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„Hört auf, ständig meine Figur zu kommentieren!“

Mama Jenn Knott hat es satt, dass viele ständig Kommentare über ihren Körper und ihre Figur machen und sie fragt sich: Warum denken alle, dass sie dazu das Recht haben?

"Hört endlich auf, Kommentare über meine Figur zu machen!" Mama Jenn Knott hat die Schnauze voll.
"Hört endlich auf, Kommentare über meine Figur zu machen!" Mama Jenn Knott hat die Schnauze voll.
Unsplash / Dollar Gill

Der weibliche Körper ist natürlich ein interessantes Thema, klar, bestimmt. Vielleicht wenn man sich wissenschaftlich mit historischen Schönheitsidealen auseinandersetzt oder sich fragt, warum viele die weibliche Figur so viel interessanter finden, als weiblichen Humor oder Intelligenz. Alles bestimmt wissenschaftlich interessante Fragen. Aber als alltägliches Gesprächsthema finde ich Körperdiskussionen nicht so spannend – und was ich gar nicht diskutieren will, ist der Zustand meines Speckhaushalts.

Mir ist meine Gesundheit wichtig!

Bei mir ist es so: Ich bin 35, habe zwei Kinder geboren und bin noch fit. Ich bin mit guten Genen gesegnet, muss aber natürlich auf gesundes Essen und genügend Bewegung achten, um mich auch gesund zu fühlen. Seitdem ich Kinder habe, ist mir meine eigene Gesundheit wichtiger geworden – wenn die Kinder eine gute Ernährung und ausreichend Sport verdienen, verdiene ich das auch! – und heute bin ich so fit wie noch nie im Leben.

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Ein einfaches „Gut siehst du aus!“ hätte gereicht

Trotzdem glauben manche Menschen, sie müssen meine Figur kommentieren. Echt jetzt? Ich habe mir immer gedacht, wenn eine Frau Mutter wird, interessieren sich andere nicht mehr so für ihr Aussehen. Aber doch! Vielleicht sogar noch mehr!

Wie eine sich von der Geburt erholt, sind natürlich Spitzenthemen für junge Mütter, aber auch für Außensteher spannend. Ein Geschäftspartner meines Mannes hat mir mal bei einer geschäftlichen Einladung wissen lassen, es sei „unglaublich“, dass ich mit einem Eineinhalbjährigen zu Hause so sportlich aussehe. Ich habe mich aus Höflichkeit bedankt, gefreut habe ich mich aber nicht. Das war sehr wohl „glaubbar“, fand ich, und ein einfaches „Gut sehen Sie aus“ hätte gereicht. Zum Glück war die Mutter seiner Kinder an dem Abend nicht dabei.

Kommentare von Bekannten verletzen mich

Ab und zu kommt den Kommentar von Bekannten oder sogar Familie, und dann nervt’s mich wirklich. „Du bist zu dünn!,“ „Isst du aber genügend?,“ „Geht’s dir gut?“ Natürlich geht’s mir gut! Hast du mich gerade mit einer verwüsteten Vogelscheuche verwechselt oder sehe ich doch stinknormal aus?

Erwarten wir wirklich, dass Mütter nach der Geburt eines oder noch mehrerer Kinder nicht mehr gut aussehen können? Oder finden wir es so unglaublich, wenn eine Mama mit Mitte dreißig fitter als eine Frau mit Mitte zwanzig ist?  Ich frage mich, was man mit so einem Kommentar sagen will. Will man mir wirklich ein Kompliment machen? Vielleicht. Oder hat man doch Angst, dass ich mich nicht gut ernähre? Die Annahme, dass ich mir vielleicht Kalorien vorenthalte, nur weil ich schlank sein will, finde ich totalen Quatsch.

Die Bestätigung ist mir nicht viel wert

Ich habe wohlgemeintem Kommentar über meinen Körper langsam wirklich satt: Ich bin nicht „zu dünn,“ man muss sich um mich und meine Figur keine Sorgen machen, und ein Wunder bin ich auch nicht. Am besten macht man mir ein echtes Kompliment: „Du siehst ja gut aus!“ – oder lässt das Thema ganz aus dem Gespräch. Die Bestätigung ist mir nicht viel wert.

Am wichtigsten ist mir, dass ich gesund bleibe. Wenn ich das tue, bin ich auch mit meinem Aussehen zufrieden. Wenn ich und mein romantischer Lebenspartner mich attraktiv finden, dann brauche ich die Meinungen von anderen erst mal gar nicht. Sag mir lieber, was ich für freundliche, witzige, kluge Kinder habe. Das Kompliment nehme ich als Mutter immer sehr gerne an.