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Das Gezicke meiner Tochter nervt mich total!

Daniela Kirschbaums Tochter ist ein tolles Mädchen. Aber manchmal, da verwandelt sie sich von einer Sekunde auf die andere in eine richtige Zicke. In solchen Momenten hat unsere Autorin so ihre liebe Not mit der grenzenlosen Sympathie. Aber am besten, sie erzählt selbst.

Die Zicke ignorieren? Schaff' ich einfach nicht...
Die Zicke ignorieren? Schaff' ich einfach nicht...
© Unsplash/ Arwan Sutanto

Meine Tochter? Dr. Jekyll und Mr. Hyde!

Unsere Tochter ist ein wirklich tolles Kind. Freundlich, liebevoll, ausgestattet mit einem sozialen Wesen – das Herz am rechten Fleck, wie man so schön sagt. Doch manchmal, da verwandelt sich das Sonnenkind binnen weniger Augenblicke in ein Tür knallendes, zickiges Monster, das man nur schwer erträgt. Dr. Jekyll und Mr. Hyde sozusagen!

Und ja, aus der Trotzphase ist sie schon lange draußen. Die war nämlich – milde ausgedrückt – etwa zehn Mal so schlimm! Jedenfalls hat sie es noch nicht wirklich drauf, ihr Temperament entsprechend zu zügeln. Und ich kann mit diesem zickigen Getue leider überhaupt nicht gut umgehen.

Die Zicke ignorieren? Schaff‘ ich einfach nicht…

Mein Mann fährt da die wirkungsvollere Strategie. Der schafft es nämlich, die Zicke stoisch zu ignorieren und bekommt auf diese Weise unterm Strich am wenigsten ab (der Glückliche). Doch egal, wie sehr ich mich auch bemühe, ich KANN dieses zickige Verhalten einfach nicht aushalten und stillschweigend ignorieren. Ich MUSS Töchterchen in die Schranken weisen. Und dann eskaliert es meistens total! Aus Augenverdrehen werden dann Stampfen, Schreien und Türenknallen. Und der Haussegen? Der hängt in solchen Momenten nicht nur schief, sondern liegt zerbrochen am Boden.

Woher hat sie das bloß? Und wie werden wir es wieder los?

Schon oft habe ich mich gefragt, wo dieses zickige Verhalten herkommt und wie man es wieder loswird. Daheim jedenfalls sieht sie so etwas nicht! Der Papa und ihr Bruder sind stoische Persönlichkeiten und auch ich zicke nur alle heiligen Zeiten herum. Bei Töchterchen verstärkt sich das vor allem dann, wenn sie mit ebenso zickigen Kindern zusammen ist. Danach ist sie oft tagelang nicht auszuhalten. Spielt sie aber mit dem Bruder oder anderen „unzickigen“ Kindern, ist alles gut. Perfect match sozusagen!

Wir müssen wohl mit dem Gezicke leben…

Ich fürchte fast, dass wir das Herumgezicke wohl als Teil ihrer Persönlichkeit akzeptieren müssen. Zwar versuchen wir, entsprechend gegenzusteuern, aber das ist nur selten von Erfolg gekrönt. Dass sich der Zickenterror als Überbleibsel der Trotzphase noch rauswächst, diese Hoffnung habe ich mittlerweile begraben. So ist das mit den eigenen Kindern, wie eben mit allen anderen Menschen auch: Sie haben gute und schlechte Eigenschaften! Und als Elternteil kommt man damit – je nach Tagesverfassung – mal besser und mal weniger gut zurecht.