirklich überall hin. Es sah aus wie bei einem Massaker in einem schlechten Horrorfilm.

Gelassen durch den Alltag mit Baby

Mein erster Reflex war natürlich loszuschimpfen aber ich fing mich relativ schnell wieder. Was würde es bringen? Ein heulendes Kind und das Massaker würde trotzdem noch da sein. Bring also gar nichts! Und meine Tochter hatte die Schüssel ja nicht mit Absicht vom Tisch geschmissen. Sie wollte damit ja nur zeigen, dass sie es nicht mehr essen wollte.

Ich benötigte Allesreiniger, Fliesenreiniger, Laminatreiniger, Glasputzmittel und einen Klecks unserer Wandfarbe um das Malheur wieder restlos beseitigen zu können. Herrje, aber es kann ja nur besser werden! Und wenn ich mir die Story jetzt nocheinmal durch den Kopf gehen lasse, ist es auch ein bisschen witzig…

Ein Schleck und es war weg

Kürzlich waren wir im Zoo. Meine Tochter wollte gerne ein Eis. Es war heiß und sie den ganzen Tag über sehr brav. Also warum nicht. Ich kaufte ihr das Eis am Stiel ihrer Wahl und sie saß in ihrem (neuen) Buggy und schleckte genüsslich an ihrem Eis. Doch sie schleckte zu langsam. Zu spät bemerkte ich, dass das Eis ihr bereits über den Arm bis hinter zum Ellenbogen gelaufen ist und von dort munter auf ihre Hose tropfte. Ich versuchte gerade ihre Arme und Kleidung mit Feuchttüchern so gut es geht zu reinigen, da geschah auch schon das nächste Unglück.

Das restliche Eis war mittlerweile so weich geworden, dass es vom Stiel plumpste. Genau zwischen ihre Beine auf den Bezug des Buggys. Ganz klasse. In mir stieg als erster Impuls wieder eine Wut hoch und das Bedürfnis zu schimpfen. Aber auch hier atmete ich einmal tief ein, denn meine Tochter hatte nichts falsch gemacht. Sie war nur zu langsam. Oder das Eis war von vornherein recht weich und schmolz eben zu schnell. Wie dem auch sei, das Unglück war geschehen und nicht mehr rückgängig zu machen. Es war doch auch irgendwie klar, dass der Buggy irgendwann schmutzig werden würde, oder? Ich musste sogar darüber schmunzeln. Mit dem Eis war er perfekt eingeweiht worden…

Im Nachhinein betrachtet sind diese Storys sogar ganz lustig. Wenn ich mich tatsächlich jedes Mal darüber aufgeregt hätte, wenn meine Tochter etwas verschüttet, verschmiert oder auskippt wäre ich wohl um einige grauen Haare reicher geworden. So lache und putze ich mich weiter durch unser Familienleben und erfreue mich an den Tagen, an denen mal nichts daneben geht.