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Ich kaufe gerne Spielzeug – auch wenn nur ich selbst es toll finde

vonNadja Brand

Den Kindern Spielzeug kaufen bringt auch den Eltern Freude. Das Leuchten in den Augen, wenn sie endlich das Spielzeug bekommen, was sie wollten, freut die Eltern natürlich sehr. Welchen Grund Eltern noch zur Freude haben, verrät unsere Autorin Nadja.

vonNadja Brand
Mama Nadja kauft gern Spielzeug - doch für wen?
Mama Nadja kauft gern Spielzeug - doch für wen?
© Pexels / Tatiana Syrikova

Man bleibt immer etwas Kind

Als Kind habe ich es geliebt, Spielzeugkataloge zu studieren, oder durch die Spielzeugabteilungen im Kaufhaus zu schlendern. Klar, welches Kind macht das nicht gerne. Doch ich muss gestehen, dass ich dies alles heute noch gerne mache. Irgendwie bin ich was Spielzeug betrifft, nie so richtig erwachsen geworden.

Ich baue leidenschaftlich gerne Lego und so war es selbstverständlich, dass meine Tochter bereits zum ersten Geburtstag ihre ersten Lego Duplo Sets bekommen hat – weil Mama den Wunsch geäußert hat, dass SIE das gerne haben möchte.

So bekam meine Tochter Micky Maus Sets und den Jurassic Park Streichelzoo zum Geburtstag. In der Realität sah es so aus, dass sie sich anfangs überhaupt nicht dafür interessiert hat und nur ich alleine begeistert in dem Berg an Duplo Steinen saß und fleißig damit gespielt habe und sogar Türme errichtet habe.

Generationenspielzeug Kaufladen

Mittlerweile ist das zum Glück anders und meine Tochter hat offenbar auch ihre Leidenschaft für Lego und Duplo entdeckt und wir bauen gemeinsam tolle Sachen zusammen. In meiner Kindheit habe ich es geliebt, mit meinem Kaufladen zu spielen.

Vor allem die kleinen Produktverpackungen haben es mir angetan, die aussehen wie echte Produkte aus dem Laden. Ich habe sie gehütet wie meinen Augapfel, damit auch bloß keines der Schachteln eingedrückt wird oder gar einen Riss bekommt.

: Spielspaß zum Selbermachen

Kürzlich waren wir zu Besuch bei Freunden eingeladen und deren Tochter hatte einen alten Kaufladen ihrer Mutter bekommen – mit all diesen tollen Schächtelchen. So saß ich inmitten der Kinder und habe begeistert „Kaufladen“ gespielt. Meine Tochter spielte ebenfalls sofort gerne mit. Wieder zu Hause angekommen, holte meine Tochter einen Wäschekorb, dreht ihn und um, stellte ihn mitten ins Wohnzimmer.

Gesehen, gemocht, gekauft!

Anschließend kramte sie einen Taschenrechner aus der Schublade und holte aus ihrer Spielküche einiges an Obst und Gemüse hervor und baute alles auf dem Wäschekorb auf. Und das tat sie auch die darauffolgenden Tage immer wieder. Da war es für mich selbstverständlich online beim großen A einen Einkaufskorb mit all diesen kleinen Schächtelchen zu bestellen, welche ich selbst als Kind so sehr geliebt habe.

Wer spielen kann, kann auch aufräumen

Meine Tochter nahm sie zwar gut an, aber die überschwängliche Begeisterung, wie ich sie selbst empfand, fehlte bei ihr. Mag vielleicht auch daran liegen, dass sie in ein paar Wochen gerade mal 3 wird…

Ein weiteres Beispiel: Ich habe bereits zig Tonies für die Toniebox gekauft, (oder auch aus der Bücherei ausgeliehen), mit denen meine Tochter so gar nichts anfangen konnte. Vor allem Geschichten, die ich selbst als Kind gerne gehört habe, wie beispielsweise Pumuckl, das Sams und Bibi Blocksberg. Meine Tochter findet sie bisher doof, sehr zu meinem Leidwesen. Wie kann man denn das Sams doof finden???

Ähnlich verhält es sich auch mit Büchern. Wir leihen viel in der Bücherei aus und auch hier landet das ein oder andere Buch in der Tasche, welches sich meine Tochter nicht selbst aktiv herausgesucht hat. Auch wenn sie es zu Hause nicht ansieht, das stört mich gar nicht. Sobald sie im Bett ist, sitze ich abends selbst da und schaue mir meine Errungenschaften begeistert an.

Spielzeug aussuchen ist Geschmackssache

Erst kürzlich kam ich wieder in so eine Situation, bei der ich mich echt bremsen musste. Ich habe mit ihr den Verkaufsshop vom Playmobil Funpark besucht. Eine riesige Verkaufsfläche. Wir besorgten ein Geschenk für meinen Neffen und auch meine Tochter sollte den Laden nicht verlassen, ohne sich etwas aussuchen zu dürfen – schließlich hat sie bald Geburtstag und Weihnachten ist auch nicht mehr so weit entfernt.

Meine Tochter spielt sowohl gerne mit Puppen als auch mit Autos und ich war gespannt, was sie sich aussuchen würde. Ich selbst hatte mein Auge auf die drei oder vier „Familienhäuser“ geworfen die es gab. Ich selbst hatte mir als Kind ein solches immer gewünscht, aber leider nie bekommen. Und was wählte sie aus? Ein Set namens „Fire Rescue Mission“.

Darin enthalten war ein feuerroter Hubschrauber, ein kleines Feuerwehrauto und ein Schiff von der Seewacht oder so. Ich war regelrecht enttäuscht. Sie hatte doch von Duplo schon eine Feuerwehrstation (die sie sich selbstverständlich auch selbst ausgewählt hatte). Ich war echt in Versuchung, dennoch die kleine Familienvilla mitzunehmen, die ich so toll fand.

Ich wollte doch eigentlich was anderes…

Aber ich hielt mich zurück. Diese Sets sind ja nicht gerade klein und nehmen viel Platz ein. Wenn nicht damit gespielt wird, steht es nur im Weg herum und kostet noch dazu eine Menge Geld. Also verließen wir den Laden mit dem Geschenk für meinen Neffen, meiner glücklich selig grinsenden Tochter, die ihr Feuerwehr-Set bekam und ich – total traurig. Aber egal, Hauptsache das Kind ist zufrieden.

: Wenn man doch mal keine Lust hat

Ich möchte mit diesem Artikel nicht den Eindruck erwecken, dass meine Tochter ALLES bekommt und total verwöhnt ist. Auch wir ziehen Grenzen auf und der finanzielle Aspekt spielt natürlich auch bei uns eine Rolle. Es geht hier lediglich darum, dass ich selbst wohl etwas zu viel in Kindheitserinnerungen schwelge, als mir gut tut 🙂

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