Bookmark

Was habe ich früher nur den ganzen Tag ohne Kind gemacht?

Unsere Autorin Nadja dachte früher immer, ihr Leben wäre stressig… und dann wurde sie selbst Mama.

Als Mama entwickelt man ein viel höheres Stresslevel.
Als Mama entwickelt man ein viel höheres Stresslevel.
© Pexels/ Ketut Subiyanto

Früher dachte ich immer, ich hätte ein stressiges Leben. Ich arbeitete eine 38,5 Stunden Woche. Jedenfalls war ich damals ständig gestresst, habe mich darüber beschwert, dass ich oft so viel arbeiten musste und kaum Zeit für mich hatte.

Wenn ich heute daran zurück denke, könnte ich wirklich laut loslachen – oder heulen. Häufig hatte ich mich nach meinem 8 Stunden Arbeitstag erst einmal für eine Stunde auf die Couch gelegt, weil ich mich ausruhen wollte. Heute undenkbar und wirklich traumhaft schön zugleich.

Tagesablauf damals

Mein damaliger Arbeitgeber war nur 3 km von meiner Wohnung entfernt. Ich hatte praktisch keinen Arbeitsweg und Überstunden machte ich vielleicht 5 Stunden pro Woche. Ich stand um 7 Uhr auf, war dann um 8 Uhr im Büro. Gegen 17 Uhr ging ich nach Hause, kochte ein Abendessen und machte nebenbei ein bisschen Haushalt. Wenn mein Mann nach Hause kam, aßen wir gemeinsam und er machte die Küche anschließend sauber. Danach hatten wir Freizeit.

An den Wochenenden waren wir nachts ewig wach und waren genervt, wenn uns jemand am Samstagvormittag um 10 Uhr bereits anrief oder der Postbote es wagte zu klingeln. Am Sonntag machten wir meist Familienbesuch für 3 – 4 Stunden. Den restlichen Tag hatten wir im Prinzip frei und machten in der Zeit unseren Haushalt oder irgendwas anderes worauf wir halt gerade Lust hatten.

Was das im Enddefekt war, weiß ich heute auch nicht mehr. An zwei Abenden in der Woche gingen wir gemeinsam für 30 bis 45 Minuten Laufen oder hin und wieder mal zum Squash.

Tagesablauf heute

Heute beginnt mein Tag meist um 6:30 Uhr, wenn mich mein Mann aufweckt, weil er sich verabschiedet und zur Arbeit fährt. Ich springe rasch unter die Dusche und versuche im Bad fertig zu sein, ehe meine Tochter gegen 7 Uhr aufwacht. Dann frühstücken wir gemeinsam und machen ihre Frühstücksbox für die Krippe fertig. Darauf folgen endlose Diskussionen warum sie schon wieder Zähne putzen muss und warum sie heute nicht das schöne Kleid von Omas Hochzeit in die Krippe zum Waldtag anziehen kann.

Weitere Diskussionen folgen, weil sie zwar keinen Zopf oder Haarklammern möchte, aber auch keine offenen Haare, die ihr in die Augen hängen. Und Haare abschneiden geht auch überhaupt nicht. An anderen Tagen erklärt sie mir, dass sie jetzt viel lieber zur Oma gehen möchte, als in die Krippe.

Eltern wissen genau, dass der Alltag oft hektisch und chaotisch ist. Hier liest du, wie verrückt der Alltag einer Mama aussehen kann. 

Im Sommer kommen dann noch der Stressfaktor Sonnenmilch hinzu – wir sollen die Kinder früh ja gleich eingecremt abgeben. Einmal fetten und möglichst nicht panieren bitte… Und im Winter entfällt die Sonnenmilch zwar, aber es geht los mit endlosen Schichten die es anzuziehen gilt und meine Tochter darauf so gar keine Lust hat.

Sind die Sachen dann endlich gepackt und das Kind wetterbedingt präpariert geht es in die KiTa. Dort geht meist alles ziemlich fix, denn meine Tochter stürmt einfach hinein. Ohne Tschüss zu sagen oder sich noch einmal umzudrehen. Naja, besser als wenn sie heult…

Ab ins Home Office

Ich fahre also wieder nach Hause, denn ich arbeite ausschließlich im Home Office. Zu Hause angekommen, verräume ich erst einmal die Überreste vom Frühstück und schalte meist noch eine Ladung Wäsche an und mache mir einen Kaffee, ehe ich mich an den Laptop setze. Dann gilt es für mich einen Arbeitsaufwand von 8 Stunden in 5 bis 6 Stunden zu packen. Als Selbstständige ist Zeit nun mal Geld. Ich vergesse die Zeit und stelle entsetzt fest, dass ich meine Tochter schon wieder bald abholen muss.

Stressvolle Homeoffice-Tage

Die Nachmittage gehören uns

Ich habe noch nichts gegessen und die Wäsche in der Maschine von heute morgen ist auch schon längst fertig und will aufgehängt werden. Wie ein Wirbelwind fege ich durch die Wohnung und mache diverse Erledigungen – natürlich ohne etwas zu Essen. Dann muss ich auch schon los zu KiTa. Ich nehme meine Tochter herzlich in Empfang und bespreche kurz mit den Erziehern, ob alles ok war.

Kurz darauf sitzen wir auch schon im Auto und machen ggf. Erledigungen und Besorgungen wie Einkaufen etc. was an dem Tag eben so anfällt. Meine Tochter hat da natürlich nicht immer so viel Lust drauf, entsprechend ist die Laune oft ziemlich mies. Ich versuche diese Erledigungen so oft wie möglich auch vor meiner Abholzeit zu erledigen, damit ich sobald meine Tochter „Feierabend“ hat, auch wirklich zu 100 Prozent Zeit für sie habe, klappt aber leider nicht immer.

Nach dieser Tour gehört meine Zeit ganz meiner Tochter. Wir gehen auf den Spielplatz, treffen uns mit Freunden, gehen Eis essen oder machen anderen schöne Dinge zusammen. Das ist mir sehr wichtig und meine Tochter genießt die Zeit mit mir auch sehr. Dabei kommt es auch hier leider öfter zu Diskussionen, weil sie ihr Spielzeug gerade nicht mit einem anderen Kind teilen möchte und es gewaltsam entrissen hat oder weil sie ja so gar keine Lust hast zu spielen sondern viel lieber etwas anschauen möchte.

Spätestens um 17:30 treffen wir dann wieder zu Hause ein. Ich koche etwas und versuche meine Tochter mit einzubinden, um sie zu beschäftigen. Wenn ich Glück habe spielt sie für 10 Minuten alleine im Wohnzimmer, während ich koche. Aber eben nicht immer.

Nach dieser Tour gehört meine Zeit ganz meiner Tochter. Wir gehen auf den Spielplatz, treffen uns mit Freunden, gehen Eis essen oder machen anderen schöne Dinge zusammen. Das ist mir sehr wichtig und meine Tochter genießt die Zeit mit mir auch sehr. Dabei kommt es auch hier leider öfter zu Diskussionen, weil sie ihr Spielzeug gerade nicht mit einem anderen Kind teilen möchte und es gewaltsam entrissen hat oder weil sie ja so gar keine Lust hast zu spielen sondern viel lieber etwas anschauen möchte.

Spätestens um 17:30 treffen wir dann wieder zu Hause ein. Ich koche etwas und versuche meine Tochter mit einzubinden, um sie zu beschäftigen. Wenn ich Glück habe spielt sie für 10 Minuten alleine im Wohnzimmer, während ich koche. Aber eben nicht immer.

Abenteuer Abendessen

Wenn Papi pünktlich aus der Arbeit und gut durch den Verkehr kommt, kann er sogar um 18 Uhr gemeinsam mit uns essen. Wir warten. Und bekommen Hunger. Ich selbst hatte die letzte richtige Mahlzeit beim Frühstück und mein Mini-Me könnte sowieso den ganzen Tag futtern.

Wir fangen an zu Essen. Mein mühsam gekochtes Abendessen wird verschmäht. Madame möchte viel lieber Nudeln mit Tomatensoße essen. Ich frage mich, warum sie mir das nicht schon in der Küche gesagt hat, als sie daneben stand und fleißig beim Kochen mithalf… Ich überrede sie, das Abendessen dennoch zu probieren. Sie isst es. Gott sei dank… ein Aufstand ihrerseits wäre mir jetzt echt zu viel.

Feierabend mit Papa

18:20 Uhr – mein Mann trifft ein. Für einen kurzen Moment kann ich durchatmen, denn sobald Papa da ist, interessiert sich meine Tochter nur noch für ihn. Ich kann die Küche aufräumen oder schnell eine Ladung Wäsche in die Maschine schmeißen. Oder mich auch einfach mal kurz hinsetzen und 5 Minuten durchatmen.

Mama zu sein ist ein Fulltimejob. Hier findest du ein paar Tipps und Tricks von einer Mama, die es geschafft hat, sich auch mal Zeit für sich zu nehmen.

Unfassbar, was ich heutzutage an einem einzigen Tag alles an Aufgaben unterbekomme. Und damals dachte ich, mein Leben wäre stressig. Ich könnte immer noch über mich selbst lachen. Aber so etwas lernt man wohl erst, wenn man Kinder hat oder man entwickelt ein neues Stresslevel, das viel höher liegt als früher – ich weiß es nicht 🙂