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Mama mit über 30: Na und?

Erst Karriere, dann Familie. In der heutigen Zeit ist dies das häufigste Modell. Nach der Ausbildung oder dem Studium wird erst einmal Geld verdient, um dann mit Anfang/Mitte Dreißig zu beschließen, dass es nun Zeit für ein Kind ist. In meinem Freundeskreis war es so und bei mir ebenfalls. Mit 32 bin ich Mutter geworden. Wie viele andere Bekannte auch. Die, die noch keine Kinder haben, sind gerade dabei es zu probieren.

Was Mütter in den 30ern anders machen
Was Mütter in den 30ern anders machen
© Unsplash/ Derek Thomson

Wir Mütter in den 30ern haben schon einiges erlebt

Entschließt man sich den Schreibtisch gegen den Wickeltisch zu tauschen beginnt ein ganz neues Leben. Wir Mütter in den 30ern haben schon ein bisschen was erlebt. Haben vielleicht schon einige Reisen unternommen und uns beruflich etwas aufgebaut. Wir sind ruhiger und geduldiger als wir es damals in unseren 20ern waren. Die wilden Partynächte sind (vorerst) vorbei.

Ach, mit 20. Das waren noch Zeiten

Wenn ich mit meiner Tochter ins Schwimmbad gehe, fällt mir mein Alter besonders auf. Ich renne ununterbrochen meiner Tochter hinterher, rein ins Wasser, aufpassen das nichts passiert. Wenn sie friert, renne ich ihr hinterher und versuche sie einzufangen, um sie abzutrocknen und wieder aufzuwärmen. Ich selbst habe vom Schwimmbad nichts. Habe ich dann mal ein paar Sekunden Zeit, um mich umzusehen, bietet sich mir folgendes Bild:

Um mich herum liegen viele junge Mädels in den 20ern, in ihren viel zu knappen Bikinis, mit dem Handy in der Hand und chillen einfach nur rum. Die Anwesenheit von uns 30er Müttern mit unseren Kindern interessiert sie entweder gar nicht, oder sie schauen uns verächtlich an – wenn sie überhaupt die Zeit finden von ihrem Handy aufzublicken. Ach, mit 20. Das waren noch Zeiten. Ich dachte damals immer ich hätte ein stressiges Leben. Rückblickend betrachtet hatte ich das natürlich nicht. Wenn, dann war es Freizeitstress und das zählt nicht.

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Auf der anderen Seite sehe ich noch die Frauen in den 40ern. Sie haben, wenn überhaupt, Kinder im Teenie Alter dabei, die sich weit weg von ihren Eltern tummeln. Diese Frauen liegen ebenfalls voll herausgeputzt auf ihren Badelaken und genießen die Sonne. Ihre Blicke, die mir begegnen, sind eher voller Mitleid. „Halte durch, irgendwann hast du auch wieder mehr Ruhe und Zeit.“ lese ich aus ihren Augen, während ich mal wieder meiner Tochter hinterher hetze, weil sie nicht auf dem Badetuch sitzen bleiben will.

Wir 30er Mütter stehen ständig unter Strom

Auch beim Einkaufen bietet sich mir ein ähnliches Bild. Montagmorgen 9:00 Uhr. Ich gehe mit meiner Tochter in den Supermarkt. Um mich herum noch einige andere Mütter in meinem Alter mit ihren Kindern. Die einen krähen nach einer Brezel, die anderen wollen Schokolade. Und noch ein paar Brüllen einfach nur so ohne offensichtlichen Grund. Wir 30er Mütter stehen ständig unter Strom. Um uns herum ältere Menschen, die uns liebevoll anlächeln und mit gut gemeinten Weisheiten belehren.

Wir sind glücklich, auch wenn es nicht immer den Anschein macht

Das alles klingt total genervt und als ob wir das gar nicht wollten. Doch wenn wir mal tief in uns gehen, wissen wir, dass dies genau das ist, was wir wollen. Wir sind glücklich, auch wenn es nach außen vielleicht nicht immer den Anschein macht. Wir lieben unsere Kinder. Es macht uns eigentlich nichts aus, ihnen tagtäglich hinterher zu rennen, ihnen die dreckigen Münder abzuwischen und das aufgeschürfte Knie zu verarzten.

Liebe Mütter in den 30ern. Ihr seid super! Ihr macht einen tollen Job mit euren Kindern und auch ihr werdet früher oder später wieder mehr Zeit für euch haben, aber nun gilt es für eure Kinder da zu sein und sie werden es euch auch irgendwann danken. Versprochen!