Studie zeigt: Regelmäßige Pausen verhindern postnatale Depressionen

Regelmäßige Pausen können postnatal Depression verhindern

In einer Studie über psychische Erkrankungen von Müttern haben australische Forscher herausgefunden, wie sich einer postnatalen Depression vorbeugen lässt. Es sei nur eine kleine Änderung im Familienalltag notwendig.

junge Mutter mit postnataler Dpression
Postnatale Depression: eine von zehn Müttern betroffen © Jenna Norman-via Unspalsh

Du musst nicht alles alleine schaffen! So lässt sich wohl die Botschaft einer Gesundheitsstudie des Murdoch Childrens Research Institute Melbourne über psychische Erkrankungen von Müttern am besten zusammenfassen. Im Fokus der Studie standen frisch gebackene Mütter. Die Wissenschaftler haben untersucht, welche Faktoren das Risiko einer Wochenbettdepression begünstigen. Das Fazit zeigt, dass der Krankheit durch eine kleine Änderung im Alltag sogar vorgebeugt werden kann.

Diese Mamas waren besonders gefährdet

Das Team um Studienleiterin Hannah Woolhouse hat für seine Forschung 1500 Frauen befragt, die kürzlich Mütter geworden sind. Eine zentrale Frage war, wie häufig die Frauen Zeit für sich selbst haben. Eine von sechs gab zu, dass sie niemals „babyfrei“ hat. Diese Mamas waren es auch, die eindeutige Symptome einer postnatalen Depression zeigten. In konkreten Zahlen ist das Fazit noch eindringlicher. Wer nie Zeit für sich hat, bei dem ist das Risiko drei Mal so groß, zu erkranken. Dabei kann es zum Beispiel schon ausreichen, einmal in der Woche alleine, ohne Baby oder Kinder, einkaufen zu gehen.

Unter den Frauen die sich mindestens einmal wöchentlich diese Zeit nehmen, berichteten nur weniger als sechs Prozent von depressiven Symptomen. Zur Bewertung dieser verwendeten die Wissenschaftler die sogenannte Edinburgh Postnatal Depression Scale. Das ist ein weltweit anerkannter Fragebogen, den Ärzte benutzen, um das Depressionsrisiko von Patienten einzuschätzen. Den EPDS-Fragebogen findet du zum Beispiel beim deutschen Hebammenverband. Wichtig: Dieser Test ermöglicht nur eine erste Einschätzung. Er ersetzt keinesfalls eine ärztliche Diagnose.

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Entscheidend ist nur ein kleines Zeitfenster

„Sicherzustellen, dass Frauen regelmäßig die Verantwortung für ihr Baby abgeben, ist eine relativ einfache Möglichkeit die psychische Gesundheit zu fördern“, sagt Woolhouse. Interessant ist, dass es egal ist, wie viel Unterstützung die Mütter durch Partner, Großeltern oder Freunden grundsätzlich erhalten. Entscheidend für die psychische Gesundheit ist allein dieses kleine Zeitfenster einmal in der Woche.

 

Du solltest dir also ab sofort keine Vorwürfe mehr machen, wenn du dein Baby für ein paar Stunden alleine lässt. Führe dir lieber vor Augen, dass du ihm längerfristig damit schaden kannst, wenn es dir psychisch nicht gut geht. Laut den Frauenärzten im Netz leidet bereits eine von zehn Müttern nach der Geburt unter einer postnatalen Depression. Eine Größenordnung die alarmiert und zeigt, wie wichtig es ist darüber zu sprechen und aufzuklären.

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