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Verhütungspflaster: Hormone zum Aufkleben

Das Verhütungspflaster gehört zu den hormonellen Verhütungsmitteln. Es gibt Hormone ab, die über die Haut aufgenommen werden und eine Schwangerschaft verhindern. Wie sicher das Hormonpflaster ist, Tipps zur Abwendung und welche Nebenwirkungen auftreten können, erfährst du hier.

Wie sicher ist das Verhütungspflaster?
Wie sicher ist das Verhütungspflaster?
©Bigstock/azgek

In diesem Artikel:
Verhütungspflaster richtig anwenden
Wo soll ich das Verhütungspflaster aufkleben?
Wie sicher ist das Verhütungspflaster?
Verhütungspflaster: Nebenwirkungen
Verhütungspflaster: Kosten
Verhütungspflaster: Vor- und Nachteile im Überblick

Verhütungspflaster: Anwendung

Das Verhütungspflaster oder Hormonpflaster gibt eine Kombination der zwei Hormone Östrogen und Gestagen über die Haut in den Blutkreislauf ab. Die Wirkung ist dabei ähnlich wie bei der Pille: In erster Linie werden der Eisprung und die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert. Außerdem bewirken die Hormone, dass sich der Schleim im Gebärmutterhals verdickt, sodass keine Spermien in die Gebärmutter eindringen können.

Wenn du das Verhütungspflaster zum ersten Mal verwendest, klebe es am ersten Tag deiner Menstruation auf und ersetze es nach einer Woche (immer am gleichen Wochentag) durch ein neues. Der große Vorteil beim Hormonpflaster: Die Uhrzeit spielt dabei keine Rolle.

Nach drei Wochen folgt eine siebentägige Pause, in der deine Periode einsetzt. Innerhalb dieser Pause bist du weiterhin vor einer Schwangerschaft geschützt. Danach klebst du ein neues Verhütungspflaster auf und beginnst einen neuen 4-Wochen-Zyklus – auch, wenn deine Periode eventuell noch nicht beendet oder möglicherweise noch gar nicht eingetreten ist.

Wo soll ich das Verhütungspflaster aufkleben?

Du kannst das Hormonpflaster grundsätzlich an vier Hautstellen aufkleben:

  • am Bauch
  • am gesamten Oberkörper (außer an den Brüsten)
  • der Außenseite der Oberarme
  • am Po

Die Haut sollte an dieser Stelle gesund, sauber und trocken sein. Es bietet sich deswegen an, das Verhütungspflaster direkt nach dem Duschen aufzukleben.

Creme deine Haut an der Klebestelle vorher nicht ein. Das Pflaster muss fest angedrückt werden und besonders in der ersten Zeit ist es wichtig, täglich zu prüfen, ob es noch richtig sitzt. Um deine Haut zu schonen, klebe das neue Pflaster beim Wechseln auf eine andere Stelle, bleibe aber im selben Bereich: beispielsweise die rechte Bauchseite nach der linken Bauchseite.

Normalerweise hält das Pflaster auch beim Duschen, im Schwimmbad, in der Sauna oder beim Sport sehr gut. Sollte sich das Verhütungspflaster bei dir trotzdem vollständig lösen, musst du ein neues aufkleben. Löst sich das Pflaster nur teilweise, kannst du es einfach wieder fest drücken. Hält es dann immer noch nicht und löst sich immer wieder, klebe auch hier ein neues Verhütungspflaster auf.

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Wie sicher ist das Verhütungspflaster?

Hormonpflaster haben bei korrekter Anwendung einen Pearl-Index von 0,7 – 0,88. Dieser Index steht für die Sicherheit und Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode. Er gibt an, wie viele Frauen trotz Anwendung eines bestimmten Verhütungsmittels schwanger werden. Je niedriger der Wert, desto sicherer also die jeweilige Methode.

Zum Vergleich: Das Kondom hat einen Pearl-Index von 2 – 12, die Pille liegt bei 0,2 – 0,5.

Wie die Pille ist das Verhütungspflaster bei korrekter Anwendung eine sehr sichere Verhütungsmethode. „Allerdings ist die Versagerquote bei Frauen über 90kg höher“, warnt der Berufsverband der Frauenärzte in dem Artikel „Verhütungspflaster/Hormonpflaster“, „das Pflaster wird diesen Frauen deshalb nicht empfohlen“.

Zusätzlich können bestimmte Medikamente – darunter Mittel gegen Epilepsie oder Viruserkrankungen sowie Johanniskraut – die Wirkung des Verhütungspflasters mindern. Frage deswegen vorher deinen Frauenarzt, ob das Pflaster für dich geeignet ist.

Wirkt das Verhütungspflaster sofort?

Bei der ersten Anwendung wird das Hormonpflaster normalerweise zwischen dem ersten und fünften Zyklustag aufgeklebt. Wenn du am ersten Tag deiner Periode mit der Anwendung beginnst, wirkt das Verhütungspflaster sofort. Klebst du das Pflaster erst am zweiten bis fünften Zyklustag auf, musst du an den nächsten sieben Tagen zusätzlich verhüten, zum Beispiel mit einem Kondom.

Pflaster vergessen?

Hast du vergessen, dein Verhütungspflaster rechtzeitig zu wechseln, solltest du das möglichst schnell nachholen. Beträgt der Zeitraum weniger als zwei Tage, besteht erstmal kein Grund zur Panik, denn in diesem Zeitraum bist du immer noch geschützt. „Bei mehr als zwei Tagen Verspätung muss nach dem Wechsel sieben Tage lang zusätzlich verhütet werden“, rät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in dem Artikel „Das Verhütungspflaster“. Dasselbe gilt, wenn das Hormonpflaster abgegangen ist oder sich teilweise gelöst hat.

Verhütungspflaster: Nebenwirkungen

Da das Pflaster zu den hormonellen Verhütungsmitteln zählt, verändert es – ähnlich wie die Pille – deinen Hormonhaushalt. Bekannte Verhütungspflaster-Nebenwirkungen sind:

Zusätzlich können vereinzelt Hautrötungen an den Klebestellen auftreten. Für Raucherinnen besteht außerdem durch das Verhütungspflaster ein erhöhtes Thromboserisiko.

Was kostet das Verhütungspflaster?

Verhütungspflaster kosten circa 13 Euro für einen Monat, bei der Dreimonatspackung liegt der Preis bei etwa 40 Euro. Die Kosten werden bis zum 20. Lebensjahr von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Ist das Verhütungspflaster rezeptfrei?

Nein, ist es nicht. Hormonpflaster sind verschreibungspflichtig, das Rezept dafür wird von deinem Frauenarzt ausgestellt.

Verhütungspflaster: Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile Nachteile
Bequem und leicht anzuwenden Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen
Sehr sichere Verhütungsmethode Schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten
Spontaner Sex möglich An Klebestellen kann es zu leichten Hautreizungen kommen
Erbrechen hat keinen Einfluss auf die Wirksamkeit Das Pflaster ist sichtbar und kann sich leicht lösen

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Quellen:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2018): Das Verhütungspflaster
    https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmethoden/weitere-hormonelle-methoden/verhuetungspflaster/ (letzter Zugriff: April 2019)
  • Onmeda (2012): Verhütungspflaster
    https://www.onmeda.de/verhuetung/verhuetungspflaster.html (letzter Zugriff: April 2019)
  • Berufsverband für Frauenärzte (2018): Verhütungspflaster/Hormonpflaster
    https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/hormonelle-verhuetung-neben-der-pille/verhuetungmitdemhormonpflaster/ (letzter Zugriff: April 2019)
  • pro familia Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e. V.: Verhütungspflaster
    https://www.profamilia.de/themen/verhuetung/verhuetungspflaster.html (letzter Zugriff: April 2019)