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Stilldemenz: Gedächtnislücken nach der Geburt

Stilldemenz: vergessliche Mama
Stilldemenz: Was kann ich gegen die Vergesslichkeit tun?
© Pexels / George Milton

Was ist dran an den Gedächtnislücken in der ersten Zeit mit Baby? Fakt ist, es gibt sie. Mit einer medizinischen Demenz hat die Vergesslichkeit aber nichts zu tun. Wir erklären dir, woher die Stilldemenz kommt und was du tun kannst.

Stilldemenz: Was ist das?

Zuerst einmal eine Entwarnung: Die umgangssprachliche Stilldemenz hat nichts mit der medizinischen Form der Demenz zu tun, bei der das Gehirn nachhaltig betroffen ist.

Der Begriff Stilldemenz beschreibt, was viele frisch gebackene Mütter täglich erleben: Der Autoschlüssel ist unauffindbar… Wohin wollte ich denn noch gleich und wo ist eigentlich mein Geldbeutel?

Aber keine Sorge die Vergesslichkeit in der Stillzeit geht wieder vorbei. Im Englischen werden die Symptome treffender und harmloser als Mommy- oder Baby Brain bezeichnet.

Prof. Ulrike Ehlert erklärt im Spektrum-Magazin: „Das Gehirn junger Mütter funktioniert sehr gut – nur eben etwas anders: Es ist vermutlich auf die Mutter-Kind-Beziehung optimiert, damit sich die frischgebackene Mutter voll und ganz ihrem Neugeborenen widmen kann.“

Stilldemenz: Warum macht Stillen vergesslich?

Für die Gründe der extremen Vergesslichkeit gibt es mehrere Vermutungen. Klar ist nicht nur stillende Mamas leiden unter dem Baby Brain, auch Eltern, die mit der Flasche füttern, inklusive der Väter, beklagen eine verminderte Gedächtnisleistung.

: Nicht nur in der Stillzeit

Stilldemenz: Mögliche Ursachen

1. Schlafentzug mindert die Gedächtnisleistung

Junge Eltern bekommen in den ersten Wochen und Monaten mit Baby nur sehr wenig Schlaf. Vor allem die Tiefschlafphasen fallen, wenn überhaupt, nur sehr kurz aus. Diese helfen dabei, die über den Tag gelernten Dinge zu festigen und zu verarbeiten.

: Guter Schlaf für alle

2. Kuschel-Hormone schwächen das Gedächtnis

Beim Stillen und immer, wenn du dein Baby im Arm hältst, wird das sogenannte Kuschel-Hormon Oxytocin ausgeschüttet. Eine hohe Konzentration an Oxytocin verringert die Gedächtnisleistung – auch bei Papas.

3. Stress in der Anfangszeit mit Baby

Die erste Zeit mit Baby ist leider nicht nur rosa-rot und wunderschön, sie ist vor allen Dingen auch stressig. Eltern und Kind müssen sich erst einmal an die neue Situation herantasten. Im Körper wird dabei das Stresshormon Kortisol ausgeschüttet. Auch Kortisol fördert die Vergesslichkeit.

Vermutlich wird die Stilldemenz von einer Kombination aller drei Möglichkeiten bedingt.

Wie lange hält die Stilldemenz an?

Keine Sorge, die sogenannte Stilldemenz wird dich nicht begleiten, solange du dein Baby stillst. Das bedeutet auch, dass sie nicht einfach durch Abstillen zu beheben ist. Wenn du und dein Baby euch eingespielt habt und du wieder etwas mehr Schlaf bekommst, ist es mit dem Baby-Brain auch wieder vorbei.

Nach spätestens einem Jahr mit Baby ist deine Gedächtnisleistung wieder beim Alten.

Was tun gegen Stilldemenz?

Auch wenn der Effekt einer Stilldemenz nicht vollkommen aufzuheben ist, kannst du die Vergesslichkeit zumindest etwas reduzieren.

  • So viel Schlaf wie möglich: Auch wenn es schwerfällt und dir unmöglich vorkommt, ausgewogene Tiefschlafphasen helfen dem Gedächtnis.
  • Stress vermeiden: Es kann helfen, wenn du potenzielle Stressfaktoren abgibst. Das kann eine Ladung Wäsche oder der Einkauf sein. Lass andere diese Dinge in der Anfangszeit mir Baby übernehmen.
  • Viel Trinken und ausreichend Essen: Nur mit einer guten Versorgung an Flüssigkeit und Zucker kann dein Gehirn richtig arbeiten. Wie du dich in der Stillzeit gesund ernährst, erklären wir hier.
  • Wichtige Sachen unbedingt aufschreiben: Du kannst deinem Gehirn auf die Sprünge helfen, indem du dir wichtige Termine auf ein Post-It schreibst und gut sichtbar aufhängst. Auch Schlüssel, Geldbeutel und Co. brauchen einen festen Platz.

Quellen

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