Bookmark

„Wie mich die Sensibilität meiner Tochter an den Rande des Wahnsinns treibt“

Die Tochter unserer Autorin Daniela Kirschbaum ist äußerst feinfühlig. Hier erzählt sie, wie das manchmal zur Nervenprobe für die gesamte Familie wird und weshalb sich daran wohl kaum etwas ändern lässt…

"Ich will aber!" Manchmal bringt die Sensibilität ihrer Tochter Mama Daniela an ihre Grenzen.
"Ich will aber!" Manchmal bringt die Sensibilität ihrer Tochter Mama Daniela an ihre Grenzen.
© Bigstock / Profmon

Meine Tochter und Klamotten: eine explosive Mischung

Meine Tochter war immer schon ein kleines Sensibelchen mit einem Dickkopf, der sich sehen lassen kann. Eine verheerende Mischung! Gelangt ein Kleidungsstück, das sie ungemütlich findet an ihre Haut, kann sie nämlich selbst so richtig ungemütlich werden. In Sekundenschnelle mutiert sie dann zum Wutmonster, ohrenbetäubendes Gebrüll inklusive. Ja, das Kind feiert bald seinen siebten Geburtstag! Und nein, irgendwie ist die Trotzphase nie so wirklich ausgestanden!

Das kraaatzt!

Zurück zur Kleidung: Die drückt, ziept und ist einfach nur unbequem! Das ist für meine Tochter – und in weiterer Folge für die ganze Familie – ein großes Problem. Da jucken kaum sichtbare Nähte und Wäscheetiketten, die überhaupt nicht vorhanden sind, kratzen wie Hölle. Wolle? Geht gar nicht! Mützen? Nicht mit mir! Jeanshosen? Gar keine Chance! Strumpfhosen oder Schals? Vergiss es! Socken? Nur bestimmte Fabrikate, selbst, wenn die schon auseinanderfallen! Was Kleidung angeht, ist meine Tochter also – so könnte man sagen – ein wenig speziell…

Video-Empfehlung

Temperaturen? Ihr völlig egal!

Auch der Übergang von Sommer- zur Winterbekleidung und wieder zurück, geht nicht ohne Reibungen vonstatten! Ginge es nach Töchterchen, würde sie im Hochsommer noch mit langen Ärmeln und in Stiefeln herumlaufen. Und im Winter in Sommerkleidchen und Sandalen! WENN sie sich nämlich endlich einmal an die wenigen Kleidungsstücke, die sie dankenswerterweise trägt, gewöhnt hat, möchte sie sich nämlich nur ungern davon trennen. Temperaturstürze oder -anstiege sind ihr dann komplett egal.

Eine Handvoll Kleidung ist genug

So kommt es, dass Töchterchen aus ihrem eigentlich gut gefüllten Kleiderschrank stets dieselben Teile hervorkramt. Momentan sind das Leggings einer bestimmten Marke, 2 ½ Langarmshirts (eines zieht sie nur unter Protest an, wenn die beiden anderen in der Wäsche sind), zwei Kurzarmshirts, vier Unterhosen und drei Paar Socken. Alle anderen Kleidungsstücke führen zu absoluter Weltuntergangsstimmung. Diese ist nicht gespielt, nicht übertrieben, kein Kräftemessen oder Prinzipienreiten. Töchterchen leidet tatsächlich!

Und wenn Töchterchen leidet, leiden wir alle! Deshalb zwingen wir ihr keine Kleidung auf und akzeptieren ihre Entscheidung. Zumindest solange sich diese nicht auf ihre Gesundheit auswirkt. Dazu muss man erwähnen, dass das sensible Wesen mit einer absoluten Rossnatur gesegnet ist. Sprich: Sie ist so gut wie nie krank, selbst wenn sie bei winterlichen Temperaturen in dünnen Baumwoll-Leggings und ohne Strumpfhosen durch die Gegend spaziert.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich das verwächst

Töchterchens Lehrerinnen haben wir übrigens über die speziellen Kleidungsgewohnheiten informiert. Das wirkt sonst nämlich doch ein klein wenig alarmierend, wenn ein Kind ständig in denselben Klamotten herumläuft und das nicht einmal unbedingt der Jahreszeit entsprechend. Zum Glück wurde sehr verständnisvoll reagiert!

Bleibt nur zu sagen: Mal sehen, wie lange der textile Wahnsinn noch anhält! Ich hoffe jedenfalls, dass sich das irgendwann verwächst. Dann – so viel ist klar – gehen Töchterchen und ich Klamotten shoppen! Und wenn es ein halbes Monatsgehalt kostet!