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Manchmal tut es mir weh, wenn andere Mütter erzählen, wie toll es bei ihnen läuft

Eigentlich mache ich das nicht gerne und versuche es auch weitestgehend zu vermeiden, aber dennoch kommt es häufiger vor, als mir lieb ist: Ich messe mich mit Anderen.

Corona offenbarte die Wahrheit.
Corona offenbarte die Wahrheit.
© Pexels/ Tatiana Syrikova

Direkt nach der Geburt ging es los

So blickte ich direkt nach der Geburt schon neidisch auf andere Mütter, die ihr Kind problemlos volle 6 Monate gestillt haben, während bei mir die Milch bereits nach 2 Monaten versiegte.

Da war ich neidisch, das andere Kinder im Freundeskreis mit 7 Monaten bereits krabbeln konnten, während meine Tochter zu dieser Zeit noch da lag wie eine platte Flunder.

Und ich war vor allem auf die Kinder neidisch, die begannen um ihren ersten Geburtstag herum jede Nacht friedlich durchzuschlafen. Meine Tochter konnte das erst mit 2 Jahren. Und selbst da ist es keine Garantie dafür, dass sie auch wirklich jede Nach durchschläft.

Der Neid fraß mich auf

So konnte, das wirklich nicht weiter gehen. Ich machte mich selbst damit kaputt. Wir hatten und haben teilweise extrem harte Nächte, da meine Tochter noch nie die beste Schläferin war. Und mich ärgerte es, dass es den anderen Eltern nicht so ging. Irgendwann versuchte ich nicht mehr darauf zu achten, wie es bei den anderen läuft und es klappte eine ganze Weile auch richtig gut. Denn auch bei denen musste ja irgendetwas mal schieflaufen.

Aber dennoch tat es mir weh, wenn andere Mütter erzählten, wie toll alles bei ihnen lief. Der Mann verdient (angeblich) einen Haufen Geld, hat aber dennoch unfassbar viel Zeit für die Familie. Die Mutter geht eigentlich nur aus Langeweile arbeiten und lauter solche Storys. Aber ist das wirklich so?

Corona offenbarte die Wahrheit

Dann kam Corona und es zeigte sich mir ein komplett neues Bild. Wir arbeiteten zu 100 Prozent im Home Office. Es war zwar keine einfache Zeit, aber durchaus machbar. Wir standen sehr früh auf, und arbeiteten nacheinander, der der nicht gearbeitet hatte, hat sich um unsere Tochter gekümmert. Doch viele andere in unserem Freundes- und Bekanntenkreis, konnten eben nicht im Home Office arbeiten, sie mussten raus und kämpften an vorderster Front.

: Im Homeoffice...

Irgendwann ging ihnen der Urlaub aus, oder sie waren einfach am Ende, weil der Stresspegel ziemlich weit oben lag. Da zeigte sich mir, dass wir es doch eigentlich ziemlich gut haben und ich mich über rein gar nichts beschweren müsste. Niemand ist eben perfekt und jeder macht das Beste aus sich und seinem Leben, bzw. der Familie.

Und warum mache ich mir die ganzen Gedanken? Ich kam zu dem Schluss, dass es nur eine Antwort darauf gab: aus Liebe. Ich hatte die unbegründete Angst, dass ich meiner Familie nicht gerecht werde. Doch eigentlich ist es so, dass ich nur das Beste für meine Tochter möchte und da achtet man leider nun mal darauf, was die anderen machen.