„Mama? Warum ist die Frau so dick?“ - 4 peinliche Situationen

„Mama? Warum ist die Frau so dick?“ – 4 Situationen, in denen ich am liebsten im Boden versunken wäre

Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit – eigentlich eine tolle Sache, dass sich die Zwerge kein Blatt vor den Mund nehmen. Aber ganz ehrlich: In so manchen Situationen wünscht man sich als Elternteil, dass der Boden sich auftut und einen verschluckt. Davon kann auch unsere Autorin Daniela Kirschbaum ein Lied singen: Denn zwischen den ersten zaghaften Worten und der Verinnerlichung gesellschaftlicher Benimm-Regeln haben ihre beiden Sprösslinge für so manch extrem peinliche Situation gesorgt.

Kleines Mädchen schaut frech in die Kamera
Nicht jedes Wort, das aus dem Mund des eigenen Nachwauchs kommt, bringt Eltern in Verzückung. © Bigstock / Zwiebackesser

# 1: „Mama, hat die Frau ein Baby im Bauch?“

Man glaubt nicht, wie sehr sich Kinder in einem bestimmten Alter für den Körperbau ihrer Mitmenschen interessieren. Dick, dünn, groß, klein – alles ist spannend, alles muss beredet werden. „Beredet“, das bedeutet etwa so viel wie: „Verschiedene Körpermerkmale werden lautstark in die Umgebung gekräht, egal WO man sich gerade befindet.“ Dementsprechend kamen die Sätze „Mama, die Frau/der Mann/der Bub/das Mädchen/der Hund ist aber diiick/düüünn/groooß/kleeein!“, bei zwei Kindern öfters vor, als ich zählen kann.

Eine Situation ist mir aber noch gut in Erinnerung: Sohn und ich fahren im Bus. Direkt neben uns eine ältere Dame, das gebärfähige Alter weit überschritten. Söhnchen starrt auf deren – zugegebenermaßen recht ausladende – Körpermitte und während ich noch denke: „Nein, bitte nicht!“, kommt sie schon, die vermeintlich gut kombinierte Vermutung: „MAMA!!! Frau Baby im Bauch!“. Autsch!

# 2: „Hat der Mann sich schmutzig gemacht?“

Bevor ich dieses „Boden-tu-dich-auf“-Erlebnis zum Besten gebe, möchte ich mich an dieser Stelle beim ungewollten Protagonisten bedanken. Denn dem war zum Glück klar, dass Töchterlein, damals etwas über zwei Jahre alt, in kindlicher Unbedarftheit plapperte, die selbstverständlich nichts mit Fremdenfeindlichkeit gemeinsam hat.

Wieder eine klassische U-Bahn-Situation: Meine Tochter beobachtet einen älteren Herrn am Sitz gegenüber. Dessen Hautfarbe ist dunkler als ihre eigene. Irgendwann lässt sie mich lautstark an ihrer persönlichen Vermutung teilhaben: „Mama, Mann schmutzig gemacht!“ Es war übrigens gar nicht so schwierig, sie davon zu überzeugen, dass sich der Mann nicht schmutzig gemacht hat, sondern dass Menschen einfach unterschiedliche Hautfarben haben. Und besagter Mann? Der hat herzlich gelacht und die Sache zum Glück mit Humor genommen.

# 3: „Muss die Frau bald sterben?“

Morgens halb zehn in einer Wiener Arztpraxis. Machen wir es kurz, denn die folgende Situation war für alle Beteiligten eine unangenehme Sache. Für alle, bis auf meinen damals Dreijährigen! Wir sitzen im Wartezimmer einer Arztpraxis. Sohn beobachtet eine (sehr) alte Dame, sieht dann mich an und überlegt nicht gerade leise: „Mama? Kann’s sein, dass die Frau bald sterben muss?“ Bis heute hoffe ich inständig, dass sie ihn nicht gehört hat.

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# 4: „Geht die Farbe auf der Haut wieder ab…?!“

Meine damals Vierjährige und ich sind mit der U-Bahn unterwegs. Ein interessant wirkender junger Mann ebenso und der sitzt Töchterchen direkt gegenüber: Schwarzer Lederumhang, mehr Tattoos als Haut, mehr Ringe als Finger, die Ohrläppchen mit Hilfe von Tunneln gigantisch gedehnt, stark geschminkt und das wohl Beeindruckenste an ihm: weiß strahlende Kontaktlinsen in den Augen. Kurz gesagt: nicht nur für Kinder ein faszinierender Anblick! Und natürlich konnte meine Tochter den Blick nicht von ihm wenden.

Der junge Mann grinste sie an. Zaghaft entspann sich ein Dialog und am Ende wusste Töchterchen alles, was sie wissen wollte: Nein, die Augen sind nicht echt. Ja, die Ohren sind echt. Nein, die Farbe (Tattoos) lässt sich nicht abwaschen. Als der junge Mann noch vor uns ausstieg, sah sie ihm übrigens verträumt nach und rief ihm ein entzücktes: „Wenn ich groß bin, will ich auch so ausschauen!“ hinterher.

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