Bookmark

Umzug mit Kleinkind: Wenn Schweißperlen nicht nur vom Schleppen fließen

Wieder einmal werden die Sachen gepackt, wieder einmal ein Umzug mit Kind. Wir ziehen um und haben vier Tage Zeit bis zur Schlüsselabgabe.

Umzug mit Kind kann einen vor großen Herausforderungen stellen.
Umzug mit Kind kann einen vor großen Herausforderungen stellen.
© Unsplash/ hiveboxx

Umzug in eine andere Stadt

Umziehen bedeutet für das Kind eine große Umorientierung und Veränderung der Routine. Der Verlust von Freunden und vertrauter Umgebung gehen dabei einher. Deshalb sind eine sorgsame Vorbereitung und Planung beim Umzug mit Kind für mich essentiell.

Großes Chaos

Eigentlich könnte Umzug mit Kind doch so wunderschön sein. Wie in diesen Filmen, wo mit Freundinnen tagsüber in aller Ruhe gepackt, alte Kleidung anprobiert und dabei Sekt getrunken wird. Das Kind spielt fröhlich mit den Nachbarskindern im Garten. Die Laune ist gut und die Umzugskartons stehen zur Perfektion in einer Reihe aufeinandergestapelt.

Doch die Realität sieht nun mal anders aus— Schweißausbrüche, Stress, Streit und mittendrin: das Kind. Ein Umzug alleine ist sowieso schon anstrengend genug, aber mit einem zweijährigen Kind ist doppelter Stress angesagt. Für uns ist es mittlerweile der dritte Umzug mit Kind und wir sind schon fast Umzugsprofis. Daher kommt wahrscheinlich auch unser Hang zum Minimalismus, denn weniger Sachen bedeutet weniger zum Packen. Zum Glück gibt es ein paar Tricks und Tipps, die für mich prima funktionieren.

Das Kind mitmachen lassen und nicht ausgrenzen

Jetzt ist unsere Tochter zwei Jahre alt und kann schon vieles verstehen, möchte mithelfen und anpacken. Obgleich das einer der Gründe für zeitliche Verzögerungen ist, ist es uns dennoch wichtig, dass sie beim Prozess des Umzuges mitmachen darf. Das bedeutet nicht, dass sie während der ganzen Aktion dabei ist, sondern, dass wir uns kindgerechte Aufgaben über den Tag verteilt für sie überlegen.

  • Umzugskartons mit Kleidung einpacken
  • Papa helfen das Bücherregal auszuräumen
  • Mit einem Schwamm und Eimer Wasser den Boden sauber machen
  • Umzugskartons mit Farben (rot für Küche, blau für Bad usw.) beschriften

So hat unsere Tochter das Gefühl, dass sie Teil des Prozesses ist und tatsächlich mithelfen kann. Außerdem vereinfacht es die Situation, wenn sie mal nicht mitmachen darf. Ich kann problemlos sagen “Danke für deine Hilfe. Für heute hast du alles erledigt und kannst jetzt spielen” und die Chancen sind hoch, dass sie sich, ohne zu meckern zurückzieht und spielt. Denn es gibt Situationen, in denen wir uns dazu entschieden haben, dass unsere Tochter nicht dabei sein darf.

  • Beim Streichen und Löcher füllen
  • Einpacken der Küchengegenstände
  • Abbauen der Möbel

Das sind auch die Tage, wo unsere Babysitterin nicht nur wichtig, sondern absolut notwendig ist. Vorab haben wir die Tage des Umzugs so aufgeteilt, dass wir genau wissen, wann wir einen Babysitter brauchen. Zur Absicherung hatten wir noch zwei Alternativen, falls einer der Babysitter absagen würden. Wenn man sich die Kosten für einen Babysitter sparen möchte und keine Familie in der Nähe hat, lohnt es sich Freunde oder Nachbarn zu fragen.

Kinderzimmer einpacken, wenn das Kind nicht dabei ist

Beim letztens Umzug habe ich den Fehler begangen die Spielsachen vor den Augen meiner Tochter zu packen. Tränen flossen und das Geschrei war groß. Denn sie verstand das Konzept des Umzugs nicht und fühlte sich ihren Spielsachen beraubt. Deshalb habe ich mir zur Regel gesetzt: Das Kinderzimmer wird ohne Kind eingepackt. Das geht so— ich erkläre ihr die Tage vorher wiederholt, dass wir umziehen und das dafür Umzugskartons mit den ganzen Sachen der Wohnung gepackt werden müssen.

Auch die Lieblingssachen von Mama und Papa kommen da rein. Dann frage ich sie, ob sie auch möchte, dass ihre Sachen, wie bei Mama und Papa in einen Umzugskarton kommen. Je nach Lust und Laune ist es doch meistens ein “Ja”. Da der Umzug sowieso schon stressig genug ist, nicht nur für die Eltern, sondern insbesondere für das Kind, ist das Kinderzimmer das letzte Zimmer, was in die Kisten kommt. So hat sie noch bis zum Schluss ihr gewohntes Umfeld und ihre Spielsachen zur Verfügung.

Tag des Umzugs

Am Tag des Umzugs haben wir alles genauestens durchgeplant und versucht es soweit wie möglich einzuhalten. Angefangen damit, dass wir alle “gefährlichen” Gegenstände zuerst rausstellen, damit unsere Tochter sich nicht verletzen kann. Dann habe ich eine Kiste mit Putzmitteln, Lappen und Schwämmen zur Seite gelegt. Außerdem kaufe ich einen Tag vorher noch Getränke und Snacks ein. Während mein Partner und einige Unterstützer alles in den Umzugstransporter schleppen, bin ich mit meiner Tochter zu meiner Freundin mit Hund gegangen.

Sie liebt Hunde und um ihr den Stress des Umzugs und gestresste Eltern zu ersparen, durfte sie den ganzen Tag mit dem Hund spielen und ihn an der Leine führen. Natürlich ist jedes Kind anders und deshalb kann man einfach individuell entscheiden, was dem Kind große Freude bereitet. Am Abend feierten wir den Umzugstag und beendeten den Tag als Familie. Ich lasse meine Tochter auch wissen, dass wir das ohne sie nicht so leicht geschafft hätten und ihre Unterstützung sehr hilfreich war. Denn sie soll den Umzug als schöne Erinnerung behalten. Man weiß ja nie, wann der nächste Umzug bevorsteht. Wenn du erfahren willst, wie der darauffolgende Flug mit Kind war, verrate ich es hier.