"So ertrage ich die Geschwisterstreite meiner Kids."

„So ertrage ich die Geschwisterstreitigkeiten meiner Kids.“

Es gibt Tage, da möchte sich unsere Autorin Daniela Kirschbaum am liebsten eine Dose Play-Doh in die Ohren stopfen, um den nervtötenden Kinderstreit nicht mehr hören zu müssen. Hier erzählt sie, wie sie solche Tage übersteht…

Zwei Schwestern streiten sich
"Maaamaaa!!" Geschwisterstreitigkeiten können das elterliche Nervenkostüm ziemlich belasten. © Bigstock / Andrew Blue

Es gibt so Tage …

Es gibt solche Tage und, naja, die anderen eben! Die, an denen man völlig fertig auf die Couch fällt und am liebsten niemanden sehen und hören will. Unnötig zu erwähnen, dass das genau jene Tage sind, an denen es meine Augensterne am besten können: Streiten! Ohne Ende! Von früh bis spät schallen Sätze wie: „Das ist meeeins!“, „Mamaaa!!! Der Trottel/die Heulsuse hat schon wieder…“, „Du bist gemeeein!“ und so weiter und so fort durchs Haus. Wo war nochmal das Play-Doh?

Irgendwann reißt mir der Geduldsfaden und ich mache den einen großen Fehler….

Jeder Mama und jedem Papa mit mehr als einem Kind sind diese Streitszenarien ganz sicher wohlbekannt. Und wenn man ehrlich ist, weiß man auch, dass es stark von der eigenen Verfassung abhängt, für wie anstrengend man sie hält. An manchen (wenigen!) Tagen kostet mich der Kampf der Giganten nur ein müdes Lächeln und ich ignoriere das Gezeter stoisch.

Doch an anderen Tagen (*diesen* Tagen) macht sich sehr schnell ein Gefühl breit, als ob der liebe Nachwuchs am mütterlichen Nervenkostüm fröhlich Schlitten fährt. Wenig reicht dann aus, um mich auf 180 zu bringen. Irgendwann reißt mir der Geduldsfaden schließlich und es passiert das, was eigentlich nicht passieren sollte: Ich mische mich ein! Ein fataler Fehler…

Ich habe ein Regelwerk für mich gefunden

Memo an mich selbst: Einmischen macht Kinderstreit nur noch schlimmer! Statt ihn zu durchbrechen, läutet er nämlich bloß die nächste Runde ein. Und in dieser geht es entweder darum, dass zumindest ein Kind sauer auf mich ist, weil ich – natürlich! – die falsche Partei ergriffen habe. Oder die beiden verbünden sich gegen mich und ich bin der Buhmann. In jedem Fall bin ich mit einem Mal als Protagonistin in einen dämlichen Streit verwickelt, mit dem ich eigentlich überhaupt nichts am Hut habe. So weit, so blöd …

Video-Empfehlung

Genau aus dem Grund habe ich mittlerweile ein kleines Regelwerk für mich entwickelt, das ich anwende, wenn bei meinen Kindern mal wieder die Wogen hochgehen:

  • Innerlich bis 300 zählen. Manchmal auch bis 500. Und dabei ruhig bleiben. Sehr ruhig!
  • Ignorieren, ignorieren, ignorieren! Solange es irgendwie geht! (Wenn Dinge fliegen oder Blut fließt, wird das schon schwieriger.)
  • Fernseher oder Radio aufdrehen; alternativ Ohren zuhalten und dabei laut singen
  • Meine Wenigkeit wegdenken. Irgendwohin, wo es schön ist. Und ruhig!
  • Nicht eingreifen! Außer eben, es fliegen Dinge, fließt Blut (oder Tränen), wird sehr unfair oder es fallen Worte, die in unserem Haushalt verboten sind.

Ende gut, alles gut

Wenn ich es schaffe, mich an mein Regelwerk zu halten, und so wenig wie möglich eingreife, passiert irgendwann das, was wahrscheinlich bei nahezu allen Kinderstreitigkeiten weltweit passiert: Die Zwerge klären das untereinander und sind bald darauf wieder die besten Freunde überhaupt. Ganz so, als wäre nichts gewesen! Weil ein bisschen Streit gehört ja irgendwie auch zum Leben dazu…