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„Die Kita macht mir Kopfschmerzen“ – Eine Mutter bei der Eingewöhnung

© Pexels / Gustavo Fring

Die Kita-Eingewöhnung ihrer Tochter war für unsere Autorin Nadja eine Herausforderung, aber nicht emotional. Was ihr so zu schaffen gemacht hat, erfährst du hier.

4 Wochen Eingewöhnung

Als meine Tochter 18 Monate alt war, war es endlich so weit. Wir haben einen Platz in der örtlichen Krippe bekommen.

Schon Wochen vorher erhielt ich von der Einrichtung bereits den 4-wöchigen Eingewöhnungsplan. 4 Wochen? Ich dachte das dauert nur 1 Woche. Für mich als Freiberuflerin wird das jedenfalls eine Herausforderung 4 Wochen zu überbrücken. Naja, für meine Tochter mache ich das natürlich.

Ob vier Wochen reichen?

Der erste Tag kam und meine Tochter und ich traten „unseren“ ersten Tag in der Krippe an. Dezent im Hintergrund solle ich mich halten und nicht aktiv auf mein Kind zugehen. Nun gut, muss ich auch nicht machen.

Meine Tochter saß an den ersten drei Tagen quasi nur auf meinem Schoß und hat das bunte Treiben im Gruppenraum skeptisch beobachtet. Genau wie ich.

Da dachte ich mir schon, ob die 4 Wochen überhaupt reichen?
Jeglicher Kontaktversuch der Erzieherin, die sie eingewöhnen sollte, wurde abgeblockt. Und mir war das alles zu viel.

Was für ein Geräuschpegel

So viele Kinder um mich herum war ich nicht gewohnt. Was für ein Geräuschpegel. Mindestens einer hat gefühlt immer geheult oder zumindest geschrien. Ab Tag 4 wurde es dann besser und meine Tochter entferne sich von mir, um weiter die anderen Kinder und Spielsachen zu beschnuppern.

Ich saß also alleine in meiner Ecke und der Geräuschpegel prasselte noch stärker auf mich ein.

Die täglichen Zeiten, die sie eingewöhnt wurde, wurden immer länger. So saß ich auch gefühlt ewig da und habe gewartet.

Ich hatte Kopfschmerzen und war froh, wenn die Tage vorbei waren bzw. als es anfing, dass sie eine Zeit lang ohne mich in die Gruppe ging.

Nach 3,5 Wochen war es tatsächlich so weit, sie war eingewöhnt, es gefiel ihr so gut, sie ging gerne hin und war super in die Gruppe integriert.

Neu-Eingewöhnung im Kindergarten

Kurz vor ihrem dritten Geburtstag sind wir umgezogen. Zwar nicht weit entfernt von unserer alten Wohnung, sie konnte somit noch in der Krippe bleiben. Wir hatten uns aber dennoch unterjährig auf einen Platz im örtlichen Kindergarten beworben. Und direkt mit dem Umzug auch einen Platz angeboten bekommen.

Perfekt. Fanden mein Mann und ich. Meine Tochter wollte eigentlich nicht wechseln. Entsprechend holprig ging es auch los.

Auch hier schlugen mir die Erzieherinnen eine etwa 2-wöchige Eingewöhnung vor, in der ich zeitweise auch mit anwesend sein sollte. Da ich den Ablauf ja schon kannte, willigte ich ein und setze mich mit in den Gruppenraum. Es war Dezember 2020. Corona-Zeit.

Ich saß also als eher unerwünschter Gast mit meiner Maske in der Ecke und meine Tochter motzte mir die Ohren voll, dass sie hier ja niemanden kennt.

Ein unerwünschter Gast

Der Gruppenraum füllte sich mit 22 Kindern. Ach herrje, da war die Krippe mit 12 Kindern ja ein Traum! Es war laut und wuselig. Ich bekam schon wieder Kopfschmerzen und muss gestehen, dass ich froh war, als wir wieder raus waren. Das ging dann noch ein paar Tage, dann durfte ich schon gar nicht mehr mit hinein. Ich war ja ohnehin nicht sehr erwünscht wegen Corona.

Das Ende vom Lied war, nach zwei Wochen kam der 2. Lockdown und die Einrichtung war zu. Ich hatte den Eindruck, dass meine Tochter langsam Gefallen am Kindergarten fand, deshalb war das ganze um so ärgerlicher.

Aller guten Dinge sind Drei

Im Lockdown fragte meine Tochter allerdings nur nach der Krippe, den Kindern und Erziehern dort. Die Zeit im Kindergarten war quasi nicht existent in ihrem Gedächtnis, oder zumindest nicht erwähnenswert. Je mehr Wochen vergingen, desto klarer wurde mir, dass mir wohl ein drittes Mal Eingewöhnung drohte. Mein armer Kopf

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