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Warum ich Tipps von Einzelkind-Mamas manchmal mit Vorsicht genieße

Gibt es einen Unterschied zwischen einem Kind und zwei Kindern? Ja, den gibt es definitiv, meint unsere Mama Daniela Kirschbaum. Und deshalb kann sie mit Tipps von Einzelkind-Mamas nicht immer etwas anfangen…

Kennt man eines, kennt man alle? Das gilt bei Kindern leider nicht.
Kennt man eines, kennt man alle? Das gilt bei Kindern leider nicht.
© Unsplash/ Jake Hawkes

Einzelkind-Mama? War ich auch mal!

Ganze 1,5 Jahre lang war ich stolze Einzelkind-Mama. Ich weiß also noch (halbwegs) genau, wie sich das anfühlt, alle Energien und Aufmerksamkeit auf nur einen Spross zu richten. Wenngleich mir immer klar war, dass ich mehr als ein Kind möchte, muss ich eingestehen, dass es durchaus Vorteile hat, sich nur auf ein Kind konzentrieren zu „dürfen“. Unterm Strich bleiben einfach viel mehr Ressourcen für den Nachwuchs über. Seien es nun zeitliche, finanzielle oder nervliche! Nur eines kann man als Einzelkind-Mama eben nicht: Sich vorstellen, wie das mit mehr als einem Kind ist. Deshalb sind manche Tipps wohl gut gemeint, für uns Mehrkind-Mamas aber nicht immer brauchbar…

Kinder sind verschieden

Sobald man sein zweites Kind bekommt, gelangt man zu einer verblüffenden Einsicht: Kinder sind verdammt verschieden! Einzelkind-Mamas fehlt diese Erkenntnis ein Stück weit. Deshalb gehen sie verständlicherweise stark von ihrem eigenen Kind aus, wenn sie Ratschläge verteilen. Bloß: Was bei einem Kind funktioniert, klappt beim anderen deswegen noch lange nicht automatisch. Weil – so die tagtägliche Erfahrung von Mehrkind-Mamas – Kinder eben verschieden sind!

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Manchmal scheitert es an der Logistik

Manche Tipps von Einzelkind-Mamas sind total lieb gemeint, aber in der Praxis mit mehr als einem Kind – leider nicht immer anwendbar. Da gehen Einzelkind-Mamas manchmal zu sehr davon aus, dass man den Fokus ganz leicht auf ein Kind richten kann. Kann man aber nicht mehr, sobald es Geschwister gibt! Klar, dass es in einer Ein-Kind-Familie gut möglich ist, den Spross stundenlang in den Schlaf zu streicheln oder ihm beim Anziehen alle Zeit zu geben, die er braucht. Wenn aber ein weiteres Kind auf sein Abendessen wartet oder um acht in der Schule sein muss, wird das leider nichts mit stundenlangem Streicheln oder morgendlichem Trödeln. Ganz gleich, wie sehr das das Familienleben entspannen würde… Da müssen Kinder mit Geschwistern leider durch!

Bitte keine Tipps bezüglich Geschwisterdynamik

Geschwisterkinder konkurrieren, streiten und bekriegen sich – und dann lieben sie sich vielleicht auch wieder heiß! Wenig ausstehen kann ich es, wenn Einzelkind-Mamas in solchen Momenten ganz tolle Ratschläge auf Lager haben, wie man das unterbinden könnte. Nachdem ihr Kind nämlich ganz anders agiert, müssen sie es ja wissen. Ähm, nein?! Da habt ihr keine Ahnung! Weil euer Kind eben keine Geschwister hat, mit denen es klarkommen muss. Also kurz gesagt: Geschwisterrivalität ist ganz normal! Auch, wenn sie manchmal wirklich brutal anmutet…

Austausch trotzdem erwünscht

Auch wenn Einzelkind-Mamas mit manchen Tipps nicht immer ins Schwarze treffen: Ich finde den Austausch trotzdem wichtig! In vielen Lebenslagen haben mir Ratschläge von Mamas nämlich schon richtig weitergeholfen. Und die Anzahl der Kinder war dann natürlich zweitrangig!