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Ich kann die Kindergartenpädagogin meines Sohnes nicht ausstehen

Das letzte Kindergartenjahr war angebrochen. Soweit lief alles harmonisch. Doch dann wechselte die Pädagogin die Einrichtung… Wieso Mama Daniela Kirschbaum die neue Erzieherin ihres Sohnes nicht ausstehen konnte und weshalb ihr Spross das aber ganz anders sah, erzählt sie hier.

Muss ich die Kindergärterin ansprechen, wenn mich etwas stört? Mama Daniela hat sich dagegen entschieden.
Muss ich die Kindergärterin ansprechen, wenn mich etwas stört? Mama Daniela hat sich dagegen entschieden.
© Bigstock / Rawpixel.com

Alles super in der Apfelgruppe

Im Kindergarten besuchte unser Sohn insgesamt drei Jahre lang die Apfelgruppe. Apfel war prima! Tolle Durchmischung der Kinder, zwei super aufeinander eingespielte Erzieherinnen und eine liebe Helferin. Unser Sohn fühlte sich wohl und wir hatten absolut nichts auszusetzen. Doch dann, im letzten Kindergartenjahr, wechselte eine der Pädagoginnen in eine neue Einrichtung und Ersatz wurde angekündigt. Tja, so ist das Leben, dachte ich nur. Konnte ja nicht so schlimm werden! Tja, konnte es…

Ich konnte die Pädagogin meines Sohnes einfach nicht leiden

Niemand gibt es gerne zu, dass einem manche Menschen auf Anhieb unsympathisch sind. Tja, bei der neuen Pädagogin meines Sohnes war das genau so. Ich konnte sie schlicht und ergreifend nicht ausstehen! Meinem Empfinden nach hatte sie einfach überhaupt kein Gespür für Kinder und ging mit ihnen wie mit kleinen Erwachsenen um. Beispiel gefällig? Wenn sie sprach, dann redete sie und das Kind hatte Sendepause. Hat ein Zwerg doch gesprochen, wurde er einfach ignoriert. Ich konnte das überhaupt nicht leiden und habe mich in solchen Situationen ganz bewusst und deutlich ausschließlich meinem Kind zugewandt. Und die Erzieherin ignoriert!

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Ich wurde fuchsteufelswild

Einmal hat sie meinem Sohn gegenüber etwas angesprochen, das wir im Vertrauen im Kindergarten gemeldet hatten. Es war definitiv nichts, was mit dem Kind selbst zu besprechen war. Damals war ich fuchsteufelswild und wollte sie zur Rede stellen! Mein Mann brachte mich davon schließlich mit dem – zugegebenermaßen guten – Argument ab, es wären doch bloß noch ein paar Monate bis Schulbeginn und da müssen wir nun auch kein Fass mehr aufmachen. Wo er recht hatte…

Hmmm, frischer Wind…

Bei allem Widerstand meinerseits muss ich aber ehrlich zugeben: Die neue Erzieherin brachte wirklich frischen Wind in die Gruppe! Vor allem für die Vorschulkinder. Quasi aus dem Nichts baute sie mit ihnen gemeinsam einen Experimentierraum zum Thema Natur auf. Dort wurden allerhand lebende und tote Schätze aus der Natur gesammelt und beobachtet. Sogar über Riesenschnecken verfügte die Gruppe. Mein Sohn war absolut begeistert. Über dieses Projekt hat er quasi non-stop erzählt. Und dabei ist er wirklich alles andere als ein großer Redner…

Manchmal haben eben nur die Eltern ein Problem

Ich habe meinen Sohn nie spüren lassen, dass ich seine Pädagogin nicht leiden kann. Denn eines war schon sehr bald klar: Er kam hervorragend mit ihr klar und auch sie hatte einen Narren an ihm gefressen! Mehr noch: Die beiden waren ein Herz und eine Seele! Und nachdem er das gesamte letzte Kindergartenjahr über Tag für Tag freudig hinmarschierte, um in „seinem Naturraum“ zu werken, war für mich die ganze Sache natürlich in Ordnung. Mit manchen Dingen haben eben eher die Eltern ein Problem, weniger die Kinder.

Geschmäcker sind nun mal verschieden

Übrigens: Vor einigen Wochen haben wir besagte Pädagogin zufällig auf der Straße getroffen und mit ihr geplaudert. Als wir weitergingen, da habe ich meinem Sohn gesteckt, dass ich die Dame damals absolut nicht leiden konnte. Jetzt durfte er das ja wissen… Seine Reaktion war bühnenreif: „Was, Mama? Aber die war doch total cool und nett! Aber weißt du, die davor, die fand‘ ich absolut fürchterlich! Ich hab‘ nie verstanden, warum du so traurig warst, als die gegangen ist!“

Wie heißt es so schön? Geschmäcker sind nun mal verschieden!